„Holy Frit“ (2021)

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Filmkritik: Die zweistündige Dokumentation „Holy Frit” (OT: „Holy Frit“, USA, 2021), die auf dem Slamdance Film Festival 2021 ihre Premiere feierte, ist das Portrait über die Entstehung des weltweit größten Buntglasfenster und zeigt, wie es entwickelt und gebaut wurde. Der Regisseur Justin Monroe bietet damit einen beeindruckenden Einblick in das aktuelle Kunstgeschehen.

Der Künstler Tim Carey hat sich nach Jahren in denen er klassische Gemälde-Kunst schuf, den Judson Studios in Los Angeles angeschlossen, das Buntglasfenster herstellt. 2014 erhalten sie den Auftrag ein Buntglasfenster für die neue Kirche der United Methodist Church of the Resurrection zu bauen, was das größte Buntglasfenster der Welt werden soll. Nachdem das Motiv erdacht und abgesegnet wurde, ging es dann an die Herstellung des Fenster mit einer Größe von 31×11 m² und 161 Einzelfenstern. Doch die klassische Technik, wie man Buntglasfenster bemalt, in dem man die einzelnen farbigen Platten zusammenfügt, funktioniert hier nicht. Deshalb geht Tim auf Narcissus Quagliata zu, der eine besondere Technik der Bemalung von Glas entwickelt hat.

Die Dokumentation von Justin Monroe, auch bekannt für seine Doku „The Rock ‘n’ Roll Dreams of Duncan Christopher“ (2010), begleitet die Erschaffung dieses riesigen Fensters von seinen Anfängen bis zur Einweihung der Kirche. Mit einer Laufzeit von zwei Stunden nimmt sich Monroe die Zeit die Entwicklungen, die Fortschritte und auch Rückschläge genau zu dokumentieren. Dabei wird der Film nie langweilig, sondern schafft es mit einer lockerleichten Erzählart, vielen interessanten Details und auch immer wieder auftretenden Hindernissen die Spannung hoch zu halten, ob Tim Carey und sein Team es schaffen können, dass das Fenster fertig wird und dann auch noch zum vereinbarten Zeitpunkt? Auch raubt einem das Projekt, auch wenn man nicht religiös ist, den Atmen, aufgrund seiner schieren Größe und der jahrelangen Arbeit, die darin steckt. All das und auch ein paar private Details, zudem Führungsgerangel und den äußeren Druck von den Auftraggebern steckt in der Geschichte. Mit klassischen Dokumentarfilmaufnahmen, in denen sich Interviews und Beobachtungen abwechseln, fängt Monroe all das ein und kann mit dieser Doku, welche ihre Premiere auf der Online-Ausgabe des Slamdance Filmfestival 2021 feierte, begeistern und den Blick für diese Art Kunst schärfen, so dass man Kirchenfenster u.ä. danach ganz mit Sicherheit anders betrachten wird.

Narcissus Quagliata und Tim Carey

Fazit: „Holy Frit“ ist die spannende und unterhaltsame Dokumentation über die Entstehung des größten Buntglasfensters der Welt. Von der Konzipierung, zu dem Einüben neuer Methoden und mit einem Auf und Ab von Fort- und Rückschritten erzählt der Regisseur Justin Monroe mit viel Schwung von einer langjährigen Projekt und zeigt, dass auch die Entstehung von Kunst so spannend wie ein Krimi sein kann.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Film „Holy Frit“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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