„The Physics of Sorrow“ (2019)

Kurzfilm / Kanada / Animation / 2019

Filmkritik: Der kanadische Filmemacher Theodore Ushev schuf mit „Blind Vaysha“ (2015) bereits einen handwerklich beeindruckenden Kurzfilm, in dem er das Holzschnittverfahren anwandte. Auch in seinem neuesten Film, dem fast halbstündigen „The Physics of Sorrow“ (OT: „Physique de la tristesse“) wählt er ein außergewöhnliches Verfahren. Er schuf die Bilder für seinen Film aus Wachs.

Ein Mann erinnert sich mit Melancholie an seine Kindheit in Bulgarien und so auch an die einzige Zeit, in der er glücklich war. Mit seiner Emigration nach Kanada nahm die Schwermut immer mehr zu.

Der Autor Georgi Gospodinov veröffentlichte 2012 seine Novelle „The Physics of Sorrow“, welche in Bulgarien bereits Kultstatus genießt. Der Filmemacher Theodore Ushev (*1968), welcher bereits über 19 Kurzfilme realisiert hat und mit „Blind Vaysha“ 2016 für den Oscar nominiert war, las das Buch in einer Nacht durch. Für die Umsetzung, welche von Traurigkeit, Schwermut und Vergänglichkeit geprägt ist, wählte er ein Medium, was ebenso unbeständig ist und rasches Bearbeiten erfordert. Er malte für seinen 27-minütigen Film unzählige Bilder in Bienenwachs, fotografierte sie, machte sie wieder weich und veränderte sie. So entstand ein Animationsfilm, der sich wie fließenden Gemälde anfühlt und das Vergängliche und das Nichthaltbare der Vergangenheit einfängt. Der perfekt von Rossif Sutherland eingesprochene Off-Kommentar rundet die filmische Adaption ab. Es entstand im Gesamten ein handwerklich beeindruckender und emotional packender Kurzfilm, welche der Vorlage mehr als gerecht wird.

Fazit: Der Animationsfilm „The Physics of Sorrow“ ist eine Buchadaption von Theodore Ushev. Mit in Bienenwachs gemalten Bildern erzählt der Kurzfilm eine Geschichte der Traurigkeit und wie sich diese permanent in einem Herz festsetzen kann. Stimmige, traumähnliche Bilder voller melancholischer Schönheit gehen hier Hand in Hand mit einer gut erzählten Geschichte.  

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „The Physics of Sorrow“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.