Sieben Fragen an Anastaseu Ștefan

Doreen Kaltenecker
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Claudiu Popescu

Interview: Im Gespräch mit dem rumänischen Regisseur und Drehbuchschreiber Anastaseu Ștefan konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „@Tiktok_cowboy“ erfahren, der im Kurzfilmwettbewerb des 34. Filmfestival Cottbus 2024 lief, erfahren. Wie die Geschichte sich durch wahre Ereignisse immer weiter entwickelt hat, warum es ihm wichtig war, dass als Komödie zu erzählen und wie er für jede Rolle die passende Besetzung befand. 

The original english language interview is also available.

Was hat Dich zu Deinem Kurzfilm inspiriert? Bist Du selbst auch viel auf TikTok unterwegs?

Ironischerweise habe ich bis heute kein TikTok auf meinem Handy installiert. Ich habe mit mir selbst eine unausgesprochene Vereinbarung getroffen, um einer weiteren Social-Media-Sucht aus dem Weg zu gehen. Trotzdem bleibe ich irgendwie über die meisten Online-Trends auf dem Laufenden, und während ich am Drehbuch arbeitete, durchstöberte ich das Internet auf der Suche nach den merkwürdigsten Dingen, die ich in den Film einbauen konnte.

Zoro, die Hauptfigur des Films, war anfangs kein TikTok-Cowboy. Ursprünglich war er einfach ein „Vater auf einem Pferd“. Der erste Titel des Drehbuchs lautete: Kinder werden von Störchen gebracht. Väter kommen auf Pferden. Doch nachdem die Finanzierung gesichert war, entwickelte sich die Geschichte weiter. Reale Ereignisse wurden zu einer doppelten Inspirationsquelle während des kreativen Prozesses.

Während der Pandemie stieß ich auf eine dystopische Nachricht über einen jungen Roma-Mann aus einem Dorf, der mit seinem Pferd zum Krankenhaus ritt, um sein neugeborenes Kind zu sehen. Aufgrund der Reisebeschränkungen konnte er sich kein Taxi leisten. Die Geschichte ging in Rumänien viral und wurde zu einem großen gesellschaftlichen Thema. Ich nahm diesen realen Moment der Reise und schrieb das Drehbuch.

Als das Casting begann, lernte ich Bondi Gabor kennen, den Schauspieler, der Zoro zum Leben erweckte. Bondi beeindruckte mich so sehr, dass ich die einfache „Vater-auf-einem-Pferd“-Figur in den TikTok-Märchenhelden verwandelte. Er war gerade einmal 19 Jahre alt, hatte aber bereits eine dreijährige Tochter. Dadurch fiel es ihm leicht, sich mit der Rolle eines Vaters zu identifizieren. Seine Tochter wurde ebenfalls während der Pandemie geboren, und er erzählte mir, wie schwierig es für ihn war, sie damals zu sehen. Die Ärzte ließen ihn unter keinen Umständen ins Krankenhaus.

Er sprach oft über seine Tochter und zeigte mir TikToks, die sie zusammen gemacht hatten. In diesem Moment wurde mir klar: TikTok musste Teil der Geschichte werden. Während der Proben überarbeitete ich das Drehbuch und integrierte dieses TikTok-Element. Ich fügte weitere dramatische Erzählstränge hinzu, wie die Geschichte über Zoros minderjährige Partnerin und ihr Frühchen. Aber das Leben übertraf, wie so oft, die Fiktion.

Eines Morgens erschien Bondi nicht zu den Proben. Ich rief ihn an, dann seinen Vater und schließlich seine Mutter, die mir überrascht mitteilte, dass Bondi im Krankenhaus einer anderen Stadt war – seine Partnerin hatte gerade ihr Frühchen zur Welt gebracht. Zuerst hielt ich das für einen merkwürdigen Zufall. Doch als Bondi zurückkam, erzählte er mir, dass er praktisch genau das erlebt hatte, was wir im Film erzählten. Er zeigte mir sogar ein TikTok-Video, in dem er mit seinem neugeborenen Sohn aus dem Krankenhaus kam – genau dieses Video wurde schließlich als echter Clip im Filmende verwendet. Und so wurde „@Tiktok_cowboy“ buchstäblich geboren – ein TikTok-Western in einer Art Pandemie-Märchen.

Natürlich wollte ich viele Inspirationsquellen in den Film einfließen lassen und mich nicht auf ein oder zwei beschränken. Allerdings glaube ich, dass ich dabei etwas zu ehrgeizig war, denn für ein Kurzfilmformat konnte ich nicht in jede Thematik so tief eintauchen, wie ich es gerne getan hätte.

Zunächst wollte ich den Verschwörungswahn während der Pandemie einfangen. In unserem Land gab es auch Anti-Impf-Proteste, an denen meist nationalistische Gruppen teilnahmen. So entstand die Figur von Nea Ghiocel – dem „Dichter-Nachfahren der Daker“, der Anti-COVID-Gurken verkauft. Seine Gedichte stammen von einem Mann, den ich in einem Video von einem dieser Proteste gesehen habe.

Ein weiterer wichtiger Erzählstrang war Zoros minderjährige Partnerin – inspiriert von Bondis echtem Leben. Damit wollte ich auch die Situation von minderjährigen Müttern in Rumänien und die Behandlung von Roma-Frauen in Entbindungsstationen thematisieren. Der Dialog zwischen der Krankenschwester und Zoro basiert auf realen Nachrichtenberichten. Sowohl die Zeilen über die Blutungen als auch die Bemerkung, dass der Bürgermeister im Krankenhaus aushelfen müsse, stammen wörtlich aus diesen Berichten.

