„Jurassic World: Die Wiedergeburt“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Steven Spielbergs Dino-Klassiker „Jurassic Park“ aus dem Jahr 1993 entwickelte sich schnell zu einem wegweisenden Kultfilm. Innerhalb von acht Jahren folgten zwei Nachfolger. 2015 wurde mit Chris Pratt in einer der Hauptrollen eine neue Trilogie ins Leben gerufen. Mit „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ (OT: „Jurassic World Rebirth“, USA, 2025) erfährt die Reihe eine erneute Wiederbelebung und mixt dabei bekannte Familien-Adventurefilm-Elemente mit Reminiszenzen an den Spielberg-Klassiker.

Nachdem die Dinosaurier sich überall auf dem Planeten ausgebreitet haben, wird schnell klar, dass die Ökologie und die klimatischen Bedingungen nicht für die urzeitlichen Wesen taugen. Aus diesem Grund befinden sich die meisten noch lebenden Arten auf und um ein paar Inseln im Äquator herum. Martin Krebs (Rupert Friend) arbeitet für einen Pharmakonzern und braucht für ein wegweisendes Medikament eine DNA-Probe von drei der Riesen-Dinosaurier, welche auf Saint-Hubert leben. Da dort aber ebenfalls genmanipulierte Spezies sich ausgebreeitet haben, nachdem vor einigen Jahren Experimente dort missglückt sind, heuert er die Söldnerin Zora Bennett (Scarlett Johansson) und ihr Team mit u.a. dem Bootskapitän Duncan Kincaid (Mahershala Ali) an. Auch nehmen sie den Paläontologen Dr. Henry Loomis (Jonathan Bailey) mit auf die Reise, da er das notwendige Dino-Know-How mitbringt. 

Jonathan Bailey und Scarlett Johansson

Der mittlerweile siebte Spielfilm, der aus den Romanen „DinoPark“ (1990) und „Vergessene Welt“ (1995) von Michael Crichton hervorgegangen ist, ist – wie im Titel angekündigt – ein Neustart. Ohne den Rückgriff auf die bisherige Filme erzählt es eine Geschichte aus dieser Welt, ohne dass direkte inhaltliche Bezüge hergestellt werden. Das Drehbuch dazu schrieb David Koepp, der Drehbücher zu Filmen wie „Mission: Impossible“ (1996), „Spider-Man“ (2002) und dem neuesten Soderbergh Film „Black Bag – Doppeltes Spiel“ (2025) geschrieben hat. Auch adaptierte er Crichtons Roman für den ersten Film von Steven Spielberg. Das Drehbuch zu „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ ist dabei eine gefühlt seichtere Variante des Originals. Es gibt viele Reminiszenzen an den ersten Film und auch die Balance zwischen Action und ruhigen Momenten erinnert daran. Doch die Figurenzeichnung ist hier leider zu schablonenartig geworden, so dass man auch schnell ein Gefühl dafür bekommt, wer sterben wird und wer nicht. Dass dann doch noch ein paar weniger Menschen sterben, als man es erwartet hätte, liegt vor allem an der gewünschten Familienfreundlichkeit. Das ist schade, da die formale stimmige Konsequenz des ersten Teils so umgangen wird. Die Geschichte unterscheidet sich dabei inhaltlich am meisten in den anfänglichen Beweggründen, wie und warum die Menschen hier auf der Insel zusammengekommen. Einzelne Szenen sind dabei dicht an die Originalszenen angelehnt und erzeugen ein schönes Retro-Gefühl. Unnötig sind dagegen die Neuerungen in Form von mutierten Dinos. Diese erinnern mehr an Monster aus Fantasy- oder Superheldenfilmen, so dass Dino-Purist:innen hier nicht erfreut sein dürften.

Rupert Friend, Mahershala Ali und Bechir Sylvain

Die Regie übernahm Gareth Edwards, der mit seinen vorhergehenden Arbeiten wie „Rogue One: A Star Wars Story“ (2016) und „The Creator“ (2023) gezeigt hat, was er erzählerisch wie handwerklich drauf hat. Auch dieser Film sieht sehr gut aus und präsentiert eine bunte Mixtur von ehemals realen Dinosauriern und Mutationen. Die tropische Insel und das umgebende Meer sind passend für die vielen Actionsequenzen. Dabei lieben die Filmemachenden das Spiel mit dem Wasser – was u.a. in einer gelungenen, spannenden T-Rex-Szene mündet. Das CGI und das souveräne Spiel aller Darsteller:innen, wie Scarlett Johansson, Mahershala Ali, Jonathan Bailey und Rupert Friend gehen hier Hand in Hand. Man merkt, dass der Film keine Ambitionen hat, das Rad neu zu erfinden, sondern sich stattdessen vor dem Original verbeugen und gute Kinounterhaltung liefern will. Und das gelingt besser, als man es vermutet hätte. Nach der Sichtung wird der Film aber trotzdem schnell aus den Köpfen verschwinden und ist selbstverständlich kein Meilenstein, wie es das Original von Spielberg ist. 

Jonathan Bailey und Scarlett Johansson

Fazit: „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ ist der siebte Film aus dem „Jurassic Park“-Universum und ein erneuter Neustart. Regisseur Gareth Edwards und Drehbuchautor David Koepp schufen einen familiengerechten Dino-Actioner, der sich stark an den Originalfilm von 1993 anschmiegt, damit gut unterhalten kann und gar nicht den Anspruch besitzt, etwas Neuartiges zu schaffen oder zu erzählen. 

Bewertung: 6/10

Kinostart: 2. Juli 2025

Trailer zum Film „Jurassic World: Die Wiedergeburt“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

  • Wikipedia-Artikel über den Film „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ 
  • Jurassic World – Die Wiedergeburt, in: EPD Film, Ausgabe 7/25, S.58-59.
  • Jurassic World Rebirth and What’s Making Us Happy, in Podcast: Pop Culture Happy Hour, 03.07.2025.
  • Tina Kakedelis: Jurassic World Rebirth, in Podcast: Movies with My Dad, 08.07.2025.
  • Jurassic World Rebirth (ft. A.A. Dowd), in Podcast: The New Flesh Horror Movies News Scary Movie, 07.07.2025.
  • Jurassic World: Die Wiedergeburt / Nicht so gut gebrüllt, T-Rex, in Podcast: Der Tele-Stammtisch – Der Film- und Serienpodcast, 30.06.2025.
  • Susanne Burg: Filmkritik Jurassic World, in Podcast: Deutschlandfunk Kultur, Vollbild. Die ganze Sendung, 05.07.2025.
  • Haucht Jurassic World: Die Wiedergeburt einem ausgestorbenen Franchise neues Leben ein?, in Podcast: CinePie, 02.07.2025.
  • Anna Wollner: Jurassic World Wiedergeburt, in Podcast: Deutschlandfunk Kultur, Vollbild, 5.7.25.

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