Die „Drachenzähmen leicht gemacht“-Trilogie (2010-2019)

Filmkritik: In diesem Jahr kam der Abschluss der Animationsfilm-Trilogie „Drachenzähmen leicht gemacht“ in die Kinos. Mit „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“ (OT: „How to Train Your Dragon: The Hidden World“, USA, 2019)  findet der Regisseur Dean DeBlois nach den beiden vorhergehenden Teilen „Drachenzähmen leicht gemacht“ (OT: „How to Train Your Dragon“, USA, 2010) und „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ (OT: „How to Train Your Dragon 2“, USA, 2014) einen guten Abschluss und macht aus der Trilogie ein gelungenes Ganzes, obwohl es in der Mitte ein paar deutliche Schwächen gab.

© Universal Pictures International

Im ersten Teil findet Hicks (Originalstimme: Jay Baruchel), der Sohn des Anführers Haudrauf, heraus, dass die Drachen, welche seit vielen Generationen von seinem Heimatdorf Berg bekämpft werden, gar nicht böse sind. Durch seine Freundschaft mit dem einzigen lebenden Nachtschatten Ohnezahn, schafft er es zwischen Drachen und Menschen zu vermitteln und so einen neuen Kurs im Umgang mit den Drachen einzuschlagen. Im zweiten Teil führt die friedliche Koexistenz dazu, dass immer mehr Drachen in Berg ihr neues Zuhause finden. Hicks und seine Freunde u.a. Astrid (gesprochen von America Ferrera), mit der er mittlerweile liiert ist, befreien unzählige Drachen, bis ein neue Gefahr durch einen falsch geleiteten Alpha-Drachen die neue Ordnung zu zerstören droht. Im nun dritten Teil wird Berg mittlerweile zu klein für alle Bewohner, so dass Hicks, mittlerweile Dorfoberhaupt, sich auf die Suche nach der geheimen Welt macht, in der die Drachen in Ruhe leben können. Dabei trifft er nicht nur auf einen Widersacher, sondern auch auf einen weiblichen Nachtschatten, in den sich Ohnezahn sofort verliebt. So könnte es an diesem scheinbar friedlichen Ort zu einem dauerhaften Abschied kommen.

© Paramount Pictures

Die Drachen-Saga beruht lose auf der gleichnamigen Jugendbuchreihe (OT: „How to Train Your Dragon“, 2003-2015) der britischen Autorin Cressida Cowell (*1966), von der bisher zwölf Bücher erschienen sind. Aus der DreamWorks-Schmiede entstand dann 2010 der erste Film der Reihe, der alle Zuschauer mit seiner entzückenden Freundschaft zwischen Mensch und Drache berührte und die Wikinger-Welt mit all den Klischees wunderbar auf den Kopf stellte. Der erste Teil, der auch abgerundet genug war, um an dieser Stelle die Geschichte enden zu lassen, endete mit einem harmonischen Zusammenleben zwischen Mensch und Tier. Dieses Verhältnis bekam im zweiten Film eine unangenehme Note. Immer mehr wurden hier die Drachen, so wie auch andere Tiere, für die Zwecke der Menschen eingesetzt. Auch mit seiner Nebengeschichte, welche von der Verantwortung, der sich der junge Krieger stellen sollte, und einer möglichen Familienwiedervereinigung handelte, halfen nicht über die unangenehme Note hinweg. Die Moral der Geschichte, dass Tiere nicht aus ihrer Natur heraus können, machte den zweiten Teil zum Schlechtesten der Trilogie. Glücklicherweise wird es in dem dritten Teil wieder etwas revidiert. Die Freiheit der Geschöpfe steht dabei im Vordergrund und liefert gleich noch die Erklärung warum wir heutzutage keinen Drachen mehr begegnen. Die Animationsfilm-Reihe folgt dabei den klassischen Pfaden einer Coming-of-Age-Geschichte gepaart mit einer Underdog-Geschichte, wie sie vor allem in Animationsfilmen beliebt ist. Hinzu kommt die stereotypische Annäherung zweier eigentlich verfeindeten Spezies. Doch trotzdem, dass alle Elemente bekannt sind, schafft es der Regisseur Dean DeBois (*1970), der auch an allen Drehbüchern mitgeschrieben hat, eine Animationsfilm-Reihe zusammen zu mixen, die wunderbar unterhalten kann.