Ich wollte dieses Thema nicht von oben herab kommentieren oder meine persönliche Meinung aufdrängen, ob es richtig oder falsch sei. Mein Ziel war es, keine Stereotype zu verstärken. Die Realität ist jedoch düster, und Roma-Feministinnen kämpfen dafür, dass das Gesetz gegen Zwangsehen auch für Roma-Mädchen angewendet wird und Behörden nicht aus einem kulturellen oder ethnischen Blickwinkel heraus urteilen.

Mir wurde zurecht vorgeworfen, dass das Drama einer Frau hier zur Komödie eines Mannes wird – und das ist eine berechtigte Kritik. Ich hätte stärker aus der Perspektive des Mädchens erzählen sollen, anstatt sie unsichtbar zu lassen. Genauso, wie das Leiden von Frauen oft im Film unsichtbar gemacht oder nur aus der Perspektive eines Mannes erzählt wird. Ich habe versucht, eine ethische Darstellung zu gewährleisten, aber in diesem Punkt bin ich gescheitert. Dennoch finde ich es wichtig, diese Diskussion zu führen.

Außerdem frage ich mich immer wieder, wie ethisch es ist, als privilegierte weiße Person Geschichten über ethnische Minderheiten – wie die Roma-Gemeinschaft – zu erzählen. Das Einzige, was mich in gewisser Weise mit ihnen verbindet, ist, dass ich selbst Teil einer Minderheit bin – einer sexuellen Minderheit, da ich trans bin. Doch reicht das als Argument?

Die Frage „Warum hast du einen Film über Roma gemacht?“ macht mir Angst, weil ich weiß, dass ich kein Recht habe, mir ihre Erfahrungen und Kämpfe einfach anzueignen. Deshalb entschied ich mich gegen eine überdramatisierte Erzählweise und wählte stattdessen eine Komödie. Das war meine Art, klarzustellen, dass ich nichts in kolonialistischer Manier vereinnahmen möchte.

Ich habe zwei Jahre lang mit Roma-Gemeinschaften in einem Ghetto in Cluj gearbeitet und ein Community-Radio-Projekt mitbetreut. Dort habe ich hautnah erlebt, wie sensibel das Thema der kulturellen Aneignung ist. Deswegen habe ich während der Arbeit an „@Tiktok_cowboy“ eng mit den Roma-Schauspielern zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass ihre Darstellung nicht nur authentisch, sondern auch ethisch korrekt ist.

Ich sprach mit Bondi und seiner Familie über ihre Bräuche. Er gehört zur Gabor-Roma-Gemeinschaft, die eine spezielle Kleidungstradition hat – der Hut, die Schuhe, und für die Frauen die traditionellen Kleider. All das habe ich in den Film integriert.

Während der Dreharbeiten wurde einmal gefragt, warum Zoros Kleidung so sauber sei – er sollte „dreckiger“ wirken. Bevor ich reagieren konnte, meldete sich die Roma-Frau, die uns ihr Haus für den Dreh zur Verfügung stellte, und sagte: „Nur weil wir arm sind, heißt das nicht, dass wir schmutzig sind.“ Dieser Satz blieb mir im Gedächtnis, und ich fühlte mich unglaublich beschämt. Das sind die Momente, in denen ich mich frage, ob ich wirklich das Recht hatte, diese Geschichte zu erzählen.

Denn selbst wenn man an einen Regisseur wie Emir Kusturica denkt, der viele Filme über Roma gemacht hat, bleibt die Frage: Ist es nicht immer ein Privilegierter, der diese Gemeinschaft „exotisiert“? Ich bin überzeugt, dass man eine ethische und anthropologische Auseinandersetzung mit einem Thema führen muss, bevor man darüber eine Geschichte schreibt. Sonst tappt man schnell in toxische Klischees, die Vorurteile nur verstärken.

Welche Kernbotschaft liegt Dir mit diesem Film am Herzen?

Ich habe versucht, in gewisser Weise eine Anti-Märchen-Struktur zu schaffen, in der der Held kein Prinz auf einem weißen Pferd mehr ist, sondern ein junger Roma auf einem gewöhnlichen Pferd. Er trägt weder ein Schwert noch eine Pistole – seine einzige Waffe ist sein Telefon. Dies spiegelt die heutige Realität wider, in der wir leben: Das Telefon ist die mächtigste Waffe. Man öffnet Instagram oder TikTok, drückt auf „Aufnahme“, und schon ist das Fehlverhalten festgehalten.

Für mich entspringt diese Cowboy-Fantasie auch der Idee der performativen Männlichkeit. Vielleicht hat das auch etwas mit meiner Identität als Transgender-Person zu tun. Zoro ist Teil meiner persönlichen Erkundung, einer Reise zur Entdeckung der Geheimnisse der Männlichkeit. Als ich aufwuchs, lehrte mich mein Vater, dass es sehr männlich sei, Cowboyfilme zu sehen, in denen der Held oft eine einsame Figur ist, die von tiefem Schmerz geplagt wird. Auf einer Reise entdeckt – oder beweist – er seine Männlichkeit.

Bondi Gabor und Ilinca Hărnuț

In „@Tiktok_cowboy“ laufen die Dinge nur bis zur Mitte des Films gut, wo ein Zitat auf einer Titelkarte ein falsches Ende markiert. In Wahrheit ist es das Ende der Fantasie. Von da an lösen sich sowohl das Heldentum als auch das Gefühl der Kontrolle der Hauptfigur auf und offenbaren die Verletzlichkeit und das Scheitern seiner Reise. Diese Kernbotschaft ist in dem Zitat auf dieser Karte perfekt zusammengefasst: „Ein Mann wird nicht als Cowboy geboren, er wird es“ – für mich bedeutet das, insbesondere mit dem Trans-Subtext, dass niemand als etwas geboren wird – er wird es. Niemand wird als Elternteil, als Vater oder als Mann geboren. Man wird eins. Ähnlich wie der berühmte Satz von Simone de Beauvoir: „Wir sind eine Ansammlung von Rollen und Geschichten, die wir uns darüber erzählen, wer wir sind. Aber im Grunde genommen werden wir erst dann wirklich zu dem, was wir sind, wenn die Rollen, die wir uns selbst zuweisen, zu versagen beginnen. Diese Reise, bei der die Fassade zusammenbricht, ist diejenige, die zählt. Und auch das Pferd Miguel ist trans, in Wirklichkeit ist sie eine Stute und ihr Name ist Samira, und sie hat einen tollen Job gemacht, indem sie einen treuen Begleiter verkörperte. 

