- Kinostarts 14.05.2026 - 13. Mai 2026
- Sechs Fragen an Frederic Siegel - 12. Mai 2026
- „TV oder Die Ruhestörung an der Waldbergstraße“ (2025) - 12. Mai 2026
Kurzfilm / Österreich / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der österreichische Kurzfilm „Thaibasilikum“ von Julia Baschiera, der im Programm des 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 zu sehen war, ist eine Dramödie über die unausgesprochenen Dinge in familiären Verbünden.
Die 20-jährige Karin (Victoria Nicolaevskaja) besucht zusammen mit ihrem neuen Freund Martin (Josef Mohamed) ihre Familie. Dabei gerät das gemeinsame Abendessen mit ihrer Oma (Inge Maux) und ihrem Vater (Manuel Rubey) schnell aus den Fugen, denn aufgrund von nicht thematisierten Traumata der Vergangenheit findet die Familie keine Balance.
Angesiedelt in den 90er Jahren in Österreich erzählt die Regisseurin Julia Baschiera, die zusammen mit Elias Hirschl das Drehbuch geschrieben hat, von einer beinahe typischen familiären Zusammenkunft. Beeinflusst wurden sie von den Umständen in der Corona-Zeit, in der viele Familien aneinandergeraten sind und keine geeignete Kommunikation miteinander fanden. Die Tochter im Film, die zum Studieren ausgezogen ist, kommt ihre Familie besuchen. In dieser Aufbruchszeit im Leben junger Menschen sieht man die Familie seltener, so dass solche Besuche nicht mehr gewöhnlich ablaufen und wenn dann noch ein neuer Freund im Spiel ist, entwickelt sich bei solchen Treffen oft eine gewisse Distanz und Fremdheit. Gleichzeitig ist das familiäre Zusammensein weiterhin sehr vertraut. So tauchen auch schnell die gleichen Fragen, Floskeln und Auseinandersetzungen auf. Doch nicht nur das: Die Familie hier scheint noch eine schwerere Bürge zu tragen. Dies kommt in ihren Wortgefechten immer mehr zum Tragen, so dass auch das Publikum in diesem Abwärtsstrudel mit hinunter gerissen wird. Das anfänglich Leichte, etwas Fremdschände weicht ernsten Themen. So konfrontiert einen der 11-minütige Kurzfilm mit Fragen nach dem Umgang mit (familiären) Traumata, aber auch, ob es einen Punkt im Leben eines Menschen gibt, an dem man sich am besten von seiner Familie lösen sollte. Handwerklich ist das solide mit einem leichten Zeitkolorit-Anstrich als Kammerspiel inszeniert, in dem alle Darsteller:innen sich in ihren Rollen in der Kürze der Zeit entfalten können.
Fazit: „Thaibasilikum“ ist ein Kurzfilm von Julia Baschiera, der sich mit familiären Konflikten und Traumata beschäftigt. Als Kammerspiel inszeniert, treffen hier die verschiedenen Generationen aufeinander und zeigen, wie schwierig es sein kann, einen familiären Halt zu haben, wenn Vieles unausgesprochen bleibt.
Bewertung: 7/10
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quelle:
- 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 – Katalog (Programm ‚D-A-CH Wettbewerb‘)
