- „Bleistiftstriche“ (2026) - 3. April 2026
- „Als wäre es leicht“ (2025) - 1. April 2026
- Kinostarts 02.04.2026 - 31. März 2026
Interview: Im Gespräch mit dem walisischen Regisseur Alun Rhys Morgan konnten wir mehr über den Kurzfilm „Collection Only“ erfahren, der im ‚Shock Block‘-Programm des 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 lief, wie eigene Erfahrungen und Folk-Horror die Geschichten formten und wie wichtig ihm der Bezug zu seiner Heimat Wales ist.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu Deinem Kurzfilm entstanden?
Die Idee kam mir, als ich versuchte, ein neues Haus zu kaufen. Nachdem ich eine Anzahlung geleistet hatte, stellte ich fest, dass ich kaum Geld übrig hatte, um das Haus mit Möbeln auszustatten. Ich habe dann bei Gumtree und Facebook Marketplace nach Schnäppchen gesucht. Ich traf ein paar merkwürdige Leute, um es vorsichtig auszudrücken. Beim Stöbern im Internet stieß ich auch auf einige grotesk aussehende Möbel, was mich zum Nachdenken brachte, wem diese Möbel wohl gehören würden und wer sie haben wollte. Dann kam mir der Gedanke, dass es doch witzig wäre, wenn zwei entfremdete Freunde einen sperrigen Stuhl von einer dämonischen alten Frau aus Wales abholen müssten. Ich dachte, das wäre eine großartige Gelegenheit, mit Horrortropen und -klischees zu spielen und dabei die beiden Freunde in den Mittelpunkt zu stellen, die sich streiten und nichts von alledem mitbekommen.
In wie vielen Tagen habt ihr den Film umgesetzt? Wo habt ihr gedreht?
Wir haben den Film drei Tage lang im Haus unseres Produzenten in Cardiff, Wales, gedreht. Wir verbrachten auch ein paar Tage vor den Dreharbeiten damit, seine sauberen weißen Räume in ein dämonisches walisisches Frauenhaus zu verwandeln.
Welche Rolle spielt Wales in Deinen Filmen und speziell hier in „Collection Only“?
Wales spielt eine große Rolle in dem Film. Ich denke immer, dass der bescheidene walisische Sinn für Humor in der Welt nicht sehr oft gesehen wird, deshalb war es wichtig, ihn zu zeigen. Auch die Folklore, die hinter dem Dämon steckt, basiert stark auf der Geschichte des walisischen Kohlebergbaus. Da ich selbst fließend Walisisch spreche, konnte ich nicht widerstehen, ein paar walisische Sätze einzubauen, die meine Oma zu sagen pflegte, wenn ich sie besuchte, vor allem „Wel y jiw jiw“.
Was lag Dir visuell am Herzen? Die Effekte sind alle handgemacht, richtig?
Visuell wollte ich sicherstellen, dass sich alles eng und klaustrophobisch anfühlt. Ich und der Kameramann wollten auch, dass es orange und schmutzig ist, damit die Umgebung unangenehm wirkt. Wir wollten so viel wie möglich handgemachte und praktische SFX, wie du sagst. Unsere fantastische SFX-Make-Up-Künstlerin Ellie Baldwin hat das wirklich geschafft, immer neue Furunkel während des gesamten Drehs hinzuzufügen. Man merkt es nur, wenn man genau hinschaut, aber das Gesicht der alten Dame wird im Laufe des Films immer schlimmer und es tauchen immer mehr Geschwüre auf. Das Erbrechen ins Gesicht wurde am Set mit einer Sprühpumpe gemacht, die an einem Eimer voll schwarzer Flüssigkeit befestigt war, die Ellie gezaubert hatte. Das haben wir dann neben das Gesicht der alten Dame gespritzt. Der Schauspieler auf dem Boden, Steffan, hatte die unangenehme Aufgabe, ein paar Mal damit bespritzt zu werden, aber er hat es gut verkraftet!
Welche filmischen Vorbilder haben Dich hier geleitet?
Ich bin ein großer Martin McDonagh-Fan („Brügge sehen… und sterben?“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“), denn ich halte ihn für einen genialen Autor von komödiantischen Dialogen, was einen großen Einfluss auf „Collection Only“ hatte. Außerdem bin ich ein großer Horrorfan und Sam Raimi und John Carpenter sind für mich Legenden. In einer Zeit, in der es nicht viel Geld gibt, um Filme zu machen, haben sie Kultfilme gedreht, die die Zeit überdauert haben, und das mit kaum Geld, was für mich sehr inspirierend ist.
