Sechs Fragen an Peter Cilella

Interview: Im Gespräch mit dem amerikanischen Filmemacher Peter Cilella konnten wir mehr über seinen vierminütigen Kurzfilm „Occupant“, gesehen auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival, erfahren, wie die Idee erwachte und was ihm bei der Umsetzung wichtig war.   

The original english language interview is also available.

Woher kam die Idee für den fast schon klassischen Genre-Stoff deines Kurzfilms „Occupant“?

Es beruhte auf einem Alptraum, den ich hatte. Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht und habe es mir aufgeschrieben.

Welche Filme und Regisseure hattest Du als Vorbilder im Kopf? Am meisten erinnert es mich persönlich an „Die Körperfresser kommen“ von 1978.  

Dan O’Brien

Es ist schon komisch. Ich habe mir das nicht wirklich angesehen, bis ich den Kurzfilm geschrieben hatte. Es ist so ein Klassiker und ich bin ein wenig verlegen, dass ich ihn noch nicht gesehen hatte. Er ist so toll! Und seltsam. Auf eine großartige Weise. Als Kind der 80er Jahre wuchs ich mit einer konstanten Versorgung von Twilight-Zone-Episoden auf (sowohl der Reboot als auch die ursprünglichen Schwarz-Weiß-Folgen). Ich liebe es, wie sie wirklich das Beste aus Kurzgeschichten machten und Spannung und Angst vor dem Unbekannten schufen. Ich bin ein großer Fan von Geschichten, die sich mit existentieller Angst beschäftigen – für mich ist das Thema das Schrecklichste.

Die handwerkliche Umsetzung zieht einen sofort in das Geschehen. Kannst Du mir mehr zum visuellen Konzept erzählen?

Laura September und Dan O’Brien

Ich hatte das Glück, mit einem enorm talentierten Kameramann (Aaron Moorhead) zusammenzuarbeiten. Ich setzte mich zu ihm und beschrieb, wie ich wollte, dass sich der Kurzfilm anfühlt, und er hatte die geniale Idee, alles von außen aufzunehmen. Während ich mit kopflastiger existentieller Angst spiele, wollte ich auch eine sehr fundierte und universelle Angst davor wecken, nachts von außerhalb des eigenen Hauses beobachtet zu werden. Man ist völlig blind und verletzlich.

Du baust Deine Spannung vor allem mit dem Ungesehenen auf. Hast Du Dich bewusst gegen größere Effekte entschieden?  

Budget ist definitiv ein Aspekt, aber ja, ich bin immer dafür, weniger zu zeigen. Was wir uns vorstellen, ist oft erschreckender als das, was auf der Leinwand gezeigt wird.

Kannst Du Dir mir ein bisschen mehr von Dir erzählen. Von Deinem filmischen Weg und ob Du ein großer Fan von Horrorfilmen bist?

Caroline Jennings

Ich begann als Schauspieler – etwas, das ich immer noch von Zeit zu Zeit mache, aber es ist weniger wichtig, da das Schreiben und jetzt die Arbeit als Regisseur an Bedeutung gewonnen haben. Und ich habe (zum Glück) über den Film „Resolution“ [Anm. d. Red.: 2014 von Justin Benson] in die Genre-Filmwelt gefunden. Aaron Moorhead war Co-Regisseur und Kameramann dafür. Ich fühlte mich schon immer von der Sci-Fi-Seite des Horrors angezogen. Das Alien-Franchise ist einer meiner Favoriten. „Aliens – Die Rückkehr“ [Anm. d. Red.: 1986 von James Cameron] ist für mich definitiv Top 2 oder 3, was etwas betrifft, das wild unterhaltsam, schrecklich und im Kern eine wirklich bewegende Geschichte über die Mutterschaft ist. Es packt ein kraftvolles Thema in einen lustigen und blutigen Ritt. Wenn du es schaffst, all das erfolgreich zu vereinbaren, hast du etwas Außergewöhnliches geschaffen.

Der Kurzfilm wirkt wie das perfekte Intro für einen Langfilm. Ist das der Plan? Oder gibt es andere Projekte, die jetzt als nächstes anstehen?

Ja! Der Feature-Film ist derzeit in Arbeit und ich hoffe, dass ich in Kürze weitere Neuigkeiten dazu teilen kann.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Occupant


Interview: In a conversation with the American filmmaker Peter Cilella, we were able to learn more about his 4-minute short film „Occupant„, seen at the Landshut Short Film Festival, how the idea was born and what was important to him in its realization.   

Where did the idea for the almost classic genre subject matter in your short film „Occupant“ come from?

It was based on a nightmare I had. I woke up in the middle of the night and jotted it down.

Which films and directors did you have in mind as role models? Most of all it reminds me personally of „Invasion of the Body Snatchers“ from 1978.  

It’s funny. I didn’t actually watch that until after I had written the short. It’s such a classic and I’m a little embarrassed I hadn’t already seen it. It’s so great! And weird. In a great way. As I child of the 80’s, I grew up on a steady diet of Twilight Zone episodes (both the reboot and the original black and white). I love how they really made the most of short stories and built suspense and dread largely through what was unseen. I’m a big fan of stories that deal with existential dread — to me that stuff is the scariest.

The craftsmanship immediately draws you into the action. Can you tell me more about the visual concept?

I was fortunate enough to team up with a massively talented DP (Aaron Moorhead). I sat down with him and described how I wanted the short to feel and he had the brilliant idea of shooting everything from the exterior. While I’m playing with headier existential dread, I also wanted to service a very grounded and universal fear of being watched from outside your own home at night. You’re completely blind and vulnerable.

You build up your tension above all with the unseen. Did you consciously decide against larger visual effects?  

Budget is definitely a factor, but yes, I’m always in favor of showing less. What we imagine is often more terrifying than what is delivered onscreen.

Can you tell me a little bit more about yourself? About your cinematic path and whether you are a big fan of horror films?

I began as an actor — something I still do from time to time, but it’s less of a focus as writing and now directing have started gain traction. And  I (thankfully) fell into the genre film world by way of the film RESOLUTION. Aaron Moorhead co-directed and DPed that. I’ve always been drawn to the sci-fi side of horror. The Alien franchise is one of my favorites. Aliens is definitely top 2 or 3 for me as far as something that is wildly entertaining, horrific, and at its core a really moving story about motherhood. It packs a powerful theme in a fun and gory ride. If you can manage to tick all those boxes successfully, you’ve made something exceptional.

The short film seems like the perfect intro for a feature-length film. Is that the plan? Or are there other projects that are next on the agenda?

Yes! The feature is currently in the works and I hope to have more news to share on that shortly.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm „Occupant

2 Gedanken zu “Sechs Fragen an Peter Cilella

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