„Ted Lasso“ (Staffel 1, 2020)

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Serienkritik: Die amerikanische Serie „Ted Lasso“, zu sehen auf Apple TV, ist die gelungene Umsetzung eines Sketches aus der ‚Saturday Night Live‘-Show und besticht mit einer ungewöhnlichen, sofort einnehmenden Figur, der man gern auf ihrem turbulenten Weg folgt.

Der AFC Richmond, ist einer der beliebtesten Fußballclubs in England, vor allem seine beide Starspieler Jamie Tartt (Phil Dunster) und Roy Kent (Brett Goldstein) repräsentieren den Verein. Die Leitung des Clubs hat seit kurzem Rebecca Welton (Hannah Waddingham) übernommen, nachdem ihr Mann, der eigentliche Boss sich von ihr scheiden ließ. Als erste Amtshandlung engagiert sie den amerikanischen Football-Coach Ted Lasso (Jason Sudeikis), der schon in Amerika als ungewöhnlich gilt, aber in England und beim Fußball, von dem er keine Ahnung hat, völlig deplatziert wirkt. Doch dieser strahlt so viel Selbstvertrauen und Freude aus, geht zusammen mit seinem Kollegen Coach Beard (Brendan Hunt) die neue Stelle mit viel Schwung an und versucht alles um den Abstieg der Mannschaft zu verhindern, nur eben auf seine Art.

Brendan Hunt, Jason Sudeikis, Nick Mohammed

Schon vor einigen Jahren wurde die optimistische Figur Ted Lasso, die mit den britischen Gepflogenheiten und dem Fußballsport zusammenstößt, als ‚Saturday Night Live‘-Figur von Jason Sudeikis zum Leben erweckt. Zusammen mit Bill Lawrence, der u.a. Serien wie „Chaos City“ (1996-2002) und „Scrubs – Die Anfänger“ (2001-2010) realisierte, Joe Kelly und Brendan Hunt, der auch eine Rolle mit übernahm, schrieb Sudeikis eine zehnteilige erste Staffel, deren Fortführung bereits feststeht (Start auf Apple am 23. Juli 2021). Die Geschichte kombiniert dabei bekannte Elemente wie u.a. den Außenseiter, der sich erst einmal in die Gruppe etablieren muss, mit vielen frischen, neuen Ideen. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, die guten Seiten der Serie hervorzuheben. Sind es die Culture-Clash-Szenen, die Führung des Fußballteams oder die privaten Einblicke in Teds Gefühlsleben – all das spielt zusammen und schuf eine Serie, die stets die richtige Balance zwischen Humor und Gefühl bewahrt, Überzogenheit und Authentizität, welche viele ernste Themen anspricht, aber sich dennoch erzählerische Freiheiten nimmt. Nach nur einer Folge hat man das Gespann von Ted und dem Coach ins Herz geschlossen und kann sich sogar als Nicht-Sport-Gucker mit den Fußballszenen anfreunden. 

Hannah Waddingham, Juno Temple

All das funktioniert natürlich besonders gut durch den hervorragenden Cast. Allen voran Jason Sudeikis, der für seine Rolle mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, und Brendan Hunt, welche eine ganz besondere Chemie miteinander haben. Aber auch das Team in seiner Vielfalt überzeugt mit seiner gewählten Besetzung. Anthony Heads („Buffy“ (1996-2003)) dagegen überzeugt als fieser Gegenspieler. Und auch wenn die Frauenfiguren knapp sind, gehören Juno Temple („Horns“ (2013)) und Hannah Waddingham („Sex Education“ (seit 2019)) mit ihrer hervorragenden Performance zu den großen Ankerpunkten der Serie. Rundherum ist „Ted Lasso“ eine Serie, die man sofort ins Herz schließt, die wunderbar mit Stereotypen spielt und einen tollen Humor besitzt, bei der man einfach nicht aufhören kann zu schauen, bevor man die letzte Folge erreicht hat. 

Hannah Waddingham, Jeremy Swift

Fazit: „Ted Lasso“ ist eine auf Apple TV zu sehende Serie, die in zehn Folgen eine klassische Geschichte eines Außenseiters, der sich in die Herzen aller Beteiligten und auch die der ZuschauerInnen spielt, mit hohen ‚Culture Clash‘-Anteil erzählt. Mit viel Charme, gut platziertem Humor aber auch ernsten Tönen ist diese Fußball-Serie wunderbare Unterhaltung, bei der man sich schon jetzt sehr auf die zweite Staffel freut.

Bewertung: 5/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „Ted Lasso“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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