„175“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der schwedische „175“ von Sepehr Nosrati, der als Thriller-Beitrag im Genre-Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestivals 2026 zu sehen war, ist ein spannender wie politisch aufgeladener Kurzfilm. 

Während einer wichtigen Abstimmung im schwedischen Parlament, halten die zwei Schwestern Gabi (Nora Rios) und Rita (Roshi Hoss) das Kind eines Politikers in Gefangenschaft in den Betriebsräumen des persischen Restaurants ihrer Familie. Während dieses zur Tarnung noch im vollen Betrieb ist, hoffen die Revolutionäre, mit ihrer Entführung etwas bewirken zu können. Als zwei Polizisten sich Essen kaufen wollen, eskaliert die Situation. 

Im Gewand eines Genre-Films erzählt der Regisseur Sepehr Nosrati, nach einem Drehbuch von Walter Behrman, von dem Rechtsruck in der Gesellschaft und Politik in Schweden. Über Ländergrenzen hinweg  lässt sich die Geschichte mühelos auch auf andere Länder übertragen, welche diese Veränderungen zur Zeit miterleben. Hier in diesem elfminütigen Kurzfilm steht das Land vor einer entscheidenden Abstimmung. Das neue Gesetz kann mit 175 Stimmen abgesegnet werden. Die Tat der beiden jungen Menschen mit Migrationshintergrund ist eine Verzweiflungstat. Demonstrationen und andere legale Mittel haben keine Früchte getragen und so wollen sie nicht tatenlos zu sehen. Aber rechtfertigt das die Entführung eines Kindes? Diese Frage steht dabei ebenso im Raum wie die nach anderen Mitteln oder was es für Konsequenzen für die einzelnen Bewohner:innen eines Landes hat, wenn maßgeblich Gesetze oder Reglementierungen geändert werden. Inszeniert ist das Ganze als packender Thriller: Der Film ist schnell geschnitten und besitzt ein authentisches Setting mit einer grau-blauen Farbpalette. Die Kamera fängt das Chaos auch mit einem gewissen Maß an Desorientierung für die Zuschauenden stimmig ein. Hinzu kommt das überzeugende Spiel aller Darstellenden, welche die Figuren in ihrer Lage in der Kürze der Zeit lebensecht und nahbar spielen. 

Fazit: „175“ ist ein packender Kurzfilm von Sepehr Nosrati, der sich darin mit dem Rechtsruck und dem Rassismus Schwedens beschäftigt. In einem fiktiven Szenario, aber mit vielen Bezügen zur Realität und mit einer temporeichen Inszenierung, schafft er es nicht nur gut zu unterhalten, sondern auch Missstände anzuprangern.

Bewertung: 4/5

Trailer zum Kurzfilm „175“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

  • Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Sepehr Nosrati‘, testkammer.com, 2026
  • Eintrag des Kurzfilms „175“ beim Landshuter Kurzfilmfestival
  • Eintrag des Kurzfilms „175“ beim Distributor ShortsFit

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