Kannst Du mir noch kurz erzählen, wie Du selbst zum Film gekommen bist?
Das ist es, was ich machen wollte, seit ich denken kann. Anfangs dachte ich, ich wolle schauspielern, aber dann wurde mir klar, dass ich eigentlich die Kontrolle über den gesamten Prozess haben wollte, über den visuellen Stil, die Geschichte, das Sounddesign usw. Ich bin ein bisschen introvertiert, also ist das Filmemachen die Art und Weise, wie ich mich wirklich ausdrücken kann.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Kürzlich habe ich eine Runde der Entwicklungsfinanzierung mit BFI/Film Cymru für einen kurzen Horrorfilm über eine Meerhexe durchlaufen. Außerdem habe ich einen weiteren Kurzfilm in der Entwicklung. Ich hoffe, dass ich endlich einen Spielfilm, an dem ich schreibe, auf die Beine stellen kann. Daumen drücken!
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Collection Only“
Interview: In our conversation with Welsh director Alun Rhys Morgan, we found out more about the short film „Collection Only„, which ran in the ‚Shock Block‘ program of the 25th Landshut Short Film Festival 2025 , how his own experiences and folk horror shaped the stories and how important the connection to his home country Wales is to him.
How did the idea for your short film come about?
The idea came from me going through the process of trying to buy a new house. I realised after fronting up a deposit, I had hardly any money left to fill the house with furniture. I then turned to Gumtree/Facebook Marketplace for some bargains. I met a few odd people to say the least. I also came across some grotesque looking furniture when scrolling online, so that got me thinking who would own this furniture and who would want to have it. I then started to think that it would be funny to throw in two estranged friends having to pick up a bulky chair from a demonic old woman in Wales. I thought it was a great opportunity to play with horror tropes and cliches, while focusing on these two friends arguing and being oblivious to it all.
In how many days did you realize the film? Where did you shoot it?
We filmed it over 3 days in our producer’s house in Cardiff, Wales. We also spent a few days before the shoot doing a big set dress, making his clean white rooms into a demonic Welsh ladies house.
What role does Wales play in your films and especially here in “Collection Only”?
Wales plays a huge part in the film. I always think that the Welsh unassuming sense of humour isn’t seen very much around the world, so it was important to show this. Also the folklore behind the demon is all heavily based in Welsh coal mining history. Being a fluent Welsh speaker myself, I couldn’t resist throwing in a few Welsh phrases that my gran used to say when I visited her, the main one being „Wel y jiw jiw“ .
What was important to you visually? The effects are all handmade, right?
Visually I wanted to make sure that everything felt tight and claustrophobic. Me and the DOP also wanted it to feel orange and grimey to make the environment feel unpleasant. We wanted as much as possible to be handmade and practical SFX as you say. Our amazing SFX makeup artist Ellie Baldwin really delivered, with the boils all added on throughout the shoot. You’ll only notice if you keep an eye out but the old lady’s face gets worse as the film goes with more boils showing up and this is something we were actively trying to show, the demon slowly rotting away and struggling to keep up the act of being human. The vomit in the face was done on set with a spray pump attached to a bucket full of black liquid that Ellie had conjured up. We then squirted that out next to the old lady’s face. The actor on the floor, Steffan, had the undesirable task of being covered in this a few times, but he took it well!
What cinematic role models guided you here?
I’m a huge Martin McDonagh fan (In Bruges, Three Billboards) as I think he’s a genius comedic dialogue writer, which was a huge influence for „Collection Only„. I am also a huge horror fan so Sam Raimi and John Carpenter are legends to me. In a time where there isn’t much money around to make films, they made cult movies that stood the test of time, with hardly any money to make them, which is hugely inspiring to me.
Can you briefly tell me how you got into film yourself?
It’s what I’ve wanted to do since I can remember. I initially thought I wanted to act but I then realised what I actually wanted to do was have control over the whole process, the visual style, the story, the sound design etc. I’m a bit of an introvert, so making films is the way I truly express myself.
Are there any new projects planned?
I recently went through a round of development funding with BFI/Ffilm Cymru on short horror film about a sea witch. I also have another short in development. I’m hoping to finally get a feature film I’m writing off the ground. Fingers crossed!
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „Collection Only„