„Greater Than“ (2017)

Kurzfilm / Schweiz / Animation / 2017

Filmkritik: Stop-Motion gehört zu den aufwendigsten Filmverfahren. Es ist immer wieder wunderbar zu sehen, wenn sich junge Filmemacher dieser Technik verschreiben. So sticht nicht nur das große Aardman-Studio damit hervor, sondern auch Kurzfilme wie „Negative Space“ und „Min Börda“ (2017). Auch der Kurzfilm „>“ (AT: „Greater Than“) von den beiden ehemaligen Design-Studenten Kate Haase und Sebastian Hühnel wählt diese Technik und schafft es damit ohne Worte eine starke Geschichte mit einer wunderbaren Haptik zu erzählen.

Der kleine Herma befreit sich aus seinem Würfel. Daraufhin entdeckt er die ihn umgebende Welt, welche stetig wächst.

Die Geschichte des Stop-Motion-Films „>“ kann man schwer in Worte fassen, da der Film vor allem auf metaphorischer Ebene spielt. Das Wesen Herma, halb Mensch halb Klumpen, wird in eine neue Welt geworfen, die unerbittlich wächst und in der man darum kämpft obenauf zu sein und vor allem seinen Platz zu finden. Diese Analogie zum Leben und vor allem zu einer immer stärker geprägten Leistungsgesellschaft funktioniert wunderbar und so auch gänzlich ohne Worte.

Die beiden studierten Designer und Animationskünstler Sebastian Hühnel (*1986) und Kate Haase (*1986) schufen ein Werk mit großem handwerklichem Geschick. Die Optik und die fast spürbare Haptik tragen viel zur Wirkung des Films bei. Sie arbeiteten dabei vor allem mit Gips, Quarzsand und Schaumlatex und schufen eine weiße, aus einfachen Formen gestaltete Welt, in welcher der hautfarbene Herma stark zur Geltung kommt und dadurch der Unterschied zwischen dem eigenen Sein und der Umgebung betont wird. Untermalt wird die faszinierende Optik von einem starken Sound, der den voranschreitenden Wandel auch auditiv spürbar macht. Im Gesamten schufen die beiden Filmemacher einen eindrucksvollen Kurzfilm, der eine gelungene Metapher auf das Leben darstellt und mit seine liebevollen Machart überzeugt.

Fazit: Der neunminütige Kurzfilm „>“ erzählt eine fast schon klassische Geschichte vom Leben selbst als eine gelungene Metapher. Dafür nutzen die Filmemacher Kate Haase und Sebastian Hühnel eine sich gut einprägende Optik, einen guten Sound, eine starke Bildsprache und zeigen uns damit, wie man die Stop-Motion-Technik abseits von Kinderfilmen ebenfalls wunderbar einsetzen kann.

Bewertung: 7,5/10

Trailer des Kurzfilms „>“ („Greater Than“)

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Ein Gedanke zu “„Greater Than“ (2017)

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