© Universal Pictures International

Das verdankt die Reihe selbstverständlich auch ihren großartigen Filmbildern. Die 3D-Animationen erwecken die Wikinger-Welt zum Leben. Dabei schaffen die Filmemacher Bilder, die nicht nur kindgerecht sind – teilweise sind die Aufnahmen auch dunkel und nicht unbedingt für jüngere Zuschauern zu empfehlen. Dadurch können sich auch Erwachsene wunderbar mit dem Stil anfreunden, der zwischen kunterbunter Übertreibung und ansprechender Ausgestaltung changiert. Die Figuren sind dabei typisch in ihren Merkmalen übertrieben dargestellt. Doch die Umgebungsaufnahmen und das einheitliche bunte Tummeln wird wunderbar eingefangen und durch den Einsatz von 3D noch unterstützt. Wie sich die dahinterstehende Technik stetig weiterentwickelt, kann man über die Jahre durch die drei Teile ebenfalls sehr gut sehen. Doch die größte Stärke ist der Drache Ohnezahn. Dieser ist in seiner Mimik, seinem Wesen und natürlich seiner perfekten Umsetzung Bezugspunkt Nummer Eins in den Filmen. So verwundert es nicht, dass nicht nur Kinder den Drachen in ihr Herz geschlossen haben, sondern auch die erwachsenen Zuschauer große Ohnezahn-Fans sind. Im Gesamten ist das Gewand, das der erfahrene Animationsfilmer Dean DeBois für diese Filme wählte, gepaart mit einer klassischen Underdog-Geschichte, die aber dann doch an der ein oder anderen Stelle noch überraschen kann, verantwortlich für die gelungene Wirkung der Reihe, von der es der erste Teil sogar bis zu einer Oscarnominierung als ‚Bester Animationsfilm‘ im Jahr 2011 geschafft hat. 

© Universal Pictures International

Fazit: Die „Drachenzähmen leicht gemacht“-Trilogie hatte 2010 mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ einen starken Auftakt. Mit wunderschönen Animationsbildern versehen, wurde hier eine klassische Coming-of-Age-Geschichte mit einer ungewöhnlichen Freundschaft verbunden. Der liebenswerte Drache Ohnezahn trägt den Zuschauer auch noch durch die beiden nachfolgenden Geschichten, deren Ausgestaltung immer wieder sehr ansprechend ist. Doch leider verschlechtern sich die Filme auf der erzählerischen Ebene. Der zweite Teil „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ wirkt zu bemüht und vermittelt sogar die falsche Botschaft. Davon erholt sich der dritte Teil „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“ wieder, schafft es aber nicht die Unbeschwertheit des ersten Teils, trotz liebgewonnener Charaktere wieder zu erlangen. Doch im Gesamten kann sich die 3D-Animationsfilmreihe sehen lassen und bei Groß und Klein für gute Unterhaltung sorgen.

Die „Drachenzähmen leicht gemacht“-Trilogie:

„Drachenzähmen leicht gemacht“ (2010)

Bewertungen: 8/10

Kinostart: 25. März 2010

Trailer zum Film „Drachenzähmen leicht gemacht“:

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„Drachenzähmen leicht gemacht 2“ (2014)

Bewertungen: 5/10

Kinostart: 24. Juli 2014

Trailer zum Film „Drachenzähmen leicht gemacht 2“:

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„Drachenzähmen leicht gemacht: Die geheime Welt“ (2019)

Bewertungen: 6/10

Kinostart: 7. Februar 2019 / DVD-Start: 13: Juni 2019

Trailer zum Film „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“:

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geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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