„Wo wir hingehören“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der 15-minütige Doku-Kurzfilm „Wo wir hingehören“ von Jonah Wögenbauer, der im Deutschen Wettbewerb des 41. Interfilm Berlin 2025 zu sehen war, begleitete eine Fotografin bei ihrem persönlich konnotierten Projekt.

Die Fotografin und Aktivistin Xenia portraitiert mit ihrer Arbeit Cochlea-Implantat-Träger:innen. Sie selbst als Gehörlose trägt ebenfalls solch ein Implantat, das in der Community zwiespältig aufgenommen wird. Sie selbst erfährt Gegenwind u.a. von ihrem eigenen Vater, wenn sie sich dafür entscheidet, dieses nicht zu benutzen, und so wird die fotografische Arbeit auch zu einem persönlichen Ausloten mit diesem für Gehörlose wichtigen Frage. 

Der selbst gehörlose Filmemacher Jonah Wögerbauer porträtiert die mit ihm bekannte Künstlerin Xenia. Er begleitet sie in ihrem Alltag und bei ihrer Arbeit. Wir erleben immer wieder, wie sie das Gehörte ausblendet, indem sie das Implanat ausschaltet. Dabei erleben die Zuschauenden die Umgebung, wie sie selbst wahrnimmt und können auch verstehen, warum das manchmal wohltuend ist. Der Höhepunkt des Films ist das Gespräch mit dem eigenen Vater, der in all der Zeit nicht die Gebärdensprache gelernt hat und sie auf den ‚normalen‘ Weg brachte und halten will. Doch die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Gehörlosigkeit, dem Benutzen des Implantats oder der Verweigerung ist eine sehr individuelle Entscheidung, die sich im Laufe des Lebens auch verändern kann. Der dokumentarische Kurzfilm, der nur beobachtet, ist ein kleiner Schritt zu einer Autonomie, welche den Menschen mit dieser Beeinträchtigung, gerade als Kinder von Eltern und Erziehungsberechtigten, oft aberkannt wird. Xenia und ihre eigenen Entscheidungen, wann und ob sie das Implantat benutzen will, und ihre Arbeit liefern einen Beitrag dazu. 

Fazit: „Wo wir hingehören“ ist ein Kurzfilm von Jonah Wögerbauer, der dokumentarisch die Arbeit und auch die Privatperson Xenia begleitet und mit ihr auf einfühlsame Weise sich mit Fragen rund um das Thema Gehörlosigkeit und Kocher-Implantat beschäftigt.

Bewertung: 3,5/5

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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