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Filmkritik: Der deutsche Kurzfilm „Liebesbesuch“ von Ada Philine Stappenbeck, der als Proof-of-Concept für einen Langfilm entwickelt wurde, ist eine gelungenes Drama über eine ungewöhnliche Liebesbeziehung, welches seine Weltpremiere auf dem 47. Filmfestival Max Ophüls Preis 2026 feierte.
Natalie (Lea von Acken) erwacht an diesem besonderen Tag voller Aufregung. Nach ihrer Arbeit als Kellnerin trifft sie ihren neuen Freund Marc (Henning Flüsloh). Doch bis dahin geht noch einiges schief, bis sie sich schließlich zum ersten Mal begegnen können.
Der 20-minütige Kurzfilm ist die erste Regiearbeit der Schauspielerin Ada Philine Stappenbeck („Die Mitte der Welt“), die hierfür zusammen mit Lea van Acken das Drehbuch schrieb. Sie erzählen eine Geschichte über eine junge Liebe und greifen damit das Phänomen der Inhaftierten-Romanze auf. Doch hier ist es nicht nur die Geschichte über die ungewöhnliche Romanze einer jungen Frau mit einem Inhaftierten, was u.a. in Filmen wie „Just a Guy“ (2020) genauer erzählt wird, sondern es geht vor allem um die Erwartungen der beiden aneinander. Was passiert, wenn Fantasie auf Realität trifft? Durch einen Kniff, der wirklich überraschend kommt, entsteht noch eine weitere Verbindung der beiden. Wie bedingt man sich (charakterlich) gegenseitig? Auch geht es hier um eine junge Frau, die scheinbar erstmal viel mit sich machen lässt und sich schwer gegen das tägliche Unrecht wehren kann. Am Ende des Films steht aber bereits eine Art Emanzipation. All diese Themen könnten in einem geplanten Langfilm noch weiter vertieft werden. Die Inszenierung schmiegt sich dabei in ihren Farben, der Kameraarbeit und dem gesamten Look der realitätsnahen Drama-Story-Line an. Außerdem ist der Film ein gelungenes Schauspielkino und zeigt die Vielseitigkeit der Schauspielerin Lea van Acken.
Fazit: „Liebesbesuch“ ist ein Kurzfilm von Ada Philine Stappenbeck, der als Proof-of-Concept für einen Langfilm von einer frischen Beziehung und wie die Realität mit dem Fantasie beim ersten Treffen aufeinandertreffen erzählt. Authentisch und mit dem richtigen Maß an Anspannung inszeniert und großartig besetzt zieht der 20-Minüter in den Bann, so dass man auf die Langfilmvariante davon gespannt sein darf.
Bewertung: 3,5/5
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Ada Philine Stappenbeck‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Kurzfilms „Liebesbesuch“ beim Filmfestival Max Ophüls Preis
- Chris Ignatzi , ‚Liebesbesuch (KF)‘, sr.de, 2026
- Wikipedia-Artikel über die Regisseurin Ada Philine Stappenbeck
