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11.-15. März 2026 / Kinopolis, Kinoptikum, Salzstadel
Festivalbericht: Bereits zum 26. Mal fand in diesem Jahr das Landshuter Kurzfilmfestival statt. An sechs Tagen und an drei Spielstätten präsentierte die Festivalleitung, bestehend aus Birgit Horn und Michael Orth, 221 Kurzfilme aus 36 Ländern. Dabei empfing die niederbayerische Stadt 223 Filmschaffende aus 14 Ländern und konnte in diesem Jahr auch einen Besucheranstieg verzeichnen. In den Veranstaltungsreihen blieben sie sich treu und präsentierten eine breite Auswahl an verschiedenen Wettbewerben und Sonderprogrammen. Auch das Kinderprogramm und das Ü60-Programm sowie die Comedy-Kompilationen waren in diesem Jahr wieder am Start und sorgten für gut gefüllte Säle.
D-A-CH Wettbewerb
Im D-A-CH Wettbewerb wurden 47 Kurzfilme aus den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz gezeigt. Der Gewinner des Großen BMW-Kurzfilmpreis war das Drama „Trance“ von Jona Schloßer, welches aus dem Alltag von Rettungssanitäter:innen erzählt und den Stress und die Anspannung auch fürs Publikum spürbar machte. Auf andere Weise fühlt man mit dem Publikumsgewinner „Die gemeinen Kleinigkeiten“ von Florian Moses Bayer mit, der von den alltäglichen Verletzungen im Leben eines übergewichtigen Menschen erzählt und bereits auf dem 47. Filmfestival Max Ophüls Preis 2026 mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde. Auf unterhaltsame Weise beschäftigt sich der Film „Life Life Balance“ (Regie: Leonie Englert) mit dem richtigen Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. Man folgt der eigenwilligen Hauptfigur, gespielt von Svenja Liesau, dabei gern auf ihrem Weg. Viele Kurzfilme im Wettbewerb stellten starke Frauenfiguren in das Zentrum ihrer Handlung – sei es der verspielte „Die Baronesse“ oder der Science-Fiction-Film „Paradise 2030“. Auch Kevin Kochs neuester Film „Mother of a Son“ war zu sehen. Er erzählt auf einfühlsame Weise von der Mutter eines Täters und wie sie versucht, ihren Schmerz über den Verlust mit dessen Tat zu vereinbaren.
Internationaler Wettbewerb
7Auch der Internationale Wettbewerb mit 51 Kurzfilmen aus 28 Ländern war stark vertreten. Den Hauptpreis gewann der philippinische Kurzfilm „Agapito“ von Arvin Belarmino und Kyla Romero. Er erzählt auf überraschende Weise mit beinah dokumentarischer Qualität, aber auch einer Tanzszene von Verbundenheit. Auch der schwedische Kurzfilm „Blueberry“ ist eine Geschichte über Verbundenheit, an einem Ort und zu einem Zeitpunkt, welche nicht nur den Hauptprotagonisten überrascht. Ebenfalls aus Schweden stammt der Kurzfilm „Earworm“ von Patrik Eklund, der von einem starken Befall von ‚Cotton Eye Joe‘ berichtet. Zwei weitere Filme im internationalen Wettbewerb beschäftigen sich mit einem Ausgegrenzt-Sein. Der österreichische „Found & Lost“ folgt einem älteren Einwanderer, der gerne selbst Dinge regelt. Doch schnell wird ihm klar, dass er mit zu viel Eigeninitiative aneckt. Auch der Gewinner des Publikumspreises, „Ricciolidó“ von Francesca Lepore, erzählt von einer kleinen Frau, die immer wieder in dem kleinen Städtchen auffällt und dabei auch lernen muss, sich zu behaupten.
Shock Block
Eine Besonderheit in der deutschen Kurzfilmfestivallandschaft ist das Genre-Programm in Landshut. Dieses Mal konnte man 59 Kurzfilme aus 18 Ländern aus den Bereichen Horror, Science-Fiction, Dark Comedy und Thriller sehen. Es gab kurze, schnell geschnittene und meist witzige Horror-Shorts, die mit dem Genre und den Erwartungen spielen. Darunter der neueste Film von Chris McInroy „Chäir“ und der im Social-Media-Stil gehaltene Film „Puzzle“. Auch der Gewinner des Deadline_Awards war nur fünf Minuten lang. Der Regisseur Hoku Uchiyama erzählt in seinem Horror-Short „Whitch“ von einer Begegnung kurz vor Mitternacht und ein Ritual das unter allen Umständen durchgeführt werden muss. Ebenfalls kurz war auch der Gewinner des Publikumspreises: „What’s in Your Bag“ von Belá Baptiste fängt harmlos an und treibt die Eskalationsspirale dann schnell voran. Einer der stärksten Beiträge im Shock Block war der norwegisch-dänische Science-Fiction-Film „Animalia“. Die Buchadaption erzählt von einer zukünftigen Welt, in der sich viele Menschen auf rudimentäre Instinkte zurück entwickelt haben. Auch das Monster in dem französischen „Winkie“ verständigt sich nicht über Sprache. Als er ein elternloses Kind bei sich aufnimmt und dies zu einer jungen Frau heranwächst, stellt sich die Frage, ob sie bei ihm bleiben sollte. An eine mögliche Zukunft kann die Protagonistin in „Berta“ von Lucía Forner Segarra überhaupt nicht denken, bevor sie Rache geübt hat. Auch die Protagonistin in „Harvester“ (Regie: Charlie Schwan) kann ihre Vergangenheit nicht loslassen und lässt sich deshalb auf ein gefährliches Monster ein. Eher unfreiwillig geht auch der junge George in „Grandma is Thirsty“ auf einen Deal ein, der ihn von seinen Mobbern befreit. In dem niederländischen Coming-of-Age-Drama „Femme“ von Nina Noël Raaijmakers begreift die junge Frau erst richtig, als sie das Unrecht bei einer Kommilitonin bemerkt. Und auch in dem französischen „Oni“ steht eine Heldin im Zentrum der Geschichte, die nicht nur in einer neuen Stadt Fuß fassen muss, sondern sich auch unheimlichen Momenten in ihrer Wohnung erwehren muss. Neben den vielen Spielfilmen gab es auch gelungene Animationsfilme wie „Sisowath Quay“, „TV oder Die Ruhestörung an der Waldbergstraße“, „Future Of…“und „Tuifl“ in der Reihe zu sehen, die das Medium mit den verschiedenen darstellerischen Möglichkeiten für ihre zumeist düsteren Geschichten zu nutzen wissen.
