- Villa Sonnenschein“ (Comödie Dresden) - 23. April 2026
- „Der betrunkene Sachse: Nüchtern betrachtet war’s betrunken besser“ (Boulevardtheater Dresden) - 11. April 2026
- Rain Man (Comödie Dresden) - 14. März 2026
Eine weihnachtliche Revue von Tilmann von Blomberg, Carsten Gerlitz & Katja Wolff / Termine bis 15.11.2025, sowie vom 9.12.2025 – 28.12.2025 (jeweils außer Montags)
Theaterkritik: 15 Jahre ist es her, als ein Stück die Theaterbühnen der Republik im Sturm eroberte: „Heiße Zeiten“. Eine Geschichte um 4 Frauen in den besten Jahren – Hausfrau Doris, Karrierefrau Gabi, die „Junge“ Tanja und Die „Vornehme“ Viola. Das Publikum aller Orts liebte das bissige Damenquartett, welches mit allerlei alltäglichen Wehwehchen sowie den Wechseljahren, ihren Männern und dem Älterwerden zu kämpfen haben. Und so ist die Reihe mittlerweile auf vier knackige Theaterstücke angewachsen. Neben den „Höchsten Zeiten“ kamen auch die „Himmlischen Zeiten“, die eigentlich auch das Ende einer Trilogie sein sollten. Doch der Erfolg wollte es anders und so musste noch einmal ein Zeiten-Stück her. Und was passt da Besser als ein Weihnachts-Special. Gesagt getan und so schuf nun das Trio Blomberg, Gerlitz, Wolf „Weisse Zeiten“. Und dieses Stück beinhaltet wieder alles was der Fan der Reihe haben möchte. Viel Witz, viel Stutenbissigkeit, viel Gesang und viel Herz.
Anders als sonst verbringen die vier Frauen das Weihnachtsfest dieses Jahr nicht mit ihren Ehemännern allein zu Hause, sondern zusammen in einer verschneiten Berghütte. Die Männer sind auch im Schlepptau, doch gerade draußen um den perfekten Weihnachtsbaum zu suchen. Also Zeit genug für die Damen, um mal wieder ordentlich über alles zu Tratschen, was das Leben für Doris, Gabi, Tanja und Viola so bereithält. Doris nagt mit ihrer spärlichen Rente noch immer am Hungertuch, Tanja liebt ihren Mann zwar ist aber auf der Suche nach einem Abenteuer, Tanja plagt das erste Kind und Viola hat ihren Mann verlassen. Genug Stoff um sich gegenseitig mit bissigen Kommentaren hochzunehmen, Weihnachtslieder umzudichten und nebenbei den heiligen Abend vorzubereiten. Doch dann zieht ein gewaltiger Schneesturm über die Hütte, der Strom fällt aus und die Männer sind noch immer nicht zurück. Was nun?
Dies wird dem Publikum wieder einmal mit allerhand Witz und wunderbaren, neuen Liedinterpretationen präsentiert, so das kein Auge trocken bleibt. Doris will z. Bsp. ganz klassisch mit Würstchen und Kartoffelsalat feiern, wohin gegen Gabi lieber mit Prunk und Protz beim Caterer bestellen möchte. Das wiederum gefällt durchaus Viola, doch das ständig schreiende Kind von Tanja ist ihr ein Dorn im Auge und so entspinnt sich immer mehr ein Konflikt voller Wortgefechte, die das Publikum nicht selten zum grölen bringt, denn witziger und schlagfertiger hat man die Mädels bislang kaum erlebt. Und natürlich wird jedes Problemchen auch mit einem Song weg gesungen, so dass am Ende ein Happy End nicht fehlen darf. Kurzum, hier ist es mit der Besinnlichkeit genauso nicht weit, wie mit Tränen vor Lachen.
Die Inszenierung durch Katja Wolf, welche dieses mal in Zusammenarbeit mit der Comödie Dresden entstand, kann sich sehen lassen. Die Kulisse der gemütlichen Berghütte, für die erneut Nina auf der Heide verantwortlich war, lädt direkt zu einer romantisch-kitschigen Gedankenflut ein, wie schön doch eigentlich mal wieder eine weiße Weihnacht in uriger Umgebung wäre. Die Choreografien von Vanni Viscusi sind schnittig und werden durch die musikalische Inszenierung durch Casten Gerlitz perfekt von den Darstellerinnen auf die Bühne gebracht.
Und das Damenquartett spielt sich schon in den ersten 5 Minuten wieder in die Herzen des Publikum. Auch wenn Angelika Mann, die eigentlich das Herzstück der Darstellerriege ist, bei der Premiere leider nicht spielen konnte, so ist ihre „Vertretung“ Eva Brunner ebenfalls wunderbar in der Rolle der Hausfrau Doris zu erleben. Dazu ist der weitere Premierencast mit Franziska Becker als Gabi, Heike Jonca als Viola und Nini Stadlmann als „Die Junge“ ebenfalls mit besten Darstellerinnen besetzt, denen man nur zu gerne bei ihrem Spiel zusieht. Vor allem Stadlmann ist mit ihren „Funny Bones“ ein ums andere Mal der Höhepunkt der Show. Zu weiteren Terminen sind dann im Austausch auch Bianca Karsten, Patricia Hodell und Martina Lechner zu erleben.
Alles in allem bietet „Weisse Zeiten“ somit den idealen Theaterbesuch in der Weihnachtszeit an, wenn man wieder einmal von ganzem Herzen lachen möchte und dabei auf den einen oder anderen Weihnachtssong nicht verzichten möchte, wenn er auch vielleicht etwas anders dargeboten wird, als wie man ihn bisher kennt. „Weiße Zeiten“ ist die ideale Ergänzung zur Zeiten-Trilogie und dürfte wieder die Bühnen Deutschlands erobern. Also dann Augen auf in den nächsten Jahren zur Weihnachtszeit und nicht verpassen!
Geschrieben von David Hilbert.




