“Pitch Perfect 3” (2017)

© Universal Pictures

Filmkritik: Vor fünf Jahren begann die Musikfilm-Reihe mit dem Spielfilm “Pitch Perfect”. Dieser versuchte noch eine Balance zwischen Gesang, ernsthafter Geschichte und Blödeleien zu finden. Der dritte Teil – “Pitch Perfect 3” (OT: “Pitch Perfect 3”, USA, 2017) – hat dieses Unterfangen aufgegeben und möchte lieber mit Albernheiten und amüsanten Gesangsdarbietungen unterhalten. Dies funktioniert über weite Strecken trotz vieler Fremdschämmomente einfach besser.

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Alle Barden Bellas haben das College verlassen und versuchen nun ihren Platz in der Welt zu finden. Beca (Anna Kendrik) hat gerade ihren Job als Musikproduzentin verloren. Da kommt es ihr und auch ihrer immer noch arbeitslosen Mitbewohnerin Fat Amy (Rebel Wilson) gelegen, dass sich die Möglichkeit bietet, noch einmal mit Chloe (Brittany Snow) und Aubrey (Anna Camp) sowie den anderen Mädels auf Tour zu gehen. Sie fliegen nach Europa, um dort die heimische Truppen zu bespaßen. Dabei stellt sich bald heraus, dass sogar ein kleiner Contest mit dazu gehört. Die beste Band darf als Vorgruppe von DJ Khaled auftreten. Doch Fat Amy hat neben dem Wettbewerb noch andere Probleme: Ihr Vater Fergus (John Lithgow) taucht nach Jahren wieder auf und lässt einfach nicht locker, wieder mit ihr in Kontakt zu treten. Doch dahinter scheint mehr zu stecken.

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Kay Cannon (*1974) und Mike White (*1970) erdachten sich zusammen mit der Regisseurin Trish Sie, bekannt für “Step Up: All In” (2014) und ihr gutes Gespür für Choreographien, eine Geschichte, die nicht nur Spaß macht, wie die vorhergehenden College-Filme zeigten, sondern auch den Ernst, der danach kommt, betonen will. So startet der Film mit einer realistischen Bestandsaufnahme über die schwierige Zeit nach der Ausbildung seinen Platz im Leben zu finden. Doch diesen Aspekt vergisst der Film alsbald und wandelt sich in eine Action-Komödie mit viel Gesang und Tanz um. Der Actionteil dreht sich dabei vor allem um Fat Amy und wird durch ihren Humor geprägt. Dieser, welcher auch oft unter die Gürtellinie schlägt, ist der Knackpunkt des Films und führt nicht selten zum Fremdschämen. Auch wenn sich dieses Mal nicht alle Witze nur um ihr Übergewicht drehen, wird einem Fat Amy durch ihr Verhalten einfach nicht sympathisch. Soll sie auch nicht, sondern auch hier ist Beca wieder der Anknüpfungspunkt. Glücklicherweise gibt der Film auch den anderen Charakteren genug Raum und erinnert so an “Magic Mike XXL” LINK, der aus einer Sozialstudie einer schrullige, aber sehr amüsante Charaktergeschichte gemacht hat.

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Natürlich wäre “Pitch Perfect 3” nichts ohne seine Choreographien und Gesangsparts. Hier besitzt der Film immer noch seine größten Stärken. Die Schauspieler überzeugen mit ihrem Gesangstalent. Die Lieder, fast alles moderne Pop-Hymnen, werden stimmig intoniert. Zudem bietet das A-Capella diesmal eine guten Kontrast zu den anderen Bands mit Instrumenten, die sich auf den Truppenstützpunkten tummeln. Dazu gehören die Musiker der realen Countryband ‘Sattle Up’ und die beiden DJs DJ Looney und DJ Khaled. Der größte Konkurrent für die Bellas, ist die fiktive, weibliche Rockband Evermoist, welche ebenfalls aus talentierten Musikern zusammengesetzt wurde. Deren Anführerin ist die australische Schauspielerin und Musikerin Ruby Rose (bekannt aus “Orange is the  New Black” (2015-2016) und “John Wick 2” (2017)). Sie bildet mit ihrer Stärke den perfekten Kontrast zu den Barden Bellas, doch leider ist ihre Rolle, wie auch die vieler anderer Charaktere zu stark überzeichnet. So geht die Geschichte immer wieder den leichten Weg über den schlechten Witz, da es öfters weh tut zuzuschauen und nur die Gesangsszenen viel Freude bereiten.

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Fazit: “Pitch Perfect 3” ist der dritte Teil der Mädchen-A-Capella-Reihe, welche seit ihrem Anfang viele für diese Art des Gesangs begeistern konnten. Der dritte Film entwickelte sich dabei konsequent trotz authentischer Einspeisungen in eine alberne Richtung weiter. Den Kontrast dazu bieten die guten Gesangs- und Tanzszenen. Diese Mischung funktioniert als leichte Unterhaltung gut, aber es wäre wünschenswert, wenn die Reihe mit diesem Film einfach ihr Ende finden würde.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 21. Dezember 2017, DVD-Start: 28. Dezember 2018

Der Trailer zum Film “Pitch Perfect 3”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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