Learning to Drive (2015)

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Das Leben hält manchmal immense Veränderungen parat: Exil, Scheidung und Ehen sind Beispiele für solche Schicksalsschläge. In dem neusten Film „Learning to Drive – Fahrstunden fürs Leben“ (Originaltitel: “Learning to Drive”, US, 2014) von der katalanischen Filmregisseurin Isabel Coixet erfahren zwei Personen, in dessen Rollen die bekannten Darsteller Ben Kingsley und Patricia Clarkson geschlüpft sind, solche und versuchen sie zu meistern.


Nach 21 Jahren Ehe wird Wendy (Patricia Clarkson) von ihrem Ehemann Ted (Jake Weber) verlassen. In ihrem Kummer bereut sie viele Sachen zutiefst und nicht mal ihre Tochter Tasha (Grace Gummer) kann sie aus ihrem Elend herausholen. Doch bevor Wendy nach Vermont zu ihrer Tochter verreist, beschließt sie erst einmal den Führerschein zu machen, was sie bisher nie für nötig gehalten hat. Als Fahrlehrer wählt sie den Exil-Inder Darwan (Ben Kingsley) aus, der mit Gelassenheit und Disziplin der nervlich instabilen Wendy das Fahren beibringt. Dabei kommen sich die beiden näher und können gemeinsam die Probleme des Lebens angehen.

2002 wurde in der Zeitung “The New Yorker” die Kurzgeschichte “Learning to Drive” von Katha Pollitt veröffentlicht. Sechs Jahre später brachte Patricia Clarkson die Geschichte mit zum Set von „Elegy oder die Kunst zu lieben“ (2008) und zeigte sie der Regisseurin Isabel Coixet. Schon damals war Coixet begeistert von der Geschichte und animierte sie sogar, endlich ihren Führerschein zu machen. Als es dann viele Jahre später endlich zur Realisierung kam, dachte sie sofort an Patricia Clarkson und Ben Kinksley, mit denen sie schon bei „Elegy oder die Kunst zu lieben“ zusammengearbeitet hat. Die Kurzgeschichte wurde dabei stark abgeändert, aber Pollitt selbst war am Set und zeigte sich einverstanden mit dem Projekt. Das Drehbuch von Sarah Kernochan erzählt eindringlich von der Leere, welche entsteht, wenn man nach vielen gemeinsamen Jahren wieder alleine ist. Zudem webt sie geschickt die Unterschiede zwischen Frau und Mann und zwischen den beiden Kulturen, für die die beiden Charaktere jeweils stehen, ein. Das Leben eines Sikh, seine Regeln und die arrangierte Ehe geben einen guten Einblick in eine (für viele) fremde Kultur. Ben Kingsley, der selbst indische Wurzeln besitzt und mit der Rolle als Mahatma Ghandi im Film „Ghandi“ (1982, sieben Oscars darunter einen für den besten Hauptdarsteller) berühmt wurde, war die Wunschbesetzung der Regisseurin für diese Rolle. Natürlich bleibt die Frage, ob ein echter Sikh oder Inder die Rolle nicht ebenso gut oder besser hätte ausfüllen können. Doch Kingsley spielt sehr überzeugend: Von dem Akzent hin bis zur Ausstattung scheint alles zu stimmen. Seine Filmpartnerin Patricia Clarkson (bekannt aus der Serie „Six feet under – Gestorben wird immer“ (2001-2005) und Filmen wie „Whatever Works – Liebe sich wer kann“ (2009)) spielt die Rolle der Wendy mit viel Sensibilität und Gefühl. Sie macht das Leiden der Hauptfigur greifbar. Der dritte Hauptdarsteller ist die wunderschöne Stadt New York. Die Großstadt im Sommer wurde in warmen und bezaubernden Bildern eingefangen und verzichtet trotzdem weitestgehend darauf, die touristischen Sehenswürdigkeiten ins Bild zu setzen. Was die Story betrifft, konnte der Film nicht vollends auf alle Klischees verzichten, doch im Gesamten ist sie realitätsnah angelegt, besitzt ein unerwartetes Ende und verzichtet darauf ihre Botschaften mit dem moralischen Holzhammer zu präsentieren. Manchen Kritikern erscheint das wie sogenannte Küchenphilosophie, doch kann der Film den Nerv mancher Zuschauer zielsicher treffen und so berühren oder zumindest auf leichte, beschwingte Weise gut unterhalten.

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