„Only on Earth“ (2025)

Michael Kaltenecker
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Filmkritik: Die Region Galicien im Nordwesten Spaniens ist stark von Waldbränden bedroht. Regisseurin Robin Petré („From the Wild Sea“) macht Menschen, Pferde und das Feuer zu Protagonisten ihrer Dokumentation „Only on Earth“ (OT: „Only on Earth“, Dänemark/Spanien, 2025), die auf der 75. Berlinale 2025 als Teil des Kinder- und Jugendprogramms „Generation Kplus“ lief.

Diese Verbindung von Tier und Mensch – insbesondere Pferd und Mensch – war auch der Ausgangspunkt der Arbeit am Film. In Galicien gibt es eine rückläufige Population an Wildpferden, welche durch das Niederhalten des Unterholzes auch zur Brandverhütung beitragen. Wir beobachten, wie die Wildtiere zum jährlichen Scheren zusammengetrieben werden und begleiten eine Tierärztin bei der Pflege zahmer Tiere. Wir sehen den zehnjährigen Pedro als angehenden Cowboy.

Plötzlich überrascht uns aber im Film das Feuer und nimmt allen Raum ein. Deswegen begleitet die Regisseurin Petré auch die Arbeit der Feuerwehrleute und Brandanalytiker wie San und Jorge. Diesen Platz, welchen das Feuer im Film einnimmt, war so ursprünglich nicht geplant. Erst durch den schweren Waldbrand im Jahr 2022 hat sich das Thema der Filmemacherin sozusagen aufgedrängt.

Die Dokumenation wählte als Erzählform die Beobachtung, in der sich der Film Zeit für seine Figuren und Bilder nimmt und länger in Einstellungen verweilt. Wir verbringen geraume Zeit mit Menschen und Tieren, sehen, wie sie miteinander interagieren. Der Film fängt die Atmosphäre und Stimmung wunderbar ein. Das passiert im Film selten über das gesprochene Wort, sondern vorrangig über Bild und Ton. Interviews oder ein Voiceover gibt es nicht. Beeindruckend sind vor allem die Feueraufnahmen. Die Kamera bleibt genauso ruhig und beobachtend wie sonst auch, ist aber mitten in den Flammen. Wir sehen den Brandbekämpfenden bei der Arbeit zu, während das Feuer bedrohlich nahe kommt. Die Gefahr wird greifbar, trotz oder gerade wegen der unbeeindruckten und statischen Kamera.

Fazit: So ist „Only on Earth“ ein Film, der vor allem Stimmung und Atmosphäre transportiert. Dabei lernen wir die Region kennen – doch das eher auf einer fühlbaren, atmosphärischen Ebene, nicht über vermitteltes Wissen. Zusätzlich schafft es der Film vor allem durch seine Struktur und Kameraarbeit die alltägliche Bedrohung des Feuers zu vermitteln. Das verleiht dem Film einen apokalyptischen Anstrich, welcher sich über die Darstellung der Koexistenz von Mensch und Tier legt.

Kinostart: unbekannt

Trailer zum Film „Only on Earth“:

geschrieben von Michael Kaltenecker

Quellen:

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