„Sauna“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Das dänische Drama „Sauna“ von Mathias Broe, dass mit dem Queer-Filmfestival unterwegs war und jetzt regulär in den Kinos startet, beschäftigt sich mit zwei Menschen, die sich kennen und liebenlernen, aber dabei auf diverse Hürden stoßen.

Der blonde Johan (Magnus Juhl Andersen) ist jung und schön und arbeitet in einer Schwulensauna, die als Treffpunkt für erotische Begegnungen dient. In der Schwulenszene Kopenhagens kann er das Singleleben ausschöpfen, aber er sehnt sich nach einer festem Beziehung. Als ihm William (Nina Terese Rask) begegnet, entwickelt sich schnell eine Verbindung. Aber neben den typischen Problemen in einer aufkeimenden Beziehung, kommen hier noch einige falsche Entscheidungen und vor allem Hürden hinzu, denn William ist ein Transmann und steht noch vor seiner Transition. 

Christian Geisnaes

Magnus Juhl Andersen und Nina Terese Rask

Der dänische Regisseur und Drehbuchschreiber Mathias Broe verfilmt hier mit seinem zweiten Spielfilm den gleichnamigen Roman (2021) von Mads Ananada Lodahl und baut seine eigene Beziehung mit einem Transmann in die Geschichte ein. Der Spielfilm ist ein realistisches Portrait der Schwulenszene Kopenhagens. Er zeigt die Vorzüge und Annehmlichkeiten, die ein Leben, gerade als ein junger, queerer Mann, in der Großstadt mit sich bringt. Aber schnell geht es in diesem Film dann um mehr. Es geht um Annäherung, darum, wie man einen dauerhaften Partner findet, und welche Hürden sich auftun, wenn man die nächsten Schritte gehen will. Außerdem baute Broe das Thema Transition um die Figur Williams ein. Er zeigt auch auf, dass es eine intolerante Kluft zwischen schwulen Männern und schwulen Transmännern gibt. Wir begleiten Johan und William auf ihrem gemeinsamen Weg, leider macht es Johan einem sehr schwer, an seiner Seite (vor allem emotional) zu bleiben. Er reagiert zu oft über, handelt unüberlegt und verliert so schnell alle Sympathien. Er schafft es, angespannte Situationen immer noch schlimmer zu machen. Das schadet dem Film in der Hinsicht, dass man sich nicht erklären kann, warum William an ihm festhält. So entsteht ebenso ein Gefühl von Länge und eine gewisse Aussichtslosigkeit, wie der Film zu einem guten Ende kommen kann.

Nicolai Lok

Magnus Juhl Andersen und Nina Terese Rask

Broer vermarktet den Film als ersten dänischen Film mit einer Transperson in der Hauptrolle. Es war für ihn elementar wichtig, dass diese Geschichte auch mit einem Transmann in der Hauptrolle besetzt wird. Mit der nichtbinären Darstellenden Nina Terese Rask haben sie einen perfekten William gefunden, der das Thema Transsexualität und Transition lebendig vermittelt und zeigt, wie schwierig dies und wie enervierend die Prozesse dahinter sein können. Hier baut der Regisseur Broe eine klare Kritik am Staat ein, da manche bürokratische Vorgänge unnötig kompliziert und langwierig sind. Ganz in diesem Sinne ist der Film sehr realistisch inszeniert und wurde On-location gedreht. So stimmt die Atmosphäre im Film und zeigt ein queeres Drama, das sich auf authentische Weise mit wichtigen Themen beschäftigt, aber aufgrund der Figurenzeichnungen an Energie verliert.

Nicolai Lok

Magnus Juhl Andersen

Fazit: „Sauna“ ist ein dänisches Drama rund um die Themen Queer-Sein in Dänemark, Transsexualität und Beziehungen. Dabei schafft es der Regisseur Mathias Broe die Szene authentisch einzufangen und schwächelt nur in der Figurenzeichnung und der Beziehungsschilderungen, so dass der Film ein paar unnötige Längen besitzt. 

Bewertung: 6/10

Trailer zum Film „Sauna“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

  • Eintrag des Films „Sauna“ beim Queerfilmfestival
  • Wikipedia-Artikel über den Film „Sauna
  • Wikipedia-Artikel über den Film „Sauna“ (englisch) 
  • Eintrag des Films „Sauna“ beim Verleiher Salzgeber
  • Konrad Kögler, ‚Sauna‘, daskulturblog.com, 2025
  • Olivia Popp, ‚Mathias Broe • Director of Sauna‘, cineuropa.org, 2025

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