„Die letzten Kinder im Paradies“ (2019)

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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2019

Filmkritik: Mit dem fast 30-minütigen Kurzfilm „Die letzten Kinder im Paradies“, gesehen auf dem 30. Bamberger Kurzfilmtagen, schuf die deutsche Filmemacherin Anna Roller eine berührende Coming-of-Age-Geschichte und überzeugt mit inszenatorischem Geschick.

Die 14-jährige Leah (Lea Drinda) verbringt mit ihrem kleineren Bruder Theo (Moritz Licht) die lauen Sommertage bei ihrer Großmutter (Doris Buchrucker), welche abgeschieden im Wald lebt. Ein Schicksalsschlag zwingt die beiden aber schneller als erwartet erwachsen zu werden und vor allem Leah muss jetzt entscheiden, wie es nun weitergehen soll.

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Anna Roller (*1983), die gemeinsam mit Wouter Wirth das Drehbuch geschrieben hat, schuf mit „Die letzten Kinder im Paradies“, ihren vierten Kurzfilm, eine Coming-of-Age-Geschichte, die berühren kann. Durch eine gewisse Zeitlosigkeit erinnert der Film dabei an eigene Erfahrungen und besitzt trotzdem etwas, was auch im Hier und Jetzt passieren kann. Die Unbeschwertheit eines Urlaubs bei Verwandten wird gut eingefangen und gleichzeitig fängt sie die abrupte Notwendigkeit ein, die Kindheit hinter sich zu lassen, wo sich Leah doch gerade an der Schwelle von Kind zu junger Frau befindet. Dafür findet die Regisseurin, mit der Location in der Umgebung von München, die richtige Bildsprache. Die Kameraarbeit von Felix Pflieger fängt die Weiten des Waldes genauso wunderbar ein, wie die Gesichter seiner jungen Protagonisten. Diese werden hervorragend von den Jungdarstellern Lea Drinda und Moritz Licht verkörpert, welche den Figuren so viel Authentizität verleihen, dass es unter die Haut geht. Im Gesamten besitzt Roller das richtige Gespür für Dramaturgie, lässt das Geschehen langsam in einen Höhepunkt münden und stattet ihre Geschichte mit talentierten Schauspielern und einer passenden Bildsprache aus, so dass ein berührender Kurzfilm entstand.

Fazit: Die Geschichte zweier Kinder, die urplötzlich auf sich gestellt sind, erzählt die Regisseurin Anna Roller in ihrem Kurzfilm „Die letzten Kinder im Paradies“. Dabei schafft sie es, die Coming-of-Age-Geschichte durch eine zeitlose Ausstattung, eine gut gewählte Location und einen hervorragenden Cast zum Leben zu erwecken und damit die Zuschauer in die Geschichte hineinzuziehen.  

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Die letzten Kinder im Paradies“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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