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Interview: Im Gespräch mit dem Regisseur Philip Clyde-Smith und der Drehbuchautorin Eliza Power konnten wir mehr über ihren Kurzfilm „A Hand to Hold“ erfahren, der im Genre-Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestivals 2026 zu sehen war, erfahren. Wie sie als Team zusammenkamen, wie wichtig irischer Humor für den Film war und warum sie sich für handgemachte Effekte für ihre Dark Comedy entschieden haben.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu eurem Kurzfilm entstanden?
Eliza: Während des Lockdowns arbeitete ich an einer Comedyserie für einen britischen Sender, die in einem ländlichen irischen Dorf spielt. Ich wurde ständig gebeten, meine Figuren zu verjüngen, was eine ganz normale Gemeinde praktisch in die „Midwich Cuckoos“ verwandelte; alle wurden so umgestaltet, dass sie unter 21 Jahre alt waren. Aus Frustration beschloss ich daher, ein paar Szenen über ein älteres Ehepaar und dunkle Geheimnisse rund um ihre Ehe zu schreiben, um zu sehen, ob ich daraus eine schwarze Comedy-Serie machen könnte. Sobald sich die beiden Figuren an den Händen hielten, machte es Klick – und meine Liebe zu den alten Hammer-Filmen und dem Horror der 80er Jahre sprudelte nur so hervor. Ich schrieb das Drehbuch an einem Tag. Es hat so viel Spaß gemacht, es zu schreiben, aber ich habe es dann für ein paar Jahre völlig vergessen, bis mein Agent, Jonathan Sieff, mir empfahl, es bei einigen Drehbuchfestivals einzureichen. Es gewann nach und nach einige Preise, und Phil wurde darauf aufmerksam!
Phil: Vor ein oder zwei Jahren war ich auf der Suche nach einem eigenständigen Spielfilmprojekt. Ich wollte schon immer den Sprung von der Regie bei Fernsehwerbung und anderen Formaten zum Film schaffen. Ich hatte bereits bei einem anderen Projekt mit Eliza zusammengearbeitet und schrieb ihr eine E-Mail mit der Frage: „Hast du ein Drehbuch für einen eigenständigen Horrorfilm?“ Sie antwortete mit Ja, schlug aber vor: „Warum arbeiten wir nicht erst einmal an einem Kurzfilm?“ Sie schickte mir „A Hand to Hold“, und das war’s dann.
Wie wichtig sind das Irische und der irische Humor für den Film?
Phil: Ich persönlich bin in einer katholischen Familie mit irischen Wurzeln aufgewachsen. Meine Mutter war eines von acht Kindern. Tatsächlich heiratete meine protestantische Großmutter einen katholischen Mann. Ich habe die Figuren aus dem Film in meiner Familie wiedererkannt, den irischen Humor: trocken, sarkastisch und selbstironisch, der stark im Geschichtenerzählen verwurzelt ist.
Eliza: Das ist unglaublich wichtig für diesen Film. Ich habe schon immer irische Figuren und Geschichten in meine Texte einfließen lassen, da mein Vater in New Ross, Wexford, geboren und aufgewachsen ist und meine Mutter in London als Tochter irischer Eltern aus Kerry und Tipperary zur Welt kam. Ich habe diese Figuren kennengelernt und bin mein ganzes Leben lang mit diesen Stimmen aufgewachsen. Ich sollte erwähnen, dass Moira und Patrick nicht auf meinen lieben Eltern basieren! Aber es gibt definitiv Anklänge, die man wiedererkennt. Ich habe Verwandte, von denen ich mich absolut inspirieren ließ. Seit ich ein Baby war, fahre ich etwa acht Mal im Jahr nach Irland, habe so viele unglaubliche Menschen kennengelernt und unzählige urkomische Geschichten gehört, sodass man diesen Humor und diese Tonart einfach aufnimmt.
Die handgemachten Effekte sind großartig – könnt ihr mir davon erzählen?
Phil: Ja, wir wollten von Anfang an immer Anspielungen auf Filme wie „Das Ding aus einer anderen Welt“ einbauen. Die Spezialeffekte mussten direkt vor der Kamera entstehen und durften nicht in der Postproduktion hinzugefügt werden. Ästhetisch gesehen fand ich echte Spezialeffekte vor der Kamera schon immer authentischer als Computergrafiken. Außerdem weckt der „selbstgemachte“ Look mehr Emotionen. Wenn etwas zu perfekt ist, glaubt das Publikum nicht so sehr daran. Ich glaube, das liegt daran, dass wir Menschen unvollkommen sind und uns besser mit Unvollkommenheit identifizieren können. Jedenfalls hat mich Greg Mills, unser großartiger Produzent, mit Eve Pashley in Kontakt gebracht, die schon einige Horrorfilmprojekte gemacht hatte und deren Arbeit fantastisch aussah. Sie ist erst 22. Also habe ich ihr unser Budget vorgelegt und sie hat zugesagt! Sie hat drei Monate lang unermüdlich daran gearbeitet, Prothesen zu bauen, in ihrem Garten explodierende Köpfe zu kreieren und jede Menge Kunstblut herzustellen. Außerdem hat sie ein unglaubliches Team für die Dreharbeiten zusammengestellt. Tatsächlich hat sie während der Dreharbeiten sowohl die Spezialeffekte als auch das Make-up übernommen. Ich kann ihr und ihrem Team gar nicht genug danken.