Und nur um zu unterstreichen, dass mein Film von seltsamen Zufällen lebt, habe ich dieses spezielle Cowboy-Zitat völlig zufällig von einer „Top 20 Cowboy Quotes“-Website ausgewählt. 

Wo habt ihr gedreht und in welchem Zeitraum habt ihr den Film auf die Beine gestellt?

Wir drehten an verschiedenen Orten im Jiu-Tal, in Petroșani und Petrila, dem bekanntesten Bergbaugebiet Rumäniens. Insgesamt hatten wir, glaube ich, etwa 14 Drehorte an nur fünf Drehtagen. Wir mussten zwei- bis dreimal am Tag umziehen, was für ein Team, das hauptsächlich aus Studenten bestand, eine große Herausforderung darstellte, aber ich bin unglaublich dankbar dafür, wie gut alle zusammengehalten haben.

Es war keine einfache Produktion. Leider wurde eine ganze Sequenz, die wir in der Nähe der Livezeni-Mine drehten, beim Schnitt herausgeschnitten, weil sie zu lang war. Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag – wir hatten drei große Umzüge und mussten gegen die Zeit arbeiten, weil wir stark auf natürliches Licht angewiesen waren. Wir drehten Anfang Oktober in der Hoffnung auf eine herbstliche Atmosphäre, aber das erwies sich als Fehlschlag, da das für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Wetter alles grün erscheinen ließ. Außerdem ging die Sonne bereits um 19 Uhr unter, was uns noch mehr unter Druck setzte.

Einige Drehorte waren ziemlich schwierig zu handhaben, wie z. B. das Hinaufwandern von Hügeln mit einem Pferd im Schlepptau. Wir haben sogar einen improvisierten Moment von einem Drehort, an dem wir nicht mit dem Pferd im Fluss filmen durften, in den endgültigen Schnitt übernommen. Das ist die Szene, in der Zoro ein Gespräch mit einer Stimme aus dem Off führt, die ihm sagt, dass er den Fluss nicht mit dem Pferd überqueren kann, weil es sich um ein Touristengebiet handelt. Dieser Dialog ist völlig real – es ist genau das, was uns vor Ort passiert ist.

Was war Dir visuell wichtig?

Bondi Gabor

Ich hatte diese abstrakte Idee eines märchenhaften Westerns, aber ich wollte nicht, dass es eine getreue visuelle Kopie des Western-Genres wird. Mein Ziel war eher ein visueller Kommentar zu diesem Stil. Meine Kamerafrau, Ana Drăghici, sagte mir am Set: „Ich glaube, ich fange gerade erst an zu verstehen, was du versuchst. Ehrlich gesagt, ich wünschte, es gäbe eine Möglichkeit, den Leuten telepathisch zu zeigen, wie ich die Bilder in meinem Kopf sehe. Ana war jedes Mal unglaublich geduldig und freundlich, wenn ich ihr die Atmosphäre erklärte, die ich schaffen wollte. Wir bauten die Bilder ganz einfach auf – breite Aufnahmen, Vollbilder, fast wie märchenhafte Tableaus oder Ansichten, wenn man so will. Sie waren wie Illustrationen aus einem Märchenbuch. Ich wollte die klassischen Western-Einstellungen nicht überstrapazieren, und die Inszenierung, die ich entworfen habe, war bewusst theatralisch. Die Figuren bewegen sich oder stehen auf eine kalkulierte Weise im Bild.

Ich mochte die Idee, lange Einstellungen zu verwenden, auch wenn das bedeutete, etwas von der Dynamik zu opfern. Ich wollte die Szenen um die Räume herum konstruieren, in denen wir uns befanden, und sie so vollständig wie möglich einfangen. Diese Entscheidung hing auch mit der spezifischen Ästhetik zusammen, die ich mir aufgrund der Struktur der Geschichte auferlegt habe – bei anderen Filmen würde ich nicht unbedingt die gleichen visuellen Manierismen anwenden.

Eine meiner Lieblingsaufnahmen, obwohl sie recht kurz ist, ist die, in der Zoro durch ein Maisfeld fährt und ein Mann auf einem Moped seinen Weg kreuzt, während ein anderer Mann, der an einem Traktor steht, ihm zuwinkt. Diese beiden Männer arbeiteten tatsächlich dort, und ich bat sie, in der Szene mitzuwirken. Mir gefiel die Idee, Einheimische als Statisten einzubeziehen und die Elemente zu verwenden, die der Ort selbst bot – fast wie ein ethnografischer Schnappschuss dieser Orte.

Eine weitere Lieblingseinstellung ist die, in der Nea Ghiocel (gespielt von Gabriel Spahiu) seine von der Pandemie inspirierten Verse rezitiert, während sie unter einer improvisierten Brücke hindurchgehen, an der Schaufensterpuppen von Ceaușescu und seinen Kameraden hängen. Dieser Ort war Teil des Planeta Petrila-Museums in der Petrila-Mine. Als wir ankamen und diese Einrichtung sahen, beschloss ich sofort, die Szene dort zu drehen.

