Fünf Fragen an Felix Karolus

© Wolfgang Aichholzer

Interview: Im Gespräch mit dem Filmemacher Felix Karolus, der die Zuschauer schon mit seinem Kurzfilm „Los Paul“ beglückt hat,  erzählt uns mehr über seinen neuesten Film „Menuett“, zu sehen auf dem 20. Landshuter Kurzfilmfestival, woher die Idee für den Film stammte und wie er Senta Berger für das Projekt gewinnen konnte.

Dein Kurzfilm „Menuett“ beruht auf einer wahren Geschichte, richtig? Was hat Dich daran fasziniert, um einen Film daraus zu machen?

Die Vorbilder für „Menuett“ habe ich zufällig auf dem Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale kennengelernt. Sie feierten an diesem Tag ihr achtjähriges Kennenlernen und haben meiner Freundin und mir ihre Geschichte erzählt. Dass ein Mann den letzten Wunsch seiner Frau erfüllt und dabei seine neue Lebenspartnerin findet, fand ich sehr berührend und lebensbejahend.

Mir und auch ein paar anderen Zuschauern ging es beim Sehen so, dass wir den Fremden nicht richtig zuordnen konnten und erst sinistre Gedanken bei ihm vermuteten. War das Absicht?

Senta Berger

Der Zuschauer nimmt die Rolle von Charlotte, die von Senta Berger gespielt wird, ein. Sie weiß nicht wer ihr unbekannter Besucher ist und was er will. Der Wunsch etwas Erde aus ihrem Garten für das Grab seiner Frau haben zu wollen, ist so ungewöhnlich, dass sie und auch der Zuschauer erstmal skeptisch ist. Der König spielt sich nicht selbst, er wird gespielt und so ist es hier mit der Figur von Thomas Thieme. Martin wirkt sinister, weil sich etwas in der Erwartung von Charlotte und der des Zuschauers abspielt. Wir trauen uns gegenseitig nicht mehr. Der einzig „gebaute“ und somit wirklich beabsichtigte Moment in dieser Richtung ist jener, wenn Charlotte nach dem Telefonat mit ihrer Tochter wieder zurück kommt und Martin nicht mehr da ist.

Erzähl mir mehr zur Umsetzung. Wie hast Du diesen idyllischen Ort gefunden und was war Dir bei der visuellen Umsetzung wichtig?

Thomas Thieme und Senta Berger

Dieser idyllische Ort ist das Haus meiner Schwiegereltern und quasi der dritte Hauptdarsteller. Sie waren so großzügig, mich darin drehen zu lassen. Auch durften wir die Wände in Dunkelgrün streichen, was ein wichtiger Bestandteil unseres visuellen Konzeptes war. Der DoP Wolfgang Aichholzer und ich hatten uns vorgenommen unseren Schauspielern und der Geschichte den ganzen Raum zu geben. Die Bilder sollten gemäldehaft und voller Symbolik sein. Jede Blume auf dem Tisch, jede Skulptur im Hintergrund und jede Handlung ist wohl bedacht und erzählt eine Geschichte.

Du konntest Senta Berger für Deine Hauptrolle gewinnen. Kannst Du mir mehr zum Casting erzählen und wie es war mit ihr zu drehen?

Senta Berger

Schon während des Schreibens hatte ich mir immer Senta Berger als Charlotte vorgestellt, genauso wie Thomas Thieme als Martin. Ich habe Senta Berger dann angerufen und gefragt, ob ich ihr mein Drehbuch schicken dürfte. Sie hat das Buch dann gelesen und ihr hat die Geschichte gut gefallen. Mit ihr und auch Thomas Thieme zu drehen war ein Geschenk für mich.

Wie wird es bei Dir weitergehen? Hast Du schon neue Projekte am Start?

Ich schreibe gerade an meinem ersten Langfilm und hoffe, dass wir ihn nächstes Jahr drehen können.

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Menuett

2 Gedanken zu “Fünf Fragen an Felix Karolus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.