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Kurzfilm / Deutschland / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der Kurzfilm „Feed your Head“ von Bernhard Strobel, der zu Gast auf vielen Festivals u.a. auf dem 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 und dem 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 war, ist eine Liebeserklärung an die queere Community, an das Lebensgefühl und die Offenheit, blendet aber auch die Schattenseiten nicht aus.
Der 23-jährige Hector (Lorenz Hochhuth) geht ohne seinen kleinen Bruder Matteo (Kalle Kneusels), der gerne mitgekommen wäre, aus. Durch Faye (Meik van Severen) wird er in die queere Community eingeführt, erlebt eine rauschhafte Nacht und wird am Ende durch einen gewalttätigen Zwischenfall jäh aus diesem neu gefundenen Glück herausgebracht. Wie kann er zu dem bejahenden Lebensgefühl zurückkehren und verhindern, dass sein Bruder sich solchen Gefahren aussetzt?
Der Regisseur Bernhard Strobel, der zusammen mit Nicole Rüthers das Drehbuch schrieb, schließt mit „Feed your Head“ sein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg ab. Ihm und dem ganzen Team ging es darum, einen lauthals queeren Film zu machen, da dieser Themenbereich in der Filmlandschaft – auch beim Kurzfilm – immer noch viel zu selten vorkommt. Strobel und Rüthers feiern die queere Community, so dass man gleich ein Teil davon sein möchte.
Die Unbeschwertheit und die Möglichkeiten solch einer Nacht fangen sie perfekt ein. Doch sie entschließen sich auch, die Bedrohung darzustellen, welche solche Menschen immer noch viel zu oft erfahren. Sie machen deutlich, wie solche Situationen die Ängste und Gedanken queerer Menschen beeinflussen. Es dämpft das Gefühl des Anfangs, aber der Film zeigt auch eine Möglichkeit, aus diesem Angstkreis auszubrechen. Hervorragend besetzt mit u.a. Lorenz Hochhuth, Kalle Kneusels und Meik van Severen, ohne geradlinige Erzählstruktur und mit einer gelungenen Vermittlung des Lebensgefühls ist „Feed your Head“ eine Seh-Empfehlung und macht neugierig auf die Arbeiten, welche jetzt außerhalb des Uni-Betriebs noch entstehen werden.
Fazit: „Feed Your Head“ von Bernhard Strobel feiert das Queersein, zeigt aber auch die Gefühle, Sorgen und Ängste, die damit einhergehen. Der Regisseur findet dafür eine ansprechende, nicht geradlinige Inszenierung, gibt der queeren Community mit seinem Film eine Stimme und fordert indirekt, dass es mehr Filme dieser Art geben sollte.
Bewertung: 7/10
Trailer zum Kurzfilm „Feed Your Head“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 – Katalog (Programm ‚D-A-CH-Wettbewerb‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Bernhard Strobel‘, testkammer.com, 2025
- Carl Rolshoven, ‚SR-Mediathek.de: Feed your head‘, sr-mediathek.de, 2024
- Eintrag des Regisseurs Bernhard Strobelan der Filmakademie Baden-Württemberg