Für mich war die visuelle Ästhetik dieses Films in erster Linie eine Übung in Beobachtung. Ich habe absichtlich Räume verwendet, die als eine Art Gegenpol zur eigentlichen Handlung des Films oder als Regiekommentar dazu dienen können. Ich habe Kommentare erhalten, dass einige meiner Entscheidungen kindisch oder übermäßig phantasievoll waren, aber ehrlich gesagt stehe ich dazu. Ich wollte das Grenzgebiet zwischen Realismus und magischem Realismus erkunden.

Wie hast Du Deine Darsteller:innen gefunden – welche Voraussetzungen mussten sie mitbringen?

Wenn ich mit der Arbeit an einem Drehbuch beginne, habe ich die Schauspieler meistens schon im Kopf. Es ist, als würde ich sie vorher casten – ich denke darüber nach, wer für die Rolle geeignet wäre, und schreibe, während ich mir ihre Gesichter vorstelle und versuche, die Dialoge mit ihrer spezifischen Kadenz und ihrem Tonfall im Kopf zu gestalten. Diese Herangehensweise hilft mir, der Welt, die ich aufbaue, ein Gefühl der Besonderheit zu geben, sogar schon im Stadium des Drehbuchs.

Bondi Gabor

Für die meisten Figuren in „@Tiktok_cowboy“ wusste ich bereits genau, welche Schauspieler ich wollte, und ich hatte das Glück, dass sie alle zugesagt haben. Ich habe mich zum Beispiel an Gabriel Spahiu gewandt, der in unzähligen Filmen von Radu Jude mitgespielt hat, weil Jude mein Professor gewesen war. Linda, die Buba spielt, war meine Kollegin bei einem Gemeinschaftsradioprojekt für benachteiligte Roma-Gemeinschaften im Ghetto von Pata Rât bei Cluj. Ich wollte unbedingt, dass sie diese Rolle spielt, weil sie mir einmal sagte, wie viel es ihr bedeuten würde, in einem Film mitzuspielen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass nicht-professionelle Schauspieler ihren Darstellungen oft eine gewisse Authentizität verleihen. Für die jungen Mädchen in der Eröffnungsszene haben wir vor Ort ein Casting mit Kindern aus der Roma-Gemeinschaft in Baru-Valea Lupului durchgeführt. Ursprünglich waren ihre Texte in Romani geschrieben, aber ich war überrascht, dass nicht alle Roma-Gemeinschaften diese Sprache sprechen. Das war hier der Fall, also habe ich ihren Text gekürzt und Zoro und Buba den Dialog übernehmen lassen.

Der ältere Polizist war ein Schauspieler, der im Jiu-Tal aufgewachsen war und die Atmosphäre des Ortes gut kannte. Der jüngere war ein Klassenkamerad aus meiner Schauspielausbildung. Die Krankenschwester, Ilinca Hărnuț, ist eine gute Freundin von mir – sie hatte eigentlich keine andere Wahl. Am wichtigsten war mir jedoch, dass die Schauspieler, die diese Rollen spielten, etwas Überlebensgroßes an sich hatten, etwas, das zu dem überhöhten Ton der Geschichte passte. Ich wollte, dass sie das Gefühl haben, dass sie zu der Welt gehören, die ich erschaffen wollte.

Der einzige Schauspieler, nach dem ich wirklich suchen musste, war Bondi. Für Zoro war es mir wichtig, dass er ein Roma ist – kein weißer Schauspieler, der einen Roma verkörpert, was ich empörend finde, auch wenn diese Praxis in unserer Branche in der Vergangenheit leider üblich war. Mir wurde sogar ein solcher Besetzungsvorschlag unterbreitet, den ich aber aus lauter Verärgerung über die bloße Vorstellung ablehnte. Glücklicherweise fand ich Bondi, der schon in einigen Filmen mitgespielt hatte. Er ist kein professioneller Schauspieler von Beruf, aber das kam ihm zugute – er brachte eine außergewöhnliche Natürlichkeit und Ausstrahlung in die Rolle. Er war eine perfekte Ergänzung. Er erfüllte alle Voraussetzungen für die Rolle: Er war ein junges Elternteil, hatte ein Kind, das während der Pandemie geboren wurde, und machte TikToks. Das Einzige, was er nicht konnte, war Reiten, aber wir schickten ihn zum Reitunterricht, und er lernte es schnell. Wir haben das Drehbuch ein paar Mal zusammen durchgelesen, und dann beschloss ich, die meisten Dialoge so umzuschreiben, dass sie seiner natürlichen Ausdrucksweise entsprachen – seiner Wortwahl, seinem Satzbau -, weil es einfach Sinn machte. Seine Logik, wie er die Zeilen vorträgt, funktionierte nahtlos, und das Ergebnis wirkte authentisch und lebendig.

Kannst Du mir noch ein bisschen mehr von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?

Ich glaube, ich habe mich zum Filmemachen hingezogen gefühlt, weil ich der Einsamkeit entfliehen wollte. Als Kind habe ich viel Zeit allein verbracht und mich oft in meinem Kopf verloren, indem ich mir Szenarien und Geschichten ausdachte. Später fand ich heraus, dass es dafür sogar einen Begriff gibt: maladaptives Tagträumen. Auf jeden Fall fiel es mir schon immer leicht, in Bildern zu denken – etwas, das mir bis heute geblieben ist. Ich kann zwar ganz gut schreiben, aber Worte bringen mich oft aus dem Konzept, vor allem, wenn ich etwas beschreiben muss. Ehrlich gesagt hätte ich viel lieber einen Drucker an meinem Kopf, damit ich die Bilder, die ich in meinem Kopf sehe, einfach ausdrucken könnte.

