Fünf Fragen an Jonah Wögerbauer

Doreen Kaltenecker
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Interview: Im Gespräch mit dem österreichischen Filmemacher Jonah Wögerbauer konnten wir mehr über seinen Doku-Kurzfilm „Wo wir hingehören“ erfahren, der im Deutschen Wettbewerb des 41. interfilm Berlin 2025 zu sehen war, wie es zu der Zusammenarbeit mit der Fotografin Xenia kam und warum es ihm wichtig war, einen Film über Menschen mit einem Cochlea-Implantat zu drehen.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, einen Film über Xenia und das Fotoprojekt zu machen? 

Ich wollte unbedingt einen Film über eine Person mit Cochlea-Implantat (CI) machen, da ich selbst CI-Träger bin. Mich hat interessiert, wie andere Menschen mit dem CI leben und den Alltag bewältigen. Ich wollte Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede entdecken. Xenia kenne ich schon seit vielen Jahren. Als Xenia mir von dem Fotoprojekt erzählte, war ich sofort begeistert und habe gefragt, ob ich Xenia und das Projekt dokumentarisch begleiten darf. 

Wie hat Xenia darauf reagiert, die Protagonist:in-Rolle in einem Film einzunehmen? Warum hast Du auf direkte Interviews verzichtet? 

Xenia war sehr offen und hat mir von Beginn an großes Vertrauen geschenkt, was die Zusammenarbeit sehr bereichert hat. Der Film ist im Rahmen meines Studiums an der Filmuniversität KONRAD WOLF entstanden. Eine der künstlerischen Vorgaben war es, auf direkte Interviews zu verzichten. Dadurch entstand eine eher beobachtende Haltung: Wir haben alternative Wege gesucht, um Themen und Aspekte von Xenias Alltag für das Publikum zugänglich zu machen. 

Die hörbare Ebene ist direkt mit dem Thema verbunden. Kannst Du dazu mehr sagen? 

Durch die auditive Ebene wollten wir einen künstlerisch-kreativen Zugang zu Xenias Lebensrealität mit CI schaffen, indem wir zwischen der hörenden und der tauben Welt hin- und herwechseln. Wir zeigen, wann und in welchen Situationen Xenia das CI verwendet oder auch verwenden muss. Das Hören oder Nicht-Hören hat für CI-Träger:innen einen großen Einfluss auf die eigene Identität – Fragen nach der Zugehörigkeit sind für viele ein zentrales Thema und nach wie vor oft mit einem persönlichen Dilemma verbunden. 

Kannst Du mir mehr von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist? 

Ich bin in Niederösterreich aufgewachsen und hatte als Kind kaum Berührungspunkte mit dem Medium Film. Mit 14 Jahren fing ich an, mich dafür zu interessieren, und drehte mit Schulfreunden meine ersten kleinen Filme. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht! Durch die ersten Vorführungen verstand ich die emotionale Wirkung des Mediums und war fortan fasziniert. Nach der Matura absolvierte ich diverse Praktika, schnupperte beim Fernsehen rein und arbeitete unter anderem als Produktionsassistenz. Während meines Politikwissenschaftsstudiums in Wien drehte ich weiterhin Kurzfilme, die ich mehr oder weniger erfolgreich bei Festivals einreichte. Seit 2023 studiere ich Regie an der Filmuniversität Babelsberg und lebe in Berlin. Neben dem Studium bin ich auch Teil des Wiener Filmkollektivs Hawarafilm.  

Sind bereits neue Projekte geplant? 

Aktuell arbeite ich an meinem Abschlussfilm – ein fiktionaler Kurzfilm, den ich im Sommer gemeinsam mit ZDF/3sat realisieren darf. Es ist eine Geschichte über eine junge Liebe, die aufgrund äußerer Umstände gezwungen ist, vorschnell zu heiraten, und beinahe an diesem Druck zerbricht.

Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Wo wir hingehören

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