Weitere Wettbewerbe und Sonderprogramme
Der Animationsfilm war auch in einem eigenen Programm vertreten und zeigte dort elf Kurzfilme u.a. „Wish you were Ear“ von Mirjana Balogh, die mit der Idee spielt, dass man nach dem Ende der Beziehung auch ein Körperteil mit der oder dem Ex tauscht. Ums Verlassenwerden geht es auch im Gewinnerfilm des DaHome-Wettbewerbs – „Die letzten Menschen“ von Nicolás Pindeus. Er berichtet von einer Gruppe junger Menschen in einem österreichischen Dorf und wie ihre Wege sie nach und nach auseinander führen. Mit großen Umbrüchen im Leben schlägt sich auch der Held in „Auferstanden aus Ruinen“ von Harry Besel herum, der im Krimi-Special zu sehen war, und wie die Verhältnisse ja aber auch die Gelegenheit ihn zum Verbrecher machten. Auch die beiden Geschwister in „Nose Job“ wollen nur noch einen Deal durchziehen, der aber mächtig schief geht. Auf der anderen Seite des Gesetzes steht Alois Spies, der Held der Kurz-Doku „AG Schmierschriften“, der bereits in den 90er-Jahren illegalen Sprayern im Münchner U-Bahn-Netz auf den Fersen war.
Auch gab es in diesem Jahr wieder einen dreiteiligen DOK-Wettbewerb, der eine enorme Bandbreite an Themen bewies. Der charmante „Menschcomputer“ dokumentiert ein Schülerprojekt, das einen Rechenvorgang in einem Computer mit 99 Schüler:innen nachstellen will. Der persönliche „Eigentlich wollte ich nicht lange bleiben“ von Andreas Grützner erzählt von einer Stelle in einer Nervenheilanstalt in den 1970er Jahren und wie lange er dort geblieben ist. Der Kurzfilm „Asemwald“ portraitiert einen Wohnkomplex in Stuttgart und dessen langjährige Bewohner:innen. Den Preis für den Besten Dokumentarfilm erhielt der deutsch Kurzfilm „Ademi“, der den jungen Ali begleitet, der sich hin und wieder als Dragqueen verkleidet, was in Kasachstan unter Strafe steht. Besonders an dieser 20-minütigen Dokumentation ist das Verhältnis von Sohn und Mutter, die zwar nicht mit seinem Handeln einverstanden ist und trotzdem für ihn da ist.
Weitere Preise
Animation Award
„Sensual“ von Tanja Nuijten
Kinderfilmpreis
„Linie 12“ von Sarah Schulz und Christopher Schmier
Landshuter Zeitung Lokalrunden Preis
„Tandem“ von Rafael Kousz
Bereits auf anderen Festivals gesehen
D-A-CH-Wettbewerb
- „Afterlike“ von Emma Bading und Lasse Lehmann
- „Out of the Blue“ von Kevin Koch
- „Die gemeinen Kleinigkeiten“ von Florian Moses Bayer
- „Preiswerte Lösungen für ein besseres Leben“ von Alex Reinberg und Leni Gruber
Internationaler Wettbewerb
- „Nausea“ von Elliott Louis McKee
- „The Border“ von Daria Sliusarenko
Shock Block
- „Sammi, Who Can Detach His Body Parts“ von Rein Maychaelson
- „Don’t be afraid“ von Mats Udd
- „Birth of a Fire“ von Archibald Martin
Animation Special
- „Karies“ von Aline Höchli
- „9 Million Colors“ von Bára Anna Stejskalová
DaHome
- „Blonde Haare, Blaues Auge“ von Duc Huy Luu
- „Night of Passage“ von Reza Rasouli
Trailer des 26. Landshuter Kurzfilmfestival 2026:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Website des Landshuter Kurzfilmfestival
- Wikipedia-Artikel über das Landshuter Kurzfilmfestival