Diese Einsamkeit und die schmerzhaften Erfahrungen, die ich gemacht habe, haben mir eine Gefühlstiefe gegeben, die groß genug ist, um sie in Kunst umzusetzen – und mich schließlich auf die Idee gebracht, Filme zu machen. Aber es dauerte etwa fünf Jahre, bis ich herausfand, was das eigentlich für mich bedeutete, darunter drei Jahre Filmschule und ein Masterstudium in Filmschauspiel.

Während des Studiums bekam ich viel entmutigendes Feedback zu meinen Filmen, bis zu dem Punkt, an dem ich anfing zu glauben, dass ich nicht in der Lage sei, einen guten Film zu machen. Ich dachte, dass etwas mit der Art und Weise, wie mein Gehirn Geschichten verarbeitet, nicht stimmen kann. Ich schloss meine Augen, stellte mir eine Geschichte vor, und die Bilder sahen in meinem Kopf perfekt aus – aber wenn ich versuchte, sie aufzuschreiben, verloren sie ihren Zauber. Es hat lange gedauert, bis ich akzeptiert habe, dass ich einfach so bin, und dass ich vielleicht einfach nicht besonders gut für Kurzfilme geeignet bin. Das Format des Kurzfilms ist schwierig, weil er, nun ja, kurz ist und man sich kurz fassen muss.

Es fällt mir schwer, mich auf nur einen Erzählstrang zu konzentrieren. Ich möchte viel erzählen, weil ich dazu neige, das Leben in einem 360-Grad-Blickwinkel zu sehen. Als ich das asiatische Kino entdeckte, wurde mir klar, dass es auch andere Menschen gibt, die die Dinge so sehen wie ich. Als ich mir zum Beispiel „Rebels of the Neon God“ von Tsai Ming-liang anschaute, faszinierte mich die Art und Weise, wie er von einem Erzählstrang zum anderen sprang. Dann gibt es noch „Supermarket Woman“ von Juzo Itami und natürlich „An Elephant Sitting Still“ von Hu Bo, ein Film, der mich tief beeindruckt hat. Das ist die Art von Kino, die ich in Zukunft machen möchte. Ich möchte den Mut haben, mehr zu experimentieren.

Ich habe die Vorstellung verinnerlicht, dass alles, was ich mache, schlecht ist – dass man so keine Filme macht – und dass alles, was ich mache, in einem lauwarmen Eintopf endet. Aber in meinen mutigeren Momenten denke ich: Weißt du was? Der Film ist letztendlich ein Bordell. Du gehst rein, tust, was sich richtig anfühlt, mit allen Schattierungen und Positionen (Kameraperspektiven natürlich), zahlst deinen Beitrag und gehst wieder.

Wenn ich ein Ziel für 2025 habe, dann ist es, endlich die Kritik, die ich verinnerlicht habe, hinter mir zu lassen und nicht mehr zu versuchen, ‚gute‘ Filme zu machen. Stattdessen möchte ich den Mut haben, Filme so zu machen, wie ich sie in meinem Kopf sehe. In gewisser Weise bedaure ich, dass „@Tiktok_cowboy“ ein Kompromiss war – nicht ganz realistisch, nicht ganz magisch, nicht zu zahm, nicht zu wild. Für die Zukunft möchte ich mir das Motto zu eigen machen: falsch, aber stark.

Sind bereits neue Projekte geplant?

„Being“, und es ist das komplette Gegenteil von „@Tiktok_cowboy“. Es ist eine zerbrechliche, verletzliche und persönliche Geschichte über meine Erfahrungen als Trans-Person vor der Transition, die eine Trennung durchmacht und nicht weiß, wie sie die Wut verarbeiten soll, die ich empfinde – hauptsächlich auf mich selbst gerichtet.

Es ist ein Studentenfilm mit geringem Budget – praktisch ohne Budget, wirklich. Ich habe ihn mit Hilfe meiner Freunde aus der Branche gedreht, die an mich und an die Geschichte geglaubt haben. Es ist auch der erste Film, bei dem ich sowohl der Hauptdarsteller als auch der Regisseur bin. Das war eine faszinierende, aber auch schwierige Erfahrung, weil ich ständig zwischen der Rolle des Regisseurs und der des Schauspielers wechseln musste. Ich glaube, ich war härter zu mir selbst, als ich es zu jedem anderen Schauspieler an meiner Stelle gewesen wäre – ich konnte jeden winzigen Fehler sehen, den ich machte. Aber es war eine gute Übung, denn ich habe gerade mit der Arbeit an einem weiteren Kurzfilmprojekt begonnen, das sich hoffentlich zu einem Spielfilm entwickeln wird.

Ich denke, dass ich auch in diesem Film mitspielen möchte – es sei denn, ich finde jemand anderen, der besser in die Rolle passt. Ich werde den Titel des Projekts noch nicht verraten, weil ich abergläubisch bin, aber ich kann sagen, dass er sowohl punkig als auch sensibel sein soll. Ich möchte, dass er den aktuellen ‚Übergang‘ in der Welt erforscht und wie wir ihn wahrnehmen. Im Wesentlichen wird es um einen Trans-Protagonisten gehen, der versucht, das Ende der Welt zu verarbeiten, während er Geld für eine Top-Operation spart.

Wünscht mir Glück, dass ich mich nicht in sieben verschiedenen Erzählsträngen verliere. Das war nur ein Scherz. Du kannst darauf wetten, dass ich genau das tun werde!

Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „@Tiktok_cowboy


Interview: In our conversation with Romanian director and screenwriter Anastaseu Ștefan, we were able to find out more about his short film „@Tiktok_cowboy„, which was screened in the short film competition of the 34th Cottbus Film Festival 2024. How the story developed through true events, why it was important to him to tell it as a comedy and how he found the right cast for each role.

