„Dog Alone“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der kurze Animationsfilm „Dog Alone“ (OT: „Cão Sozinho“) von Marta Reis Andrade, der auf dem 41. Interfilm Berlin 2025 und im Wettbewerb des 38. Filmfest Dresden 2026 zu sehen war, erzählt eine Geschichte von Einsamkeiten und findet dafür perfekt abgestimmte Bilder und Metaphern.

Eine junge Frau kehrt der anonymen Großstadt den Rücken zu und kehrt zu ihrer Familie aufs Land in Portugal zurück. Seit dem Tod der Großmutter fühlt sich ihr Großvater als Witwer allein, obwohl er von der Familie umgeben ist. Auch der Nachbarshund, der auf einem verlassenen Grundstück lebt, empfindet tiefe Einsamkeit.

Der 13-minütige Kurzfilm basiert auf den eigenen Erlebnissen der portugiesischen Filmemacherin und Animationskünstlerin Marta Reis Andrade. Mit nur wenigen Worten, aber starken Bildern fängt sie ein, wie es sich anfühlt, in der Fremde zu leben und dort keinen Anschluss zu finden. Die farb- und gesichtslosen Menschen um sie herum sind nicht nur fremd, sondern sogar hinderlich. Aber auch in ihrer Heimat begegnet sie zweierlei Arten von Einsamkeit. Die eine vom Großvater findet durch ein Zurückziehen statt – einem nicht mehr aktiv am Leben teilnehmen. Die andere wird durch den verlassenen Hund symbolisiert. Seine Reaktionen sind Wut und Aggressivität. Er kämpft, um nicht einsam zu sterben. Während die junge Frau sich mit dem Hund beschäftigt, wird sie selbst wieder zu einem Kind, das die Last der Welt nicht tragen kann und am Ende zu ihrem Großvater findet. Der Animationsfilm schafft es mit viel Gefühl, aber ohne kitschig zu werden, diese Melancholie der Einsamkeit in ihren verschiedenen Formen einzufangen. Er stellt nebenbei Fragen, u.a. ob Familie eine Garant dafür ist, nicht einsam zu werden. Auch geht es um den Kontrast zwischen der ländlichen Heimat und der städtischen Anonymität. Umgesetzt hat Marta Reis Andrade das in starken Bildern. Mit einem klaren Farbkonzept, das nur wenige Akzente mit Rot, Grün und Blau setzt, fängt sie die Szenerie vor allem in Brauntönen um. Das passt zum Ländlichen und zur Hitze eines Sommers und untermalt zudem die innewohnende Melancholie. Abgerundet wird es von einem starken Sounddesign von Bernardo Bento, das mit der Musik (Komponist: João Grilo) zu einem Klangteppich zusammenfließt.  

Fazit: „Dog Alone“ ist ein Kurzfilm der portugiesischen Filmemacherin Marta Reis Andrade, die darin mit starken Bildern und mit einem stimmigen Musik- und Soundkonzept drei Geschichten über Einsamkeit erzählt. 

Bewertung: 4/5

Trailer zum Kurzfilm „Dog Alone“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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