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Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „How to kill your family“ von Dominic Witrin, der im Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestivals 2026 zu sehen war, ist ein Ein-Personen-Kammerspiel über die Schwierigkeit mit seiner Familie offen zu sprechen.
Die 27-jährige Monika (Lea Gerstenkorn) ist auch in diesem Jahr zu ihrer Familie zu Weihnachten heimkehrt. Während die restlichen Familienmitglieder noch in der Kirche sind, deckt sie nicht nur den Tisch für das abendliche Weihnachtsessen, sondern übt auch die geplante Unterhaltung über ihr Coming-Out mit ihren Verwandten, denen sie eine Stimme gibt.
Der deutsche Filmemacher Dominic Witrin hat zusammen mit der Autorin Lea Gerstenkorn, welche auch die Hauptrolle übernahm, einen siebenminütigen Kurzfilm geschrieben, der sich mit familiären Zusammentreffen beschäftigt. Nachdem man das Elternhaus verlassen hat, ist das Zurückkommen zu Feierlichkeiten wie Weihnachten manchmal herausfordernd. Gefangen zwischen Traditionen und den Veränderungen im eigenen Leben fällt es oft schwer, Themen anzusprechen. Wir erleben hier eine junge Frau, die im Kopf das kommende Gespräch durchgeht und dabei vermutlich die schlimmsten Reaktionen schon vorab abruft. Die eigene Familie und ihren Gewohnheiten zu kennen, birgt auch die Gefahr, dass man sich schwerer zu sich selbst bekennen kann. Das Ganze fängt der Kurzfilm wunderbar ein und verwendet gut platzierten Humor, um es nicht zu schwer werden zu lassen. Dass dies so gut gelingt, liegt auch an dem
präzisen Spiel der einzigen Darstellerin des Films, Lea Gerstenkorn. Unterstützt auch auf visueller Ebene schafft sie es, die Familienmitglieder, in die sie zum Proben schlüpft, charakteristisch zum Leben zu erwecken, dabei nicht zu karikaturieren und neben dem Outing-Thema gleich noch andere Themen, die man selbst aus dem Familienkreis kennt, einzuflechten. Hinzu kommt eine souveräne Umsetzung als Kammerspiel, das nicht viel benötigt, um das Heimkommen zu Weihnachten einzufangen.
Fazit: „How to kill your family“ ist ein Kurzfilm von Dominic Wittrin, der als Ein-Frau-Kammerspiel mit Lea Gerstenkorn als Darstellerin stimmig umgesetzt von den Gedanken im Kopf, familiären Zusammenkünften und schwierigen Gesprächen erzählt.
Bewertung: 3,5/5
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Dominic Wittrin‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Kurzfilms „How to kill your family“ beim Landshuter Kurzfilmfestival
- Eintrag des Kurzfilms „How to kill your family“ bei der Filmschau Baden-Württemberg
- Eintrag des Kurzfilms „How to kill your family“ beim Produzenten Matthias Schöning