What inspired you to make your short film? Do you spend a lot of time on TikTok yourself?

Ironically, even today, I still don’t have TikTok installed on my phone. I made an unspoken pact with myself to avoid yet another social media addiction, though I somehow stay up-to-date with most of the brain-rot trends online and also while working on the script I surfed the internet in search of the most weird things I can incorporate in my film.

Zoro, the main character of the film, didn’t start out as a TikTok cowboy. Originally, he was just a “horse rider dad”. The initial script was titled: Kids are brought by storks. Dads are brought by horses. But after securing funding, the story evolved. Real-life events became a double inspiration during the creative process.

During the pandemic, I stumbled across a dystopian news story about a young Roma man from a village who rode his horse to the hospital to see his newborn because travel was restricted, and he couldn’t afford a taxi. The story went viral in Romania and became a major social topic. I took this real-life moment of the journey and wrote the script.

When casting began, I met Bondi Gabor, the actor who brought Zoro to life. Bondi had such an impact on me that I turned the simple horse rider dad into the TikTok fairytale hero. He was just 19 years onld when we started, but he already had a 3-year-old daughter, making it easy for him to connect with the role of a parent. His daughter was also born in the pandemic and he told me that it was very difficult for him to see her back then and the doctors wouldn’t let him enter the hospital by no means. He often talked about his daughter and showed me TikToks they made together. That’s when it hit me—TikTok had to be part of the story. As we worked through rehearsals, I rewrote the script to include this TikTok element and layered in other dramatic threads, like the narrative about Zoro’s underage partner and their premature baby. But life, as it does, outdid fiction.

One morning during rehearsals, Bondi didn’t show up. I called him, his dad, then his mom, who told me, surprised I didn’t already know, that Bondi was in a hospital in another city—his partner had just given birth to their premature baby. At first, I thought it had to be some bizarre coincidence. But when Bondi returned, he told me he had practically lived the very film we were making. He even showed me a TikTok of him leaving the hospital with his newborn son—this very TikTok became the real-life clip used in the film’s ending.And that’s how „@Tiktok_cowboy“ was literally born. A tiktok western in some sort of a pandemic fairytale. 

Of course, I wanted to incorporate multiple sources of inspiration because I couldn’t limit myself to just one or two. However, I think this was too ambitious, considering the short film format, and I wasn’t able to delve into them as deeply as I would have liked.

First of all, I tried to capture all the conspiracy frenzy that emerged during the pandemic. In our country, there were also anti-vaccine protests, with most participants being staunch nationalists. That’s how Nea Ghiocel – the poet „descendant of Dacians“ who sells anti-COVID pickles – came to be. His poetry is taken from a gentleman I saw in a video from one of those protests against restrictions.

Secondly, there was also the storyline of Zoro’s underage partner—although clearly inspired by Bondi’s real life—was something I also wanted to use as a commentary on the situation of underage mothers in Romania and how Roma women giving birth in maternity wards are treated. The dialogue between the nurse and Zoro is real, taken from news reports that circulated online. Both the lines about the bleeding and the ones about the mayor needing to come take shifts at the hospital to see the conditions himself are verbatim.

I had no intention of commenting on the situation of Roma underage mothers from a place of superiority or offering my opinion on whether it’s right or wrong in the film because I didn’t want to perpetuate stereotypes. The reality is grim, though, and Roma feminist organizations are fighting for the forced marriage law to also be applied to Roma girls and for authorities to stop approaching this issue through a cultural and ethnic bias. It was rightly pointed out to me that this storyline uses a woman’s drama as part of a man’s comedy, and I think that’s a valid critique. I probably should have thought more about the girl’s perspective and not left her as an invisible figure—just as women’s suffering is often reduced to invisibility in films or told from a man’s perspective.

I tried to maintain ethical representation overall, but I failed in this respect. However, I think it’s important to mention this and to at least open a discussion around it.

I also feel like I have a certain privilege in being able to tell this story, which still stirs an internal ethical debate within me. Where is the boundary, and how ethical is it for privileged white people to tell stories about ethnic minorities, like the Roma community? The only thing that connects me to them, in a way, is that I am also part of a minority—albeit a sexual one, as I am trans—but that might not be a strong enough argument.

„Why did you make a film about the Roma?“ is a question that still scares me because I think that, ultimately, I certainly have no right to appropriate their experiences and struggles. That’s why I chose not to dramatize the story too much and instead tried to make it a comedy. It was my way of having this statement that I won’t appropriate things in a colonialist undertone. 

I worked for about two years with Roma communities in the ghetto in Cluj, where I helped run a community radio project and became close to the people there. I came to understand how sensitive they are to feeling exploited or having their stories and struggles used without care. That’s why, while working on „@Tiktok_cowboy„, I tried to collaborate as closely as possible with the Roma cast to ensure that their representation was not only natural and authentic but also ethical. I consulted Linda (Buba) and Bondi, and I even spoke with Bondi’s parents about their customs.

Bondi is part of the Gabor Roma community, which has specific dress codes, and I incorporated this into the film: the hat, the shoes, and for the women, the dresses and Buba’s traditional outfit. When we filmed the scene at Zoro’s house in Valea Lupului, I also consulted the Roma families there to learn about their specific customs and whether they could relate to the representation and story I was bringing to them.

I remember we received comments during filming, such as questioning why Zoro’s clothes were so clean, suggesting he should look dirtier. I personally felt very offended by that comment, but before I could react, the woman who let us film in her house intervened and said, „You should know that we may be poor, but we are clean.“ That line stayed with me, and I felt an overwhelming sense of shame that someone from my team had brought that stereotype into the conversation, likely for the sake of adding drama to the film.

