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Filmkritik: Der österreichische Kurzfilm „Die gemeinen Kleinigkeiten“ von Florian Moses Bayer stach aus dem Kurzfilm-Programm des 47. Filmfestival Max Ophüls Preis 2026 hervor und konnte auch zurecht gleich zwei Preise gewinnen: Die Auszeichnung als ‚Bester Kurzfilm‘ sowie den Publikumspreis.
Josef (Michael Bauer) ist Klempner und führt ein unaufgeregtes Leben zwischen Arbeit, Weight Watchers und RC-Bahn-Hobby. Die alltäglichen Sticheleien aufgrund seines Übergewichts steckt er meist unkommentiert weg, doch eine Begegnung mit seinem Lieblingsmusikers Monobrother (Monobrother) führt bei Josef zu einem Umdenken.
In dem 21-minütigen Kurzfilm „Die gemeinen Kleinigkeiten“ erzählt der Regisseur Florian Moses Bayer, nach einem eigenen Drehbuch und auch basierend auf eigenen Erlebnissen, vom alltäglichen Leben als übergewichtiger Mensch. Zwischen Weight Watchers und einem anstrengenden Beruf vermittelt der Film wunderbar, dass auch das private Leben von den fiesen Kleinigkeiten, Kritik und Bemerkungen über das Übergewicht geprägt ist. Auch dort, wo Josef am glücklichsten sein könnte, wird ihm das Leben schwer gemacht. Trotzdem wählt der
Regisseur als Genre die Dramakomödie und findet ebenso komische wie bedrückende Momente in diesem Alltag. Inszeniert ist der Film sehr realitätsnah und findet die stimmigen Bilder für die Story: Es wurde im Format 4:3 gefilmt, um die Enge einzufangen, und die Kamera ist nicht beobachtend, sondern begleitend, so dass man sich schnell mit Josef verbunden fühlt. Auch die Darsteller:innen sind sehr gut ausgewählt, allen voran Michael Bauer, der bisher noch in keinem Film mitgespielt hat und es schafft, die innere Verletztheit wunderbar zum Ausdruck zu bringen. Hinzu kommt die Musik des österreichischen Hip-Hop-Musikers Monobrother, der auch eine kleine Rolle im Film selbst spielt. Der Kurzfilm, der zurecht mit zwei Preisen auf dem Filmfestival Max Ophüls ausgezeichnet wurde, erzählt von einem unscheinbaren Leben und wie es sich anfühlt, als übergewichtiger Mensch stetigen Vorurteilen ausgesetzt zu sein.
Fazit: „Die gemeinen Kleinigkeiten“ ist der neueste Kurzfilm von Florian Moses Bayer, der es schafft mit Humor, einer Bildsprache nah an seinem Protagonisten und dem sehr gut ausgewählten Hauptdarsteller Michael Bauer die kleine Verletzungen und das Leben mit Übergewicht einfühlsam, aber auch unterhaltsam einzufangen.
Bewertung: 4/5
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Florian Moses Bayer‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Kurzfilms „Die gemeinen Kleinigkeiten“ beim Filmfestival Max Ophüls Preis
- Eintrag des Kurzfilms „Die gemeinen Kleinigkeiten“ an der Filmakademie Wien
- Carl Rolshoven , ‚SR.de: Die gemeinen Kleinigkeiten (KF)‘, sr.de, 2026