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Filmkritik: Der kanadische Kurzfilm „Last Night Stand“ von Pierre-Luc Gosselin und Béatrice Blais, der im Genre-Programm des 26. Landshuter Kurzfilmfestivals 2026 zu sehen war, erzählt im Sinne der #MeToo-Bewegung eine Rachegeschichte, aber ohne blutigen, finalen Akt.
Kevin (Benjamin Déziel) hat sich Jeanne (Béatrice Blais) als One-Night-Stand angelacht. AIn seiner Wohnung angekommen, fragt sie ihn, ob sie ihm gefalle oder was er schöner finden würde. Als Gestaltwandlerin passt sie sich gerne seinen Wünschen an, doch dann nimmt der Abend einen anderen Verlauf, als Kevin erwartet hatte.
Der kanadische Regisseur Pierre-Luc Gosselin und die Schauspielerin Béatrice Blais haben für den Film gemeinsam Regie geführt und das Drehbuch geschrieben. Sie erzählen eine Rache-Geschichte an einem Mann, der sich ohne Rücksicht auf die Frauen alles nimmt, was er will. Die Idee mit der Gestaltwandlerin, die in ihrer Ursprungsform von Blais verkörpert wird, gibt Gosselin die Möglichkeit, seine Leidenschaft für Spezialeffekte auszuleben. Insgesamt nimmt Jeanne im Verlauf des 10-minütigen Kurzfilms das Aussehen von fünf verschiedenen Personen
an, darunter vor allem von Menschen, denen Kevin Leid zugefügt hat, aber auch welche, die ihn psychisch brechen sollen. Die Effekte sind so gut gemacht, dass sie den Verlauf der Geschichte perfekt unterstützen. Hinzu kommt das pointierte Spiel aller Darsteller:innen. Die Botschaft ist dabei überdeutlich und es ist leider immer noch notwendig, diese auch so klar auszusprechen. Doch im Gegensatz zu Filmen wie „Promising Young Woman“ (2020) von Emerald Fennell endet dieser Kurzfilm mit einer Bestrafung, welche die Opfer nicht selbst zum Täter macht, und schließt mit humorvollen Stills der bisherigen Rache-Opfern ab.
Fazit: „Last Night Stand“ ist ein Kurzfilm von Pierre-Luc Gosselin und Béatrice Blais, der mit gut gemachten Effekten eine Rache-Geschichte mit Fantasy-Einschlag erzählt. Der Kern des Films ist dabei eine klare Botschaft an Männer, die in verschiedenen Formen Missbrauch an Frauen betreiben. Aber die Ausgestaltung ist trotzdem charmant und humorvoll, so dass man sich schon jetzt auf eine Langfilmvariante des Films freuen darf.
Bewertung: 3,5/5
Trailer zum Kurzfilm „Last Night Stand“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Doreen Kaltenecker, ‚Acht Fragen an Pierre-Luc Gosselin & Béatrice Blais‘, testkammer.com, 2026
- Eintrag des Kurzfilms „Last Night Stand“ beim Landshuter Kurzfilmfestival