That’s why I continue to feel conflicted about whether I truly had the right to come and tell a story about this community when, indirectly, I belong to and represent the very group that perpetuates such prejudices against them. Because even when you look at someone like Emir Kusturica, who made multiple films about the Roma, you can’t ignore the privileged intervention of a white man coming in to somewhat exoticize the Roma community.

So, in conclusion, I believe it’s crucial to conduct an anthropological and ethical study of any subject before writing a story about it. Otherwise, you risk falling into toxic clichés that merely reinforce prejudices.

What core message is important to you in this film?

I tried to create an anti-fairytale structure in a way, where the hero is no longer a prince on a white horse but a young Roma man on an ordinary horse. He doesn’t wield a sword or a pistol—his only weapon is his phone. This reflects the contemporary reality we live in: the phone is the most powerful weapon. Open Instagram or TikTok, hit “record,” and suddenly, the wrongdoing is captured.

For me, this cowboy fantasy also stemmed from the idea of performative masculinity. Perhaps, in some way, it also ties into my identity as a transgender person. Zoro is part of my personal exploration, a journey to uncover the mysteries of masculinity. Growing up, my father taught me that it was very masculine to watch cowboy movies, where the hero is often a solitary figure, weighed down by profound pain. Through a journey, he discovers—or proves—his manhood.

In „@Tiktok_cowboy„, things go well only until the midpoint of the film, where a quote on a title card marks a false ending. In truth, it’s the end of the fantasy. From there, both the heroism and the main character’s sense of control unravel, exposing vulnerability and the failure of his journey. This core message is encapsulated perfectly in the quote on that card: “A man isn’t born a cowboy, he becomes one.”For me, this means, especially with the trans subtext, that no one is born as anything—they become. No one is born a parent, a father, or a man. You become one. Much like Simone de Beauvoir’s famous line: “One is not born, but rather becomes, a woman.”We are a collection of roles and stories we tell ourselves about who we are. But, in essence, we only truly become who we are when the roles we assign to ourselves begin to fail. This journey, where the facade collapses, is the one that matters. And also the horse Miguel is trans, in reality she’s a mare and her name is Samira and she did an amazing job impersonating a trusty companion. 

And, just to emphasize that my film thrives on strange coincidences, I picked that particular cowboy quote completely at random from a “Top 20 Cowboy Quotes” website. 

Where did you shoot and in what time frame did you make the film?

We filmed in several locations throughout the Jiu Valley, Petroșani and Petrila, the most well-known mining area in Romania. In total, I think we had around 14 locations over just five days of shooting. We were relocating two or three times a day, which was a significant challenge for a team made up mostly of students, but I’m incredibly grateful for how well everyone pulled together.

t wasn’t an easy production. Unfortunately, an entire sequence we shot near the Livezeni Mine was cut during editing because it was too long. I still remember that particular day—we had three major relocations and were racing against the clock because we relied heavily on natural light. We shot in early October, hoping for an autumnal atmosphere, but that turned out to be a bust since the unseasonably warm weather kept everything green. Plus, the sun was setting by 7 PM, which put even more pressure on us.

Some locations were quite tough to work with—like hiking up hills with a horse in tow. We even kept an improvised moment in the final cut from a location where we weren’t allowed to film with the horse in the river. That’s the scene where Zoro has a conversation with an off-screen voice telling him he can’t cross the river with the horse because it’s a tourist area. That dialogue is completely real—it’s exactly what happened to us on-site.

What was important to you visually?

I had this abstract idea of a fairy tale western, but I didn’t want it to be a faithful visual copy of the western genre. I was aiming for more of a visual commentary on that style. My DOP, Ana Drăghici, told me on set, „I think I’m just now starting to understand what you’re trying to do.“ Honestly, I wish there were a way to telepathically show people how I see the frames in my head. Ana was incredibly patient and kind every time I explained the atmosphere I wanted to create. We built the frames quite simply—wide shots, full frames, almost like fairy-tale tableaux, or views, if you will. They were like illustrations from a storybook. I didn’t want to overuse classic western angles, and the mise-en-scène I crafted was deliberately theatrical. The characters move or stand in the frame in a calculated manner.

I loved the idea of using long takes, even if it meant sacrificing some of the dynamism. I wanted to construct the scenes around the spaces we were in and capture them as fully as possible. This choice was also tied to the specific aesthetic I imposed on myself from the story’s structure—for other films, I wouldn’t necessarily apply the same visual mannerisms.

One of my favorite shots, though it’s quite short, is the one where Zoro rides through a cornfield, and a man on a moped cuts across his path while another man standing by a tractor waves at him. Those two men were actually working there, and I asked them to take part in the scene. I loved the idea of involving locals as extras and using the elements the space itself offered—almost like an ethnographic snapshot of those places.

Another favorite shot is when Nea Ghiocel (played by Gabriel Spahiu) recites his pandemic-inspired verses as they pass under an improvised bridge where mannequins of Ceaușescu and his comrades hang. That location was part of the Planeta Petrila museum at the Petrila mine. When we arrived and saw that setup, I decided on the spot to shoot the scene there.

For me, the visual aesthetic of this film was primarily an exercise in observation. I deliberately used spaces that could serve as a kind of antithesis to, or directorial commentary on, the actual action of the film. I’ve received comments saying some of my choices were childish or overly imaginative, but honestly, I stand by them. I wanted to explore that borderland where realism meets magic realism.

How did you find your actors – what requirements did they have to meet?

When I start working on a screenplay, I usually write with the actors already imagined in my head. It’s like I cast them beforehand—I think about who would be right for the role and write while picturing their faces, trying to craft dialogue with their specific cadence and tone in mind. This approach helps me infuse the world I’m building with a sense of specificity, even from the script stage.

