„Ted Lasso“ (Staffel 2, 2021)

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Serienkritik: Die erste Staffel der amerikanischen Serie „Ted Lasso“, die sich vor allem dem Culture Clash zwischen den Menschen aus Amerika und Großbritannien widmet, sicherte sich schnell eine Fangemeinschaft und konnte viele Preise gewinnen. Die nun erschienene zweite Staffel mit zwölf Folgen kann genauso begeistern und wurde ebenfalls mit vielen Preisen darunter einigen Emmys und den Golden Globe für den Besten Serien-Hauptdarsteller im Bereich Komödie/Musical ausgezeichnet.  

Nachdem die Mannschaft des AFC Richmond abgestiegen ist, kommen sie noch nicht so richtig wieder in Schwung – jedes Spiel geht mit einem Unentschieden aus. Als dann auch noch Dani Rojas (Cristo Fernández) versehentlich ihr Maskottchen, den Hund Earl Greyhound, tötet, scheint sich ein Fluch auf den Verein unter der Leitung von Rebecca (Hannah Waddingham) zu legen. Doch als sich die Trainer Ted Lasso (Jason Sudeikis), Coach Beard (Brendan Hunt) und Nathan Shelley (Nick Mohammed) dazu entscheiden, eine Sportpsychologin – Dr. Sharon Fieldstone (Sarah Niles) – zu engagieren, entsteht eine neue Dynamik. Siege werden errungen, Jamie Tartt (Phil Dunster) darf zurückkommen und Roy Kent (Brett Goldstein) wird Trainer. Alles scheint gut zu laufen, doch ein Schatten breitet sich über Ted aus, den er allein mit seiner guten Laune nicht zu besiegen weiß.

Sarah Niles, Nick Mohammed, Jason Sudeikis, und Brendan Hunt

Nach den zehn Folgen der ersten Staffel, die sich auf amüsante aber gefühlvolle Weise mit der Begegnung eines meist optimistischen Amerikaners mit seinem neuen Heimatland England beschäftigt, war man gespannt wie die Geschichte fortgesetzt wird. Die erste Staffel endete mit dem Abstieg des Fußballclubs und zu diesem Zeitpunkt hatte man wirklich alle Beteiligten ins Herz geschlossen. In diesen Figuren – nicht dem Sport oder dem Fußballclub – liegt die größte Stärke der Serie. Genau das hat der Serienmacher Jason Sudeikis auch erkannt und widmet sich in den zwölf Folgen der zweiten Staffel ganz den Personen. So steht nicht nur der titelgebende Coach im Vordergrund, sondern auch mal der zweite Trainer Coach Beard, der PR-Manager Leslie Higgins oder der Fußballspieler Sam Obisanya. In allen Folgen schweift der Blick über alle Figuren, gibt ihnen mehr Profil und entwickelt ihre Geschichte fort. So passiert es auch, dass Personen beinah extreme Wandlungen in die eine oder die andere Richtung vollziehen. Das passt gut zum ernsteren Ton der zweiten Staffel, die sich inhaltlich ganz stark mit Themen wie Depression, Therapie und Trauma beschäftigen. So nutzt die Serie ihre so wunderbar eingeführten Figuren aus, um charakterliche Entwicklungen aufzuzeichnen. Hinzu kommt trotzdem eine große Portion Humor, so dass die Folgen zwar manchmal traurig enden, aber nie schwerfällig sind. Das verdankt die Serie natürlich auch dem perfekten Cast (neu dabei Sarah Niles als toughe Therapeutin), welcher den Figuren Leben einhaucht und ein Profil gibt. Viele kleine Nebengeschichten werden erzählt und tragen definitiv zum großen Erfolg der Serie bei. So ist man auch bei dieser Staffel, welche vollständig auf Apple TV+ zu sehen ist, verlockt, alle Folgen am Stück zu schauen. 

Brett Goldstein (II) und Juno Temple 2

Fazit: Die zwölf Folgen der zweiten Staffel der amerikanischen Serie „Ted Lasso“ zeigen, dass man dem Herz und dem Humor einer Serie treu bleiben kann, sich aber trotzdem neuen Themen zuwenden kann und durch einen gelungenen Charakter-Aufbau auch die Möglichkeit besitzt, bei vielen Themen in die Tiefe zu gehen. So baut die Serie aus der Hand von Jason Sudeikis immer wieder ernste, menschlich oder gesellschaftsrelevante Themen mit ein und liefert trotzdem leichtfüßig perfekte Unterhaltung.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 2 der Serie „Ted Lasso“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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