“Love” (2015)

© Alamode Film

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Filmkritik: Der französische Regisseur und Drehbuchautor Gaspar Noé (*1963) hat sich mit Filmen wie “Irreversibel” (2002) und “Enter the Void” (2009) eine Fangemeinde aufgebaut, welche auch seinen neuesten Film “Love” (OT: “Love”, AT: “Love 3D”, BE/FR, 2015) begeistert aufnehmen wird. Für alle anderen könnte das Drama zu wenig erzählerische Substanz besitzen.

Murphy (Karl Glusman) lebt mit seinem Kind und seiner Freundin Omi (Klara Kristin) in einer unglücklichen Beziehung. Als die Mutter seiner Exfreundin Electra (Aomi Muyock) anruft, weil diese verschwunden ist, begibt er sich auf die Suche nach ihr. Dabei erinnert er sich an die Beziehung zu Electra und welche Bedeutung sie für ihn hatte. Außerdem versucht er die Fehler der Vergangenheit zu rekapitulieren und verliert sich während dieser Suche immer mehr in seinen Erinnerungen.

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“Familienbande” (2014)

© Pandora Film

© Pandora Film

Filmkritik: Der irische Regisseur Mark Noonan (*1982) berichtet in seinem Film “Familienbande” (OT: “You’re Ugly Too”, Irland, 2014) nicht nur feinfühlig von einer fragilen Erwachsenen-Kind-Beziehung, sondern setzt auch seiner Heimat, den irischen Midlands, ein kleines Denkmal.

Nachdem die elfjährige Stacey (Lauren Kinsella) schon in frühen Jahren ihren Vater verlor, stirbt auch noch die Mutter. Damit ist das kleine Mädchen Waise. Ihr einziger Verwandter ist ihr Onkel Will (Aidan Gillen), der seit Jahren im Gefängnis sitzt. Doch um die Obhut für seine Nichte zu übernehmen, wird er unter strengen Kontrollen entlassen. Die beiden ziehen in einen Trailerpark in den irischen Midlands. Dort versuchen sie, sich einander anzunähern und ein gemeinsames Leben aufzubauen. Das stellt die beiden vor einige Probleme, und das Vergangene holt vor allem Aidan wieder ein.

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“The Botticelli Renaissance” in der Gemäldegalerie Berlin

Sandro Botticelli: Frauenprofil, bekannt als Simonetta Vespucci. Quelle: Gemäldegalerie. Staatliche Museen zu Berlin

Ausstellungsbericht: Berlin widmet dem italienischen Renaissancemaler Sandro Botticelli eine Sonderausstellung, die erlesene Originale mit modernen Bezugnahmen vereint. In drei großen Sälen entsteht eine dichte Schau. Sie gibt einen guten Einblick in das Werk des Italieners, doch ihr Konzept wendet sich eher an versierte Kunstkenner. Bis zum 24. Januar 2016 ist sie noch in Berlin zu sehen.

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“schriftgut”- und “spielraum”messe in Dresden 2015

© Messe Dresden

© Messe Dresden

Messebericht: Vom 6.-8. November 2015 fanden auf dem Messegelände Dresden die Messen “schriftgut“ und “spielraum“ statt. Seit dem letzten Jahr gibt es diese beiden Messen als Doppelpack und können mit einer Eintrittskarte besucht werden. Die Themenauswahl ist dabei recht vielfältig und kann so Groß und Klein sowie Verspielt und Belesen anlocken.

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“A Perfect Day” (2015)

 © Universal Pictures

© Universal Pictures

Filmkritik: Der spanische Film “A Perfect Day” (OT: “Un día perfecto”, AT: “El pozo”, ES, 2015) des Regisseurs und Drehbuchschreibers Fernando León de Aranoa (*1968) schafft es mit viel Witz und Unbeschwertheit die Zuschauer an seine Geschichte zu fesseln, die gespickt ist mit realem Schrecken.

Mambrú (Benicio del Toro) und B (Tim Robbins) arbeiten schon längere Zeit in einem balkanischen Krisengebiet irgendwann in den 90er Jahren. An diesem Tag ist das wichtigste Problem, die Wasserversorgung auf dem Land zu gewährleisten. Doch zwei von drei Brunnen sind vermint und im dritten Brunnen liegt eine Leiche, die innerhalb der nächsten 24 Stunden das Wasser verseuchen wird. Also gehen Mambrú, B, die neue Kollegin Sophie (Mélanie Thierry) und ihr Übersetzer Damir (Fedja Stukan) auf die Suche nach einem Seil. Dabei kommt ihnen nicht nur die Inspektorin und Ex-Geliebte von Mambrú, Katya (Olga Kurylenko), in die Quere, sondern auch UN-Soldaten, verminte Kühe, ein kleiner Junge und die nicht hilfsbereite Bevölkerung. Doch der Hilfstrupp lässt sich nicht entmutigen und gibt die Suche nicht auf.