Was lag euch darüber hinaus visuell am Herzen?
Phil: Ich habe sehr eng mit dem legendären Kameramann Deane Thrusell zusammengearbeitet, mit dem ich schon seit vielen Jahren das Vergnügen habe, zusammenzuarbeiten. Er ist ein visueller Zauberer. Während der dreitägigen Dreharbeiten stand uns nur begrenzt Zeit für den Einsatz verschiedener Ausrüstung zur Verfügung, von einem Kran bis hin zu Super-Zeitlupenkameras usw.. Also haben wir herausgefunden, welche Szenen etwas visuell Besonderes brauchten, und diese Zeit für diese Szenen genutzt. So verändert sich der Film visuell ständig, im Einklang mit den Emotionen und den dramatischen Wendungen. Wir haben wirklich viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt. Es ist eine Freude, Deane am Set zu haben, und er hat uns unzählige Male aus der Patsche geholfen. Danke, Deane, du bist der Beste. Schließlich ist der Film abgeschlossen, aber ich wollte aus dem Raum hinaus in die Welt um sie herum schneiden. Dabei habe ich Zeitrafferaufnahmen der Natur verwendet, um den Wandel und das Wachstum des Monsters darzustellen. Das gibt dem Publikum eine kurze Verschnaufpause, bevor noch mehr Wahnsinn folgt.
Der Cast ist wunderbar und sie schaffen es, den Humor perfekt zu transportieren. Wie habt ihr eure Besetzung gefunden?
Phil: Um ehrlich zu sein, war es die Stärke des Drehbuchs, die uns diese unglaubliche Besetzung beschert hat. Sobald sich ein Schauspieler verpflichtet hatte, folgten die anderen. Wir hatten wirklich großes Glück mit unserer Besetzung. Ich kann ihnen gar nicht genug dafür danken, dass sie einen so großartigen Film gemacht haben. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass Zusammenarbeit wichtig ist und man Schauspielern den Freiraum geben muss, um zu schauspielern. Sie wissen besser als ich, wie man schauspielert, also sollte man ihnen den Raum geben, ihre Arbeit zu machen.
Kannst Du mir am Schluss noch ein bisschen mehr von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Phil: Das klingt sehr klischeehaft. Als Kind habe ich mit meinen Cousins und der Videokamera meines Vaters Filme gedreht. Ich liebte „Die Goonies“ und bin auf der Insel Jersey aufgewachsen. Also haben wir dort an der dramatischen Küste Filme gedreht. Seitdem waren es zu 99 % Ausdauer und zu 1 % Glück. Ich liebe Filme. Es ist ein so großartiges Medium, um Menschen wirklich auf eine emotionale Reise mitzunehmen. Ich liebe es, die Reaktionen des Publikums auf den Festivals zu beobachten, auf denen wir waren. Das ist das beste Gefühl der Welt. Und auch ein riesiges Privileg!
Sind bereits neue Projekte geplant?
Phil: Ja, Eliza und ich arbeiten daran, „A Hand to Hold“ zu einem Spielfilm auszubauen. Außerdem haben wir noch einige andere Kurzfilme (und Spielfilme) in Arbeit. In Eliza habe ich eine echte kreative Partnerin gefunden, und als Regisseur kann ich mir den ganzen Ruhm auf die Fahne schreiben (nur ein Scherz). Neben unserer Arbeit arbeite ich derzeit daran, ein Buch mit dem Titel „A Beginners Guide to Dying“ in einen animierten Dokumentarfilm umzuwandeln. Außerdem arbeite ich gemeinsam mit einer Gruppe anderer Regisseure und Kreativer an einem weiteren düsteren Horrorfilm namens „House of D’Ark“, was besonders aus erzählerischer und technischer Sicht sehr spannend ist.
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „A Hand to Hold“
Interview: In our conversation with director Philip Clyde-Smith and screenwriter Eliza Power, we learned more about their short film “A Hand to Hold,” which was featured in the genre program of the 26th Landshut Short Film Festival in 2026. We discussed how they came together as a team, how important Irish humor was to the film, and why they chose handmade effects for their dark comedy.
How did the idea for your short film come about?
