Fünf Fragen an Alexander Dietrich und Johannes Flick

Interview: Im Gespräch mit den Filmemachern Alexander Dietrich und Johannes Flick erzählen sie uns, wie sie ihren Kurzfilm „Shine“ umgesetzt haben, wie es bei ihnen weitergeht und was Biergärten mit all dem zu tun haben.

Euer Kurzfilm „Shine“ lief nicht nur im Wettbewerb der 28. Bamberger Kurzfilmtage und im Kinderprogramm, sondern war auch im Trailer des Festivals zu sehen. So freute man sich im Vorfeld schon auf den Animationsfilm. Wie kam es zur Entwicklung des Projekts? War zuerst die Geschichte da oder hatte ihr zuerst Bilder im Kopf?

Die erste Idee zu unserem Film „Shine“ kam uns in einem Biergarten während unseres Studiums. Wir saßen in der Dämmerung unter Lichterketten als uns auffiel, dass eine der Glühbirnen nicht leuchtete. Daraufhin fingen wir an uns zu überlegen, was mit der Glühbirne passiert sein könnte. Eine der Ideen war, dass das Licht von kleinen Wesen stammt, die in den Birnen gefangen wurden.

Später setzten wir diese Idee in einem Bild um. Während der Filmproduktion veränderte sich die Geschichte recht stark und die leuchtenden Wesen befinden sich nun nicht mehr in den Glühbirnen. Doch rückblickend war dieses erste Bild mehr oder weniger der Startschuss für unseren Film.

Visuell ist der Film ein Genuss. Könnt ihr mir mehr zu den Animationen erzählen?

Im Großen und Ganzen kann man unseren Arbeitsprozess in drei Teile gliedern. Die Vorproduktion (Entwürfe, Konzepte usw.) setzten wir mit Photoshop um. Den Hauptteil der Produktion absolvierten wir dann in Cinema 4D und letzten Endes wurde alles in Aftereffects zusammengeführt.

Der Film entstand als unser Diplomprojekt im Rahmen des Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg und hat alles in allem ca. 1,5 Jahre zur Umsetzung gebraucht. Für die Animationen haben wir uns zahlreiche Referenzen im Tierreich gesucht. Zudem haben wir uns auch selbst aufgenommen, um eine Vorlage für Gestik und Mimik zu haben, die wir dann bei der Animation in abgewandelter Form in das „Schauspiel“ unserer leuchtenden Äffchen einarbeiten konnten. Anbei ein paar Links zu unserem Making-Of, das hoffentlich einen schönen Einblick in unsere Arbeitsprozesse gibt.

Making-Of des Kurzfilms „Shine“
Teil 1  – Teil 2 – Teil 3 – Teil 4  – Teil 5 

Der Ton unterstützt die Animation sehr gut. Wie seid ihr diese Seite des Projekts angegangen?

Der Ton war für uns selbst nicht leicht zu finden. Wir wussten, dass wir die Musik aus der Szenerie selbst erzählen wollten. Wir wollten das Gefühl erzeugen, dass die Musik tatsächlich durch die Straßenschlucht hallt. Zum Glück haben wir an unserer Hochschule auch Studiengänge für Filmmusik und Sounddesign und konnten so von Anfang an mit Musikstudenten zusammen arbeiten.

Es hat allerdings einige Anläufe gebraucht bis wir überhaupt selbst wussten, welche Musikrichtung und welche Instrumente zu unserer angestrebten Stimmung passten. Schlussendlich bekamen wir doch Hilfe von außen: Juri de Marco, der mittlerweile mit dem STEGREIF.orchester Erfolge feiert, komponierte mit viel Improvisationen für uns die Musik.

Habt ihr große Vorbilder, an denen ihr euch gerne orientiert?

Explizite Vorbilder zu nennen ist natürlich immer schwierig. Wir wurden definitiv von den großen Regisseuren á la James Cameron und Ridley Scott inspiriert, mit deren FIlmen wir aufgewachsen sind.

Aber natürlich haben uns auch Animationsgrößen wie Brad Bird, Don Bluth und die alten Disney-Klassiker sehr stark beeinflusst. Zudem lieben wir es uns auf Vimeo, Cartoonbrew, Motionographer und Co. Inspiration zu holen und neue Stile zu entdecken.

Könnt ihr mir mehr von euch erzählen. Wie geht es bei euch weiter? Bleibt ihr 3D-Animationen treu oder werden ihr euch auf weiteren Feldern austoben?

Mit der Fertigstellung des Filmes haben wir auch unser Studium beendet. Wir sind der Animation alle treu geblieben, arbeiten aber im Moment nicht zusammen. Mareike Keller [Anm. d. Red.: die Produzentin] ist in Stuttgart bei der Firma Mark13 im Bereich Produktion tätig. Johannes Flick arbeitet in Tübingen bei der Firma Bärtiger Wolf und Alexander Dietrich ist in Ludwigsburg geblieben, wo er bei der Firma Woodblock als Animator arbeitet.

Wir würden sehr gerne wieder einen Film gemeinsam umsetzen, aber momentan mangelt es uns allen an der Zeit. Unser nächstes Projekt müssen wir wahrscheinlich sehr viel schneller umsetzen, aber die eine oder andere Idee geistert schon in unseren Köpfen umher. Also wird da hoffentlich bald mal wieder eine Runde im Biergarten anberaumt.

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Shine

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