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“Crimson Peak” (2015)

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Filmkritik: Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro (*1964) machte sich einen Namen durch den Film “Pans Labyrinth” (2006), welcher gekonnt Märchen mit realitätsnahen Ereignissen verband. Seine Blockbuster-Filme wie “Hellboy” (2004) und “Pacific Rim” (2013) trugen ebenfalls zu seinem Ruhm bei. Auch sein neuestes Werk, “Crimson Peak” (OT: “Crimson Peak”, AT: “Haunted Peak”, US, 2015), schien ein Schauermärchen höchster Güte zu werden, doch leider verließ er sich hierbei mehr auf die Optik als auf die Geschichte.

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“Mein Herz tanzt” (2014)

© NFP*

© NFP*

Filmkritik: Das Drama “Mein Herz tanzt” (engl. Titel: “Dancing Arabs”, IL, 2014) des israelischen Regisseurs Eran Riklis (*1954) zeigt mit viel Einfühlungsvermögen und mit leichtfüßigem Witz die Zerrissenheit seines Landes.

Der Palästinenser Eyad (Tawfeek Barhom) wird von seinen Eltern für eine bessere Zukunft auf eine Elite-Schule nach Jerusalem geschickt. Dort ist er als einziger Araber der absolute Außenseiter. Yonatan (Michael Moshonov), der wegen einer Muskellähmung im Rollstuhl sitzt, wird sein einziger Freund. Zusammen können sie ihre Schicksale besser ertragen. Aber vor allem Naomi (Danielle Kitzis), eine jüdische Mitschülerin, bereichert das Leben von Eyad. Sie verlieben sich und wissen doch, dass eine solche Beziehung von ihren Familien nicht gutgeheißen werden würde. So muss sich Eyad nicht nur mit den alltäglichen Problemen herumschlagen, sondern auch eine Möglichkeit finden, damit ihre Liebe bestehen kann.

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“Hotel Transsilvanien 2” (2015)

© Sony Pictures Releasing GmbH

© Sony Pictures Releasing GmbH

Filmkritik: Nach dem ersten Teil “Hotel Transsilvanien”, welcher 2012 erschienen ist und der viele Zuschauer mit seiner Geschichte und seinem Humor begeistern konnte, war es zu erwarten, dass es einen Nachfolger geben würde. Der russische Animator und Regisseur Genndy Tartakovsky und sein Autor Robert Smigel, der diesmal das Drehbuch zusammen mit Adam Sandler geschrieben hat, waren auch für den zweiten Teil, “Hotel Transsilvanien 2” (Originaltitel: Hotel Transylvania 2, US, 2015), verantwortlich.

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“Er ist wieder da” von Timur Vermes (2012)

© Bastei Lübbe / Eichborn

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Buchkritik: Der deutsche Journalist und Autor Timur Vermes (*1967) sorgte mit seinem Debütroman “Er ist wieder da” 2012 für weltweites Aufsehen. Das Buch war in aller Munde und hielt sich zwei Wochen lang auf Platz 1 der Spiegel-Beststellerliste. Es wurde in 41 Sprachen übersetzt.

Das provokante Buch verkauft sich allein in Deutschland zwei Millionen Mal. Es handelt von Adolf Hitler, der einfach so im Jahre 2011 in Berlin aufwacht. Der Leser folgt Hitler dabei, wie er die neue Welt kennenlernt und wie er plant, die Macht zurückzuerobern.

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“Herr Eichhorn und der Besucher vom blauen Planeten” von Sebastian Meschenmoser (2012)

© Esslinger

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Buchkritik: Ein Kinderbuch muss auf vielen Ebenen überzeugen. Es muss eine fesselnde Story, tolle Illustrationen und eine kluge, moralische Botschaft besitzen. Die “Herr Eichhorn”-Reihe von Sebastian Meschenmoser (*1980) meistert all diese Kriterien mit Bravour. Auch der vierte Teil “Herr Eichhorn und der Besucher vom blauen Planeten” macht da keine Ausnahme.

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