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Filmkritik: Der Spielfilm „Das perfekte Geschenk“ von Raphaële Moussafir und Christophe Offenstein ist eine typische, französische Komödie, die sich mit viel Slapstick und Albernheiten einer Familie und deren Einzelgeschichten rund um die Themen Liebe und Beziehungen widmet und das alles in der stressigen Weihnachtszeit.
Zwei Tage vor Weihnachten sind alle Familienmitglieder der Stain-Familie noch dabei, die passenden Geschenke zu finden und sich für die Feiertage zu wappnen. Das Familienoberhaupt Michel (Gérard Darmo) hat ständig Angst, bald sterben zu müssen, und seine Frau Françoise (Chantal Lauby) hat akzeptiert, dass die schönsten Geschenke wohl Vorsorgeuntersuchungen sind. Der einzige Sohn der Familie, Jérôme (Max Boublil), ist etwas nervös, da er seine neue Freundin, das Popsternchen Oceane (Vanessa Guide), seiner Familie, im Besonderen der aus Deutschland geflüchteten Tante Rivka (Liliane Rovère) vorstellen will. Während Julie (Mélanie Doutey) in einer Ehekrise steckt, wird Charlotte (Camille Lellouche) von ihrer Familie und Freunden immer wieder mit ihrer Beziehungslosigkeit konfrontiert.
Ein klassisches Rezept für eine französische Komödie, die vor allem unterhaltsam sein möchte, ist eine größere Familie, deren Familienmitglieder alle ihr Päckchen zu tragen haben. Man denke dabei an Filme wie „Monsieur Claude & seine Töchter“ (2014) und „Willkommen bei den Sch’tis“ (2008), welche die gleiche Humor-Klaviatur spielen. In knackigen 84 Minuten erleben wir mit der Familie die zwei Tage vor Weihnachten, samt Geschenke-Stress, Therapie-Stunden und vielen verbalen Gefechten. Dabei sind ihre Probleme und Wehwehchen eher belanglos und greifen natürlich auf bekannte, stereotype Themen zurück. Man sieht dieser Familie auch an, dass es ihr nie an etwas gemangelt hat, was alle Konflikte und vor allem diese albernen Therapie-Sitzungen noch bedeutungsloser macht. Der Humor changiert dabei zwischen pointierten, funktionierenden Wortwitz und Fremdschäm-Momenten. Am Ende wartet der Film mit einem Wohlfühl-Happy-End auf, das das Publikum in die eigene Weihnachtszeit entlässt. Inszeniert ist der Film dabei in schönen Bildern, mit schönen Menschen in schönen Wohnungen. Realitätsanspruch und ein Gefühl für wahre Sorgen werden hier absichtlich außen vor gelassen. Dabei kann man sich als Zuschauer:in trotzdem angesprochen fühlen, wenn man vielleicht ähnliche Geschenke- oder Familien-Sorgen hat, aber vor allem will der Film dem Publikum eine vergnügte Zeit bescheren, dazu muss man lediglich den gleichen humoristischen Sinn mitbringen.
Fazit: „Das perfekte Geschenk“ ist eine klassische, französische Komödie von Raphaële Moussafir und Christophe Offenstein, die mit Sicherheit mit ihrem pointierten bis albernen Humor, einer Wohlfühl-Botschaft und der stimmigen Inszenierung ihr Publikum erreichen kann. Wer aber bisher keine Schwäche für solche Filme besitzt, wird sich auch hierfür nicht erwärmen können.
Bewertung: 4/10
Kinostart: 13. November 2025
Trailer zum Film „Das perfekte Geschenk“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel zum Film „Les Cadeaux“
- Eintrag des Films „Das perfekte Geschenk“ beim Filmverleih Neue Visionen
- Gaby Sikorski, ‚Kritik zu Das perfekte Geschenk: Drei Dildos sind nicht automatisch lustiger als einer!‘, filmstarts.de, 2025

