„The Great Arc“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Frankreich / Fiktion / 2023

Filmkritik: Die französische Regisseurin Camille Authouart erzählt in ihrem Kurzfilm „The Great Arc“ (OT: „La Grande Arche“), der im Sonderprogramm ‚Dreaming Utopia‘ des 36. Filmfest Dresden 2024 zu sehen war, vom Pariser Stadtteil La Defense.

Im Pariser Stadtviertel La Defense, welches in den 1960er Jahren errichtet wurde, leben rund 20.000 Menschen. Es gilt nicht als das angesehenste Viertel der Stadt und auch die Menschen, die dort leben, nehmen kaum die 70 Kunstwerke wahr, welche den Ort verschönern sollen. 

Camille Authouart ist über ihre Familie mit dem Stadtviertel verbunden. In einer Zeit, in der sie sich von dort verabschieden musste, hat sie viele Zeichnungen von den Kunstwerken, die dort meist nicht beachtet werden, angefertigt. Diese warteten dann darauf, in einem Film zum Einsatz zu kommen. Die Betrachtung dieses Stadtviertels ist dabei eine Doku-Fiktion, wie sie es selbst nennt. Zum einen erfährt das Publikum von der Geschichte und der Architektur des Viertels und lernt darüber auch ein wenig die Menschen, die dort leben, kennen. Ein Voice-Over, eingesprochen von Flora Fischbach, leitet uns durch die Geschichte. Doch Authouart geht mit ihren Animationen noch einen Schritt weiter, verfolgt eine bestimmte Person und erlebt dann mit ihr zusammen die fantastische Erweckung eines der Kunstwerke. So vermischen sich reale, sehr authentisch eingefangene Elemente mit Fantasie und etwas Träumerischem, was dann wiederum sehr gut zu dem emotionalen Ausgangspunkt der Entwicklung des Films passt. Darüber hinaus hallt der Film lange nach und lässt Fragen nach der richtigen Ausgestaltung von Stadtvierteln aufkommen und was für eine Umgebung Menschen brauchen, um sich gut aufgehoben zu fühlen.

Fazit: „The Great Arc“ ist ein Kurzfilm der Regisseurin und Animationskünstlerin Camille Authouart, die darin von einem Stadtviertel berichtet, getreu dessen Kunst einfängt und sich gleichzeitig sowohl in einen geschichtlichen Abriss gibt als auch mit sich mit seiner Geschichte ins Traumwandlerische entwickelt. Toll gezeichnet und gut eingesprochen, nimmt sie so das Publikum mit auf eine Reise in ein eher unbekanntes Paris.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „The Great Arc“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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