“A Perfect Day” (2015)

 © Universal Pictures

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Filmkritik: Der spanische Film “A Perfect Day” (OT: “Un día perfecto”, AT: “El pozo”, ES, 2015) des Regisseurs und Drehbuchschreibers Fernando León de Aranoa (*1968) schafft es mit viel Witz und Unbeschwertheit die Zuschauer an seine Geschichte zu fesseln, die gespickt ist mit realem Schrecken.

Mambrú (Benicio del Toro) und B (Tim Robbins) arbeiten schon längere Zeit in einem balkanischen Krisengebiet irgendwann in den 90er Jahren. An diesem Tag ist das wichtigste Problem, die Wasserversorgung auf dem Land zu gewährleisten. Doch zwei von drei Brunnen sind vermint und im dritten Brunnen liegt eine Leiche, die innerhalb der nächsten 24 Stunden das Wasser verseuchen wird. Also gehen Mambrú, B, die neue Kollegin Sophie (Mélanie Thierry) und ihr Übersetzer Damir (Fedja Stukan) auf die Suche nach einem Seil. Dabei kommt ihnen nicht nur die Inspektorin und Ex-Geliebte von Mambrú, Katya (Olga Kurylenko), in die Quere, sondern auch UN-Soldaten, verminte Kühe, ein kleiner Junge und die nicht hilfsbereite Bevölkerung. Doch der Hilfstrupp lässt sich nicht entmutigen und gibt die Suche nicht auf.

 © Universal Pictures

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Der neue Film des spanischen Regisseurs de Aranoa, der sich mit Filmen wie “Montags in der Sonne – Los Lunes al sol” (2002) und “Princesas” (2005) einen Namen gemacht hat und im nächsten Jahr einen Film über Pablo Escobar mit Javier Bardem und Penélope Cruz drehen wird, basiert auf dem Roman “Dejarse Llover”. Dieser wurde von der spanischen Schriftstellerin Paula Farias 2005 verfasst. Die Autorin war für Ärzte ohne Grenzen um die Jahrtausendwende im Kosovokrieg im Einsatz. Ihr erster Roman “Dejarse Llover” verarbeitet das Erlebte, bleibt dabei aber unspezifisch, was genaue Orte und Zeiten angeht. Der Film wählt dagegen ein klares Szenario und verhaftet seine Story in der realen Geschichte. Die Schrecken und die Auswirkungen des Krieges werden unverblümt eingefangen. Auch die Machtlosigkeit von Hilfsorganisationen gegenüber der Bürokratie und dem Unverständnis der Bevölkerung wird gut dargestellt. All das ist stets mit einer gewissen Leichtigkeit und pointiertem Witz in Szene gesetzt. Dabei werden die Ereignisse aber nicht in die Lächerlichkeit gezogen, sondern mit dem nötigen Maß an Respekt behandelt. Diese Mischung ist gelungen und fesselt den Zuschauer. Hinzu kommen der überzeugende Look des Films, der großartige Soundtrack (mit Songs von Marilyn Manson, Gogol Bordello und The Velvet Underground) und ein fantastisches internationales Schauspieler-Ensemble. Jede Rolle wurde hier wunderbar besetzt. Die beiden Freunde Mambrú und B verkörpern Benicio del Toro und Tim Robbins mit viel Witz und sympathischen Zügen. Ihre Figuren besitzen durch ihre langjährige Tätigkeit die nötige Abgebrühtheit und geben dem Film dadurch viel von seiner Leichtigkeit. Damit die Schrecken des Krieges trotzdem spürbar bleiben, wurde Mélanie Thierry als neue Kollegin ausgewählt, welche mit ihren staunenden und erschrockenen Augen die Sichtweise der Zuschauer einnimmt. Bis in die letzte Nebenrolle ist der Cast perfekt zusammengestellt.

Fazit: Der Film “A Perfect Day” ist nicht nur formal besonders gut gelungen und bietet eine fantastische Schauspielerriege, sondern überzeugt vor allem auch mit seiner Geschichte, seinem pointierten Witz und seinem ungeschönten Blick. Das Drama ist höchst empfehlenswert und sticht in diesem Kinoherbst unter den gestarteten Filmen heraus.

Bewertung: 9/10

Kinostart: 22.10.2015

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Wikipedia

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