Eliza: I was working on a comedy series for a UK broadcaster during lockdown, set in a rural Irish village. I was continuously asked to de-age my characters, effectively turning a normal community into the Midwich Cuckoos; everyone was redesigned as under 21 years old. So, feeling frustrated, I decided to write a few scenes about an elderly couple and dark secrets emerging about their marriage, to see if I could turn it into a dark comedy series. As soon as the two characters held hands, something clicked – and my love for vintage Hammer and 80s horror poured out. I wrote it in a day. It was so much fun to write, but I promptly forgot about it for a couple of years, until my agent, Jonathan Sieff, recommended I send it to some screenplay festivals. It started winning a few awards, and Phil noticed!
Phil: A year or two ago I was looking for a contained feature film project. I’ve always wanted to move from directing TV commercials and content into film. I had worked with Eliza on another project and I emailed her saying do you have a contained horror feature script? She said yes but why don’t we work on a short first? She sent me „A Hand to Hold„ and that was that.
How important are Irish culture and Irish humor to the film?
Phil: For me personally I grew up in a Catholic family with Irish heritage. My Mum was one of 8 children. In fact my Protestant grandmother married a Catholic man. I’ve seen the characters in the film in my family, the Irish sense of humour: dry, sarcastic, and self-deprecating, rooted very much in storytelling.
Also I think Eliza has a very interesting take on this with her writing:
Eliza: It’s incredibly important to this film. I’ve always included Irish characters and stories in my writing, as my dad was born and raised in New Ross, Wexford, and my mum was born in London to Irish parents from Kerry and Tipperary. I’ve met these characters and grown up with these voices my entire life. I should say that Moira and Patrick aren’t based on my lovely parents! But there are definite kernels of recognition. I have extended family members I absolutely drew inspiration from. I’ve been going to Ireland about eight times a year since I was a baby, meeting so many incredible people and hearing countless hilarious stories, so you absorb that humour and that tonality.
The handmade effects are fantastic. Can you tell me more about them?
Phil: Yes so from the start we had always wanted to reference films like The Thing. The SFX had to be in camera and not done in post. For me aesthetically I always thought real SFX in camera seemed more authentic than computer graphics. Also the homemade feel is more emotional. If it’s too perfect the audience doesn’t believe it as much. I think that’s because as humans we are imperfect and we relate to imperfection better. Anyway, Greg Mills, our fabulous producer, put me in touch with Eve Pashley who had done quite a few horror projects and her work looked amazing. She’s only 22. So I approached her with the budget we had and she said yes! She worked so hard over three months building prosthetics, creating exploding heads in her garden and making a lot of fake blood. She brought in an incredible team for the shoot as well. In fact on the actual shoot she was doing the SFX and the makeup too. I can’t thank her and her team enough.
What else was important to you visually?
Phil: I worked really closely with legendary cinematographer Deane Thrusell who I have had the pleasure to work with for many years. He’s a visual magician. Over the 3 day shoot we could only afford limited time with various equipment from a crane to super slow motion cameras etc. So we worked out what scenes needed something visually different and used that time for those scenes. So the film constantly is changing visually with the emotions and dramatic changes. We really put a lot of time into prep. Deane is a pleasure to have on set and saved the day numerous times. Thank You Deane, you are the best. Finally the film is contained but I wanted to cut out of the room to the world around them. Using time lapse photography of nature to represent the change and growth of the monster. It gives the audience a quick breather before more madness ensues.
The cast is wonderful, and they manage to convey the humor perfectly. How did you find your cast?
Phil: To be honest it was the strength of the script that got us our incredible cast. Once one actor committed others followed. We were really lucky with our cast. Again I can’t thank them enough for making such a great film. Also I am a strong believer in collaboration and allowing actors to act. They know how to act better than me, so give them the space to do their job.
Finally, can you tell me a little more about yourself and how you got into filmmaking?
Phil: It’s very cliched. I used to make films with my cousins as a kid with my Dad’s camcorder. I loved the Goonies and I grew up on the island of Jersey. So we made films on the dramatic coastline there. Since then it’s been 99% perseverance and 1% luck. I love films. It’s such an amazing medium to really take people on an emotional journey. I love watching the audience react at the festivals we’ve been to. It is the greatest feeling in the world. Also a massive privilege!
Are there any new projects in the works?
Phil: Yes myself and Eliza are developing „A Hand to Hold“ into a feature. We also have some other shorts (and features) on the go as well. I have found a true creative partner with Eliza and as the director I can take all the credit (only joking). Outside of our work I am currently developing a book called „A beginners guide to dying“ into an animated feature documentary. Also another dark horror feature called House of D’Ark with a collective of other directors and creatives which is exciting especially from a story and technology point of view.
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „A Hand to Hold„





