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Filmkritik: Der amerikanische Spielfilm „F1 – Der Film“ (OT: „F1“, USA, 2025) des Regisseurs Joseph Kosinski zog viele Zuschauer:innen in die Kinos. Darunter waren nicht nur Fans von Brad Pitt, sondern vor allem Freunde handgemachter Effekte, des Motorsports und Zuschauer:innen, die einer klassische Underdog-Sportler-Geschichte viel abgewinnen können.
In dieser Formel-Eins-Saison haben der Rennstall APXGP und sein Spitzenfahrer Joshua Pearce (Damson Idris) noch keine Punkte bei den Rennen gewinnen können. Der Chef Ruben (Javier Bardem) beschließt daher, seinen alten Freund Sunny Hayes (Brad Pitt) als Fahrer zu rekrutieren. Dieser ist seit einem Unfall nicht mehr in der Formel 1 gefahren, dafür gewinnt er seit geraumer Zeit bei vielen anderen Rennen. Sunny lässt sich überreden und stiftet mit seiner unkollegialen Art erst einmal Unfrieden: Die beiden Fahrer kommen nicht miteinander aus und auch mit den Ingenieur:innen rasselt Sunny zusammen. Doch sein Fahrstil und seine Ideen bringen dem Rennstall auf einmal Punkte ein, so dass die Truppe zusammenwachsen muss, um gewinnen zu können.
Den Regisseur Joseph Kosinski kennt man durch seinen Spielfilm „Top Gun: Maverick“ (2022), die Fortsetzung des Klassikers „Top Gun“ aus dem Jahr 1986. „F1 – Der Film“ besitzt viele Parallelen in der Erzählung, aber auch in der Umsetzung zu „Top Gun: Maverick“. Das Drehbuch stammt von Ehren Kruger und erzählt eine bekannte, klassische Sportler-Underdog-Geschichte. Ein Mann, der von den meisten schon abgeschrieben ist, arbeitet sich an die Spitze hoch und bekommt dafür nicht nur Ruhm und Anerkennung, sondern auch das Mädchen und die Bewunderung des einstigen Rivalen und jetzt Kollegen. Die Geschichte von „F1 – Der Film“ ist so vorhersehbar wie langweilig. Dabei werden typische Tropen abgearbeitet und durchschaubare Gegenspieler etabliert. Nicht nur aufgrund des Motorsport-Themas wirkt der Film zudem archaisch. Die einzigen drei Frauenfiguren können sich klar einsortieren in Mutter, Geliebte und das hübsche Mädchen, das aber als einzige versagt (aka das Dummerchen). Im Verlauf der 156 Minuten kommt man nicht umhin, die Augen zu verdrehen und sich zu fragen, wie so eine antiquiert wirkende Geschichte heutzutage noch erzählt werden kann. Wie bereits „Top Gun: Maverick“ geht es Kosinski nicht um eine ausgeklügelte, charmante Geschichte, sondern um Männer-Action kombiniert mit (intendiert) großen Gefühlen. Das Emotionale funktioniert hier überhaupt nicht, egal welchen Haken die Geschichte noch einzuschlagen vermag.
Warum sich die Sichtung dieses Films trotzdem lohnt, liegt allein an der Inszenierung und Besetzung. Mit dem F1-Fahrer Lewis Hamilton als Produzenten hatte das Filmteam den Zugang zu den Original-Rennstrecken und bekam bei realen Renn-Events ein kurzes Zeitfenster, um seine Szenen zu drehen. Dabei wurden die beiden Darsteller nach einem mehrmonatigen Training in Formel-2-Wagen gesteckt, die optisch verkleidet, als F1-Autos durchgehen und so sind die Rennszenen, die mit vielen Kameras, die auf den Wagen befestigt wurden, gedreht wurden, echt gefahrene Szenen. Nur wenig greift der Film dabei auf CGI zurück und schwört auf handgemachte Action-Szenen. Das sieht man dem Film an, so dass hier jeder F1-Fan auf seine Kosten kommt. Auch durch diverse Cameos der Rennsportszene wird der Film zu einem echten Fan-Pleaser. Auch erkennt die Leistungen der beiden Darsteller Damson Idris und dem mittlerweile 62-jährigen Brad Pitt an. Die Nebenrollen sind mit Javier Bardem, Kerry Condon und Sarah Niles („Ted Lasso“ (2021)) gut besetzt. Das kann für F1-Fans bestimmt genug sein, aber wenn man sich Figuren mit Tiefe und eine Geschichte ohne Klischees und Plattitüden wünscht, ist man hier wahrlich an der falschen Adresse.
Fazit: „F1 – Der Film“ ist der neueste Film von Joseph Kosinski, der hier seine Erfolgsformel von „Top Gun: Maverick“ anwendet: handgemachte Männer-Action, bekannte Stars, rückwärtsgewandte Gesellschaftsvorstellungen gepaart mit einer Underdog-Sportler-Geschichte. Gut inszeniert und besetzt besitzt der Film seine Schauwerte, schafft es aber nicht, eine ansprechende Geschichte zu erzählen und so entstehen nur für Kosinski- oder F1-Fans keine Längen, alle anderen Zuschauer:innen werden sich wahrscheinlich etwas langweilen.
Bewertung: 5/10
Kinostart: 26. Juni 2025
Streaming: unbekannt
Trailer zum Film „F1 – Der Film“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über den Film „F1“
- Britta Schmeis: F1 – Der Film, in: EPD Film, Ausgabe 7/25, S.62.
- F1 and What’s Making Us Happy, in Podcast: Pop Culture Happy Hour, 27.06.2025.
- F1 – Der Film / Drei Arthouse-Ottos tanken Super, in Podcast: Der Tele-Stammtisch – Der Film- und Serienpodcast, 25.06.2025.
- Haucht Jurassic World: Die Wiedergeburt einem ausgestorbenen Franchise neues Leben ein?, in Podcast: CinePie, 02.07.2025.
- Buchstabensalat: F1 und M3GAN 2.0., in Podcast: CinePie, 25.06.2025.
- Anna Wollner, ‚„F1 – Der Film“: Sehenswerter Adrenalin-Rausch mit Brad Pitt‘, ndr.de, 2025

