Acht Fragen an Christoph Schwarz

Doreen Kaltenecker
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Andreas Rau

Interview: Im erneuten Gespräch mit dem Filmemacher Christoph Schwarz konnten wir mehr über seinen neuesten Kurzfilm „All buildings are beautiful“ erfahren, der auf den 60. Hofer Filmtagen 2026 den Jury-Kurzfilmpreis der Stadt Hof gewonnen hat. Er berichtet von dem Gebäude, das nun abgerissen werden soll, ob er weiterhin dort ein und ausgeht und warum er sich dafür entschieden hat, in diesem Film eine bewegliche Kamera zu verwenden.

Du hast im letzten Interview gesagt, dass Du gerne bei Umweltthemen bleiben möchtest. Hier geht es um einen anderen Aspekt des Umweltschutzes. Du engagierst Dich in der Allianz Alte Wu. War Dir von Anfang klar, dass Du dies auch filmisch aufbereiten willst? Wie sieht im Allgemeinen eure Arbeit aus?

Die Idee, dem Gebäude der Alten Wirtschaftsuni ein filmisches Portrait zu widmen, war zuerst da. Erst in der Auseinandersetzung damit bin ich auf die „Allianz Alte WU“ gestoßen, ein Zusammenschluss aus der Zivilgesellschaft, das sich für den Erhalt des Gebäudes einsetzt und der ich mich angeschlossen habe. Wir versuchen u.a. durch Medienarbeit einer interessierten Öffentlichkeit die Problematik hinter dem drohenden Abriss näherzubringen. 

Über welchen Zeitraum hinweg hast du die Räume gefilmt?

Ich habe in den letzten fünf Monaten, in denen ich selbst noch mein Atelier im Gebäude hatte, das Gebäude gefilmt. Die gesamte kreative Arbeit erfolgte parallel: ich habe den Off-Text geschrieben, Bilder gesammelt und gleichzeitig bereits geschnitten.

Das Gebäude ist der einzige sichtbare Protagonist, warum hast Du dich dagegen entschieden, beispielsweise Deine Interviewpartner zu zeigen und was war Dir bei der Inszenierung des Gebäudes wichtig? 

Mir war sehr bald klar, dass Menschen zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und fand es konsequent, dass die Menschen und ihre Auseinandersetzung mit dem Gebäude ausschließlich auf der Tonebene Erwähnung finden. Weil Räume besser durch Bewegung erfasst werden, habe ich mich bald für sanfte Kamerafahrten entschieden. Das ist kurioser Weise der erste Film seit 15 Jahren, in dem ich mit einer bewegten Kamera arbeite.

Wie schon in „Sparschwein“ hast Du deine Worte nicht selbst eingesprochen – warum fiel Deine Wahl dieses Mal auf Suse Lichtenberger?

Auch wenn der Text autofiktional zu verstehen ist, habe ich auch dieses Mal nicht selbst gesprochen. Ich habe bereits andere Projekte mit Suse umgesetzt und bereits während dem Schreiben ihre Stimme im Kopf gehabt. Ich schätze ihre Arbeit sehr.

Neben dem Off-Kommentar arbeitest Du hier auch wieder mit dem Sounddesigner Matthias Peyker zusammen und hast zudem wummernde Beats eingesetzt. Kannst Du mir mehr über Ton und Musik erzählen?

Matthias ist schon seit vielen Jahren meine erste Wahl fürs Sounddesign. Wir haben uns stilistisch an den 1980er Jahren orientiert, dem Jahrzehnt, in dem das Gebäude errichtet wird. Der Zukunftsoptimismus dieses Jahrzehnts passt auch gut zu den spacigen Sounds, die immer wieder auch die Vorstellung einer Raumstation untermalen.

Im Film verkündest Du, dass Du weiterhin dort arbeiten wirst. Wirst Du wirklich weiterhin dort ein- und ausgehen? 

Ja, das funktioniert tatsächlich besser als erwartet. Vor allem der Tatsache geschuldet, dass mir ohnehin niemand glaubt, weil ich davon so offen erzähle. Die Wahrheit ist wie schon in „Sparschwein“ die beste Tarnung.

Wie steht es um das Gebäude jetzt, wie verlief die erste Entwurfsphase?

Aktuell ist die erste Wettbewerbsphase, der städtebauliche Entwurf, vorbei und 10 Architekturbüros werden nun bis Frühling 2027 ihre finalen Vorschläge für den neuen Campus ausarbeiten. Leider sind beide Wettbewerbsphasen nicht öffentlich, d.h. wir haben keinerlei Anhaltspunkte, in welche Richtung es geht. 

Hast Du schon neue Projekte in der Pipeline – als Filmregisseur und / oder Klimaaktivist?

Ich würde gerne einen neuen Film über Protestsongs im Klimaaktivismus umsetzen. Vergleichbar mit „Sparschwein“ ein schillerndes Hybrid zwischen dokumentarischen Einblicken in reale Kämpfe gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und einer fiktionalen Rahmenhandlung mit mir selbst als Protagonisten im Zentrum. Ich hoffe sehr, dass ich damit die Filmförderung überzeugen kann. 

Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „All buildings are beautiful“

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