„Vox Humana“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / USA, Singapur, Philippinen / Fiktion / 2024

Filmkritik: Der philippinische Kurzfilm „Vox Humana“ von Don Josephus Raphael Eblahan, der auf dem 37. Filmfest Dresden 2025 mit dem Goldenen Reiter der Jugendjury ausgezeichnet wurde, ist eine ungewöhnliche Geschichte über das Verhältnis von Mensch und Natur.

Nach einem Erdbeben findet die Polizei in den Wäldern einen scheinbar gefährlichen, wilden Mann (Bruce Venida). Eine Zoologin (Sasa Cabalquinto) wird zu Rate gezogen, da sie als einzige seine Sprache spricht. 

Der 22-minütige Kurzfilm von Don Josephus Raphael Eblahan, der auch das Drehbuch dazu geschrieben hat, spielt in einer von der Realität entrückten Welt. Dabei wird nicht genauer erklärt, ob es sich hier um eine Zukunftsvision handelt. Um die Ereignisse erfassen zu können, braucht es dieses Wissen aber auch nicht. Das Unbekannte und Nicht-Authentische verstärkt die mysteriöse Geschichte über Menschen, die sich von der uns bekannten Zivilisation abgewandt haben. Die Begegnung der Städterin mit dem wilden Mann ist eine Begegnung zwischen Mensch und Natur. Wie sieht unser Verhältnis zu unserer Umwelt aus? Wie und warum wollen wir das Wilde zähmen? Der Look des Films schmiegt sich wunderbar in diesen Zwischenraum zwischen Märchen und Realität ein. Die geschaffenen Bilder, da Worte hier auch keine gewichtige Bedeutung haben, transportieren die Geschichte mit enormer Wucht und hinterlassen einen mysteriösen Nachklang. 

Fazit: „Vox Humana“ ist ein Kurzfilm von Don Josephus Raphael Eblahan, der sich mit seinen starken Bildern und seiner Geschichte mit dem Verhältnis von Mensch und Natur beschäftigt. Dabei wählt der Regisseur keine Inszenierung als realitätsnahes Drama, sondern zeigt eine mysteriöse, vermutlich zukünftige Welt, die zusätzlichen Reiz ausstrahlt.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Vox Humana“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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