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Filmkritik: Der amerikanische Spielfilm „Good Fortune – ein ganz spezieller Schutzengel“ (OT: „Good Fortune“, USA, 2025) ist das Regiedebüt des Schauspieler Aziz Ansari, der seine Premiere gerade erst noch in Toronto feierte und nun in den deutschen Kinos startet.
Der Engel Gabriel (Keanu Reeves) ist dafür verantwortlich, Menschen, die am Steuer ihr Telefon verwenden, vor dem Tod zu bewahren. Bei einer dieser Missionen begegnet er Arj (Aziz Ansari), der in seinem schlecht bezahlten Job von einem Auftrag zum nächsten eilt. Zudem lebt er nun schon eine Weile in seinem Auto. Als er dem reichen Jeff (Seth Rogen) begegnet, scheint sich sein Leben aber zu ändern, indem er für ihn zu einem fleißigen Assistenten wird. Als er aber bei einem Date mit Elena (Keke Palmer) eine Grenze überschreitet, steht er wieder vor dem existentiellen Abgrund. Da erscheint ihm Gabriel und verspricht ihm, zu zeigen, dass sein Leben einen Sinn hat und Geld nicht entscheidend ist für Glück.
Der Schauspieler Aziz Ansari, der sich seit „Parks and Recreation“ (2009-2015) und mit seiner eigenen Serie „Master of None“ (2015-2021) bereits einen Namen gemacht hat, arbeitet schon länger an seinem Spielfilmdebüt. Das erste Projekt war schon zu 75 Prozent abgedreht, als Probleme auftraten und das Projekt auf Eis gelegt werden musste. Das Debüt gelang dann im zweiten Anlauf. Nach einem eigenen Drehbuch und mit sich selbst in der Hauptrolle schuf er mit „Good Fortune“ eine gelungene Komödie, die zum einen das Publikum durchgehend zum Schmunzeln bringen kann, aber gleichzeitig ernste Themen anspricht, wie die Arbeitsbedingungen in den USA, ungerechte politische wie gesellschaftliche Systeme und auch zeigt, wie die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird. Dabei wagt Ansari es auch, die ernsten Töne und so auch ein gewisses Ohnmachtsgefühl immer wieder überwiegen zu lassen. Doch nie zu lang, denn der Film will seine Botschaft mit pointiertem Humor und Situationskomik vermitteln. Sein Ende dagegen zeigt einen idealisierten Wunsch nach Auflehnung gegen das System. Damit wird der Film zwar leider nicht die Welt ändern, aber ein bisschen Wunschdenken gehört zu einen guten Komödie dazu.
Im Gesamten verschafft der Film ein warmes Wohlgefühl. Das liegt zum einen an der handwerklich schönen Inszenierung u.a. mit der Wahl der Schauplätze zwischen Hollywood-Traumvilla und Heimwerkermarkt. Zum anderen aber vor allem an seiner großartigen Besetzung mit Comedy-Größen. Auch Keanu Reeves, den man jetzt leider vor allem aus Actionfilmen à la „John Wick“ kennt, kann hier zeigen, dass sein Herz auch für Comedy schlägt. Die Naivität seiner Rolle erinnert charmant an seine Anfänge mit Filmen wie „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ (1989) und er kann hier wunderbar gegen seine Action-Helden-Rollen anspielen. In Kombination mit Seth Rogen und Aziz Ansari selbst geht die Rechnung wunderbar auf, denn die drei werfen sich die Bälle wunderbar zu. Hinzu kommt die gelungene Besetzung der Nebenrollen mit Schauspieler:innen wie Sandra Oh, Keke Palmer und Stephen McKinley Henderson.
Fazit: „Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel“ ist eine Komödie im besten Sinne des Wortes. Im Vordergrund stehen das unterhaltsame Schauspiel aller Beteiligten und der pointierte Humor. Doch der Regisseur und Schauspieler Aziz Ansari lässt auch die Kern-Botschaft über die missliche Situation von Arbeitenden in den USA stets durchblitzen. Mit Humor und auch klaren Aussagen prangert er das System an und verbreitet am Ende Optimismus, was das Wohlgefühl für diese Komödie abrundet.
Bewertung: 7,5/10
Kinostart: 16. Oktober 2025
Streaming-Start: unbekannt
Trailer zum Film „Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über den Film „Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel“
- Oliver Armknecht, ‚Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel‘, film-rezensionen.de, 2025
- F. Bastuck, ‚Good Fortune – Ein ganz spezieller Schutzengel Kritik‘, moviejones.de, 2025

