„Koki, Ciao“ (2025)

Martin Jahn
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Kurzfilm / Niederlande / Dokumentation / 2025

Filmkritik: Der niederländische Dokumentar-Kurzfilm „Koki, Ciao“ von Quenton Miller lief auf der 75. Berlinale 2025 in der Sektion ‚Berlinale Shorts‘ und gewann den ‚Berlinale Shorts Cupra Filmmaker Award‘ für ein unkonventionelles Regietalent.

Koki, der sprechende Kakadu des einstigen jugoslawischen Diktators Tito, berichtet mit wenigen Worten aus seinem früheren Leben inmitten von Staatsgästen und Hollywoodstars. Seit dem Ende der Diktatur lebt er im Brijuni Nationalpark und wird auch da noch oft besucht und fotografiert. 

Der niederländische Dokumentarfilmer Quenton Miller kombiniert in seinem Kurzfilm „Koki, Ciao“ Aufnahmen des 67-jährigen Kakadus Koki mit bisher ungesehene Fotos und Filmaufnahmen aus der Amtszeit von Josip Broz Tito (1892-1980), dem ehemaligen Staatspräsidenten des ehemaligen Jugoslawiens in einem experimentellen Dokumentarstil. Sie zeigen Staatsbesuche mit Persönlichkeiten wie Nikita Chruschtschow, Indira Gandhi und auch Hollywood-Stars wie Sophia Loren oder Orson Welles. Miller zeigte Kiko Archivaufnahmen und Fotos und nahm dessen Reaktionen auf. Dadurch wird Geschichte  von Koki selbst erzählt, der hier mit seinem eingeschränkten, dadurch naiv wirkenden Wortschatz und niedlicher Stimme die historischen Aufnahmen auf humorvolle Weise kommentiert. Durch diesen Kommentare gibt der Film dem Publikum einen anderen Blickwinkel auf die Landesgeschichte von Jugoslawien unter der Herrschaft von Tito. Viele Dokumentationsfilme arbeiten mit Archivmaterial, aber einen Vogel, der vermutlich nicht einmal der echte Koki ist, das Voice Over sprechen zu lassen, das ist neu, kreativ und macht den Reiz des Films aus, da hier das menschliche Narrativ, alles zu erklären, dekonstruiert wird. Auch die Musik trägt zu dieser Autobiographie ihren Teil bei und verstärkt den Eindruck von Leichtigkeit. 

Fazit: Quenton Millers Kurzfilm „Koki, Ciao“ kombiniert Aufnahmen des 67-jährigen Kakadus des ehemaligen Machthabers Tito mit bisher ungesehenen Archivaufnahmen von politischen Treffen und historischen Persönlichkeiten aus der Ära. Damit ist dem Regisseur ein kurzweiliger und anregender Kurzfilm gelungen, der noch lange im Gedächtnis der Zuschauer:innen bleibt und zu Recht mit dem Berlinale Shorts Cupra Filmmaker Award ausgezeichnet wurde. 

Bewertung: 7,5/10 

Trailer zum Kurzfilm „Koki, Ciao“:

geschrieben von Martin Jahn

Der Kurzfilm „Koki, Ciao“ ist u.a. demnächst auf den folgenden Festivals zu Gast:

Quellen:

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