For most of the characters in „@Tiktok_cowboy„, I already knew exactly which actors I wanted, and I was lucky enough that they all said yes. For instance, I reached out to Gabriel Spahiu, who’s appeared in countless Radu Jude films, because Jude had been my professor. Linda, who plays Buba, was my colleague on a community radio project for disadvantaged Roma communities in the Pata Rât ghetto near Cluj. I really wanted her to play this role because she once told me how much it would mean to her to act in a film. Plus, I feel that non-professional actors often bring a certain authenticity to their performances. For the young girls in the opening scene, we did on-the-spot casting with children from the Roma community in Baru-Valea Lupului. Initially, their lines were written in Romani, but I was surprised to discover that not all Roma communities speak the language. This was the case here, so I cut their lines, leaving Zoro and Buba to carry the dialogue.

The older policeman was an actor who grew up in the Jiu Valley and knew the atmosphere of the place well. The younger one was a classmate from my acting studies. As for the nurse, Ilinca Hărnuț, she’s a dear friend of mine—she didn’t really have a choice. What mattered most to me, though, was that the actors who played these roles had something larger-than-life about them, something that matched the heightened tone of the story. I wanted them to feel like they belonged to the world I was creating.

The only actor I really had to search for was Bondi. For Zoro, it was crucial to me that he was Roma—not a white actor impersonating a Roma person, which I find outrageous, even though this practice has unfortunately been common in our industry in the past. I was even offered such a casting suggestion, but I rejected it outright, annoyed by the mere idea.

Fortunately, I found Bondi, who had appeared in a few films before. He’s not a professional actor by trade, but that actually worked in his favor—he brought an extraordinary naturalness and charisma to the role. It was a perfect match. He ticked all the boxes for the role: he was a young parent, had a child born during the pandemic, and made TikToks. The only thing he didn’t know was horseback riding, but we sent him to riding lessons, and he picked it up quickly. We read through the script together a couple of times, and then I decided to rewrite most of the dialogue to match the way he naturally delivered it—his word choices, his phrasing—because it just made sense. His logic for delivering the lines worked seamlessly, and the result felt authentic and alive.

Can you tell me a bit more about yourself and how you came to making films?

I think I gravitated toward filmmaking out of a need to escape loneliness. As a kid, I spent a lot of time alone, often finding myself lost in my head, creating scenarios and stories. Later, I found out there’s actually a term for this: maladaptive daydreaming. In any case, it’s always been easy for me to think in images—something that’s stuck with me to this day. Although I can write decently, words often trip me up, especially when I have to describe something. Honestly, I’d much rather have a printer attached to my head so I could just print out the images I see in my mind.

That loneliness, and the more painful experiences I went through, gave me a depth of feeling significant enough to channel into art—and ultimately led me to the idea that I should make films. But it took me about five years to figure out what that actually meant for me, including three years of film school and a master’s in film acting.

During school, I ran into a lot of discouraging feedback about my films, to the point where I started believing I wasn’t capable of making a good film. I thought something must be wrong with how my brain processed stories. I’d close my eyes, imagine a story, and the frames would look perfect in my head—but when I tried to write them down, they’d lose the magic. It took me a long time to accept that this is just how I am, and maybe I’m just not particularly suited for short films. The short film format is difficult because it’s, well, short—and you have to be concise.

I struggle with focusing on just one narrative thread. I want to say a lot, because I tend to see life in a very 360-degree way. When I discovered Asian cinema, I realized there were other people who saw things the way I do. For example, watching „Rebels of the Neon God“ by Tsai Ming-liang captivated me with how it jumped from one narrative thread to another. Then there’s „Supermarket Woman“ by Juzo Itami, and of course „An Elephant Sitting Still“ by Hu Bo, a film that deeply impacted me. That’s the kind of cinema I want to make in the future. I want to have the courage to experiment more.

I’ve internalized this idea that everything I create is bad—that this isn’t how films are made—and that whatever I do ends up as some lukewarm stew. But in my bolder moments, I think: You know what? Film is, at the end of the day, a brothel. You go in, do whatever feels right, with all the shades and positions (camera angles, of course), pay your dues, and leave.

If I have one goal for 2025, it’s to finally move past the criticisms I’ve internalized and stop trying to make “good” films. Instead, I want to have the courage to make films the way I see them in my head. In a way, I regret that „@Tiktok_cowboy“ ended up being a compromise—it wasn’t quite realistic, not quite magical, not too tame, not too wild. Moving forward, I want to embrace the motto: wrong, but strong.

Are there any new projects planned?

„Being“, and it’s the complete opposite of „@Tiktok_cowboy„. It’s a fragile, vulnerable, and personal story about my experience as a pre-transition trans person going through a breakup and not knowing how to process the anger I feel—mostly directed at myself.

It’s a student film, low budget—practically no budget, really. I made it with the help of my friends in the industry who believed in me and in the story. It’s also the first film where I’m both the lead actor and the director. It was a fascinating but difficult experience because I constantly had to switch between being the director and being the actor. I think I was harder on myself than I would’ve been on any other actor in my place—I could see every tiny mistake I made. But it was good practice because I just started working on another short film project, which I hope will evolve into a feature.

I think I’d like to act in that one too—unless I find someone else who fits the role better. I won’t reveal the title of the project yet because I’m superstitious, but I can say that I want it to be both punk and sensitive. I want it to explore the current “transition” happening in the world and how we perceive it. Essentially, it’s going to center on a trans protagonist trying to process “the end of the world” while saving up money for top surgery.

Wish me luck that I don’t lose myself in seven different narrative threads. Just kidding. You can bet that’s exactly what I’ll do!

Questions asked by Doreen Kaltenecker

Read on the german review of the short film „@Tiktok_cowboy

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