„Chaos City“ (Staffel 1-6, 1996-2002)

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Serienkritik: Die Sitcom „Chaos City“ (OT: „Spin City“) wurde in sechs Staffeln produziert, gewann mehrere Auszeichnungen und erzählt von dem bunten Treiben im New Yorker Rathaus. Auch wenn die Serie etwas in die Jahre gekommen ist, lohnt sich eine Entdeckung, denn viele bekannte Gesichter spielen mit oder haben Gastauftritte. 

Randall Winston (Barry Bostwick) regiert als Bürgermeister New York, was ihm nicht so gut gelingen würde, wenn er nicht Mike Flaherty (Michael J. Fox) als seinen Stellvertreter und rechte Hand bei sich hätte. Der schmeißt insgeheim den Laden und zusammen mit dem Pressesprecher Paul Lassiter (Richard Kind), dem Minderheitenbeauftragten Gordon (Michael Boatman), einem schwuler Afroamerikaner, und den Mitarbeitern Stuart (Alan Ruck), James (Alexander Chaplin) und Nikki (Connie Britton) rückt er die Arbeit des Bürgermeisters immer ins beste Licht und bekämpft die eine oder andere Krise mit viel Standhaftigkeit und Humor. Auch sein Nachfolger Charlie (Charlie Sheen) und an seiner Seite Caitlin (Heather Locklear) bedienen sich des gleichen Prinzips und unterstützen Winston über die letzten Jahre seiner Amtszeit.

Die aus insgesamt 145 Folgen bestehende amerikanische Sitcom „Chaos City“, auch in Deutschland unter dem Originaltitel „Spin City“ bekannt, stammt aus der Hand von Bill Lawrence (*1968), der u.a. danach noch „Friends“ (1994-2004), „Scrubs – Die Anfänger“ (2001-2010) sowie „Ted Lasso“ (2020) geschaffen hat. Er erzählt in den knapp 22-minütigen Folgen vom Alltag hinter den Kulissen im New Yorker Bürgermeisterbüro. Dabei greift er Themen wie Öffentlichkeitsarbeit, Spenden, Pressekonferenzen, Imagekontrolle und Stadtentwicklung auf und eröffnet einen schmalen Einblick in die Komplexität der Arbeit. Doch das steht nicht im Vordergrund der Serie. Es geht hier vor allem um die teils sehr schrulligen Charaktere, ihr Privatleben und vor allem in welche amüsante Fettnäpfchen sie immer wieder treten. Diesem Konzept bleibt die Serie auch bei wechselnder Belegschaft treu. Denn Michael J. Fox, der Hauptdarsteller der ersten vier Staffeln, musste aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung seine Rolle an Charlie Sheen abtreten. Aber auch diesen harten Bruch schafft die Serie zu überbrücken, so dass auch die letzten Staffeln funktionieren, obwohl durch den Abgang von Fox etwas vom Charme und Liebenswürdigkeit verloren gegangen sind. Jede Folge ist dabei vor allem unterhaltsam und nur selten schwingen ernste Töne mit. Jede Hürde wird mit viel Humor genommen und dabei kräftig mit Klischees und Stereotypen gespielt. Trotz großer Vorhersehbarkeit sind die Folgen leichtfüßige Unterhaltung, bei der man sich zwar manchmal fremdschämt, aber meistens schmunzeln muss. Schade nur, dass man der Serie schon ihr Alter anmerkt und so manches aus heutiger Perspektive nicht mehr so gut funktioniert.

Dass es sich trotzdem lohnt, sie anzuschauen, verdankt die Serie vor allem ihrem Cast. Michael J. Fox (*1961), der sich mit der Trilogie „Zurück in die Zukunft“ (1985-1990) in viele Herzen gespielt hat, gibt hier den charmanten Chaosbeseitiger, der mit der Presse genauso umzugehen weiß, wie mit seinem Personal und dem doch öfters verpeilten Bürgermeister. Er ist das Herzstück der Serie und durch ihn funktionieren auch die teilweise sehr überzeichneten anderen Figuren. Nach und nach lernt man sie und ihre Marotten kennen, schlägt sich zuweilen an die Stirn, aber durchsteht mit ihnen den turbulenten Arbeitsalltag. Auch das Private ist bei dieser Sitcom immer wieder ein Thema. Durch wechselnde Beziehungen besuchen immer neue Gaststars die Serie, u.a. nimmt Carla Gugino (Spuk in Hill House) die Rolle von Mikes erster Freundin ein und später Alyssa Milano ( „Charmed“ (1998-2006)) ist später an der Seite von Charlie zusehen. Charlie Sheen übernahm die Rolle von Fox und führt sie ganz in seinem damals bereits gefestigten Image fort, was man später noch bei der Serie „Two and a Half Men“ (2003-2011) oder dem Film „Charlies Welt“ (2012) sehen konnte. Einer der besten Gastauftritte ist der von Christopher Lloyd, dem Schauspielerkollegen aus „Zurück in die Zukunft“ (1985-1990). Im Gesamten ist „Chaos City“ von der Umsetzung her eine typische Sitcom, die sich in den gleichen Innenräumen abspielt und nur wenig von der eigentlichen Stadt zeigt (die späteren Staffeln wurden sogar nicht einmal mehr in New York gedreht). Im Zentrum der Geschichten stehen der Humor und die bunte Truppe aus Stereotypen. Durch die gute Besetzung kann die Serie gut unterhalten, entführt einen auch etwas zurück in die Zeit und man kann viele SchauspielerInnen in jungen Jahren hier wieder entdecken.  

Bree Turner, Charlie Sheen, Heather Locklear und Perry King

Fazit: Die amerikanische Sitcom „Chaos City“ setzt das bunte Treiben in dem New Yorker Bürgermeisterbüro in Szene und erzählt in kurzen Episoden von all der Arbeit, die als rechte Hand des Bürgermeisters anfällt. Mit vielen Klischees, Stereotypen, Humor (der auch mal unter die Gürtellinie geht), aber auch liebenswürdigen Charakteren, pointierten Witzen und vielen großartigen Gastauftritten ist die Serie gute Zwischendurch-Unterhaltung, deren Alter man ihr ansieht, aber das gehört irgendwie auch zum Charme der Serie dazu. 

Bewertung: 3/5

Trailer zur Staffel 1-6 der Serie „Chaos City“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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