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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Neun Tage im August“ von Ella Knorz, der seine Deutschlandpremiere auf dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 feierte, ist ein gelungener Film, der Stil und Geschichte wunderbar zusammenbringen kann.
Der 18-jährige Lea (Marie Nadja Haller) freut sich zusammen mit ihren Freund:innen auf einen unbeschwerten Sommer nach dem Schulabschluss. Diese verbringt sie beim Feiern, im Freibad und unterwegs in der Stadt. Nur eine Sache stellt sich der Unbeschwertheit in den Weg: Die Bürokratie, um einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen.
In 17 Minuten erzählt der deutsche Kurzfilm „Neun Tage im August“ von einem gewollten Schwangerschaftsabbruch. Während Franzis Kabisch mit „getty abortions“ als Desktop-Film dokumentarisch von diesem Thema erzählt und Emma Bading in „Shut Up and Suffer“ Fantasy-Elemente eingebaut, entschied sich Knorz, welche auch das Drehbuch geschrieben hat, dies als sehr realitätsnahen Spielfilm zu inszenieren. Das Publikum begegnet hier keiner unsicheren Person, deren Entschluss noch nicht steht, sondern jemanden, der fest entschlossen ist und eine Entscheidung gefällt hat. Es geht um die darauf folgende Bürokratie, nicht um die Entscheidung selbst. Ihre Geschichte erzählt die Filmemacherin in kurzen Vignetten aus dem Leben der jungen Frau, in denen sich die Szenen schnell abwechseln und nur mit wenigen Bildern umrissen werden. Dazu passt auch wunderbar die Kreisform, welche die ganze Optik des Films bestimmt. Es entsteht eine starke Fokussierung auf die Hauptperson (wunderbar von Marie Nadja Haller gespielt), die sich mehr als üblich mit sich selbst und ihrem Körper auseinandersetzen muss. So gehen hier Form und Geschichte wunderbar Hand in Hand und der Film thematisiert mit Leichtigkeit und auch einer gewissen Verspieltheit die reformbedürftigen Vorgänge bei einem Schwangerschaftsabbruch.
Fazit: „Neun Tage im August“ ist ein Kurzfilm von Ella Knorz, die sich mit der umständlichen Bürokratie einer Abtreibung beschäftigt und dafür eine gelungene und schöne Inszenierung findet, welche die Geschichte perfekt untermalt.
Das nächste Festival, auf dem der Kurzfilm „Neun Tage im August“ zu sehen sein wird, ist die 31. Internationale Kurzfilmwoche Regensburg (20. – 30. März 2025). Danach ist er auf vielen weiteren Festivals zu Gast.
Bewertung: 7,5/10
Trailer zum Kurzfilm „Neun Tage im August“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb Kurzfilm‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Fünf Fragen an Ella Knorz‘, testkammer.com, 2025
- Eintrag des Kurzfilms „Neun Tage im August“ auf der Website der Regisseurin Ella Knorz