„That Summer in Paris“ (2025)

Michael Kaltenecker
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Filmkritik: Im Film „That Summer in Paris“ (OT: „Le rendez-vous de l’été“) begleiten wir Blandine auf ihrer Sommerreise nach Paris während der Olympischen Spiele 2024. Der Film der Regisseurin Valentine Cadic hatte seine Weltpremiere im neuen ‚Perspectives‘-Programm der 75. Berlinale 2025.

Quasi dokumentarisch fängt der Film den Trubel der Stadt während der Olympischen Spiele ein und funktioniert gleichermaßen als Porträt von Paris und den Spielen wie auch als Sommerfilm. Mittendrin sehen wir die gerade 30 Jahre alt gewordene Blandine (Blandine Madec) und lernen sie dadurch kennen, wie sie mit diesem Trubel umgeht. Schüchtern ist vielleicht das falsche Wort, eher in sich gekehrt, höflich und mit Ruhe und letztlich aber doch einsam. Sie beobachtet die Welt und die anderen Menschen darin, aber selbst wenn diese ihr Steine in den Weg legen, will sie diese Hindernisse nicht überspringen oder zerstören, sie geht eher um sie herum.

Blandine lässt sich durch die volle Stadt treiben, was den Film auch zu einem entspannten Sommerfilm macht. Wir begleiten sie bei allerlei Begegnungen und Erlebnissen, die uns helfen, aber auch die Stadt, durch die sie sich bewegt, besser kennenzulernen. So sehen wir auch ihren Besuch bei ihrer selten besuchten Halbschwester (India Hair), die jetzt eine Familie mit Tochter hat. Un wir sehen, wie sie doch noch einen Weg in die olympische Schwimmhalle findet, nachdem das zu Beginn gescheitert ist.

Dabei schaffen es der Film und auch Blandine uns zu überraschen. Zum einen dadurch, dass sie es dann doch noch dorthin schafft, wo sie die ganze Zeit hinwollte – wenn auch nicht so wie geplant – außerdem dadurch, dass Blandine in ihren Vorstellungen und Werten eine Klarheit offenbart, die man ihr zunächst gar nicht zugetraut hätte.

Visuell und inszenatorisch wählt die Regisseurin einen größtenteils dokumentarischen Ansatz. Sie drehte ihren Film während der Olympischen Sommerspiele und nutzte die sich dabei bietende Stadtkulisse. Wir sehen Blandine in Menschenmengen beim Beobachten oder nehmen ihre Position ein und beobachten die vielen anderen geschäftigen Menschen mit ihr. Daneben zeigt der Film viele kleine Begegnungen, welche die Charakterisierung von Blandine ausarbeiten. Der dokumentarische Ansatz war nötig, um den Film überhaupt umsetzen zu können, um die Stadt während der Olympischen Spiele authentisch einzufangen – diese Zweckmäßigkeit schadet dem Film aber überhaupt nicht, sondern passt gut zum Charakter von Blandine.

Fazit: „That Summer in Paris“ schafft es anschaulich, das Gefühl des olympischen Sommers in Paris 2024 zu vermitteln, ohne dabei Wettkämpfe zu zeigen und ist gleichzeitig mit seiner besonderen Hauptfigur ein Porträt von Introvertiertheit. Darüber hinaus ist es kurzweilig und unterhaltsam, Blandine bei all ihren Gesprächen und Erlebnissen in Paris zu begleiten.

Kinostart: unbekannt

Trailer zum Film „That Summer in Paris“:

geschrieben von Michael Kaltenecker

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