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30.09.–05.10.2025 / Darßer Arche Wieck, Kulturkaten Prerow, Freilichtbühne Prerow, Seemannskirche Prerow, Kinoschiff Born, Hotel Vier Jahreszeiten Zingst, Hotel Fischerwiege Ahrenshoop, Ozeaneum Stralsund
Festivalbericht: In der ersten Oktoberwoche fand auf der Halbinsel Darß an der Ostsee die 21. Ausgabe des Darßer NaturfilmFestivals 2025 statt. Das Festivalprogramm umfasste im Wettbewerb zwölf längere Dokumentationen, eine Handvoll Kurzfilme (sehenswert: „Die Isarmündung“), aber auch Kinderfilme wie „Akiko, der fliegende Affe“ und den dänischen Dokumentarfilm „Only on Earth“ von Robin Petré.
Das Herzstück dieses Festivals ist der Wettbewerb, den man sowohl vor Ort als auch über einen Online-Zugang (für schmales Geld zu erwerben) sehen konnte. Unter den zwölf Filmen wurden sechs Preise verliehen. Als Bester Film | Wildnis Natur wurde der 90-minütige „Orang-Utans – die unbekannten Menschenaffen“ von Jens Westphalen und Thoralf Grospitz ausgezeichnet. Der Film liefert tolle Aufnahmen der Orang-Utans auf Borneo, nur beim Voice-Over verlässt der Film ab und zu die sachliche Ebene und versucht mit starker Anthropomorphisierung das Verhalten der Affen zu erklären. Die weniger nennenswerten Filme im Programm hatten meist die gleiche Schwäche: Sie alle wählten einen zu persönlichen oder vor allem einen von der menschlichen Sicht zu stark interpretierten Ansatz.
Doch viele Filme fanden, auch wenn es um die Verbindung von Mensch und Natur ging, einen stimmigeren Zugang. Als Bester Film | Mensch und Natur wurde „Gefährlich nah – Wenn Bären töten“ von Andreas Pichler ausgezeichnet. Ganz im Gegensatz zu seinem reißerischen Untertitel beschäftigte er sich durch viele verschiedene Interviewpartner:innen mit dem Thema der Wiederbevölkerung der europäischen Wälder mit Bären. Dabei konzentriert er sich auf die Nationalparks Trentino und den Schwarzwald und liefert ein weit blickendes Portrait. Auch die Filme „Faszination Europa – Extreme Küste“ und „Wilde Trauminseln – Die Seychellen“ beschäftigen sich mit einzelnen Regionen und spannen einen weiten Bogen über die dortige Fauna und Flora. Beim zweiten Film wurde die Kameraarbeit von Thomas Behrend, Martina Andrés und Manuel Spescha mit dem Jurypreis für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Den Jurypreis für herausragende Leistungen für die filmische Umsetzung der Klimawandelanpassung erhielt die Dokumentation „Europa glüht – Wie Hitzewellen unser Leben verändern“ von Mike Plitt, der sich darin mit der globalen Erderwärmung und was das insbesondere für die Menschen in Städten Europas bedeutet beschäftigt.
Besonders in Erinnerung geblieben sind drei Filme, welche die heimische Flora und Fauna mit großartigen Aufnahmen dokumentierten. In „Die Nacht erwacht! Über Leben im Wald“ von Clemens Keck und Tom Horak erleben wir eine Nacht im heimischen Fichtenwald und was alles von sich geht, was die Menschen nicht mitbekommen. Der Regisseur Jan Haft, der gleich mit zwei Filmen am Start war – „Fabelhafte Insekten – Ameisen“ und „Unsere Wälder – Netzwerk der Tiere“, nutzt die Möglichkeit der Kameratechnik, um vielen ungesehenen und faszinierenden Vorgängen der Tiere (im Verborgenen) und den natürlichen Netzwerken nachzuspüren. Der zweite Film wurde verdientermaßen mit zwei Preisen bedacht. Er erhielt den Preis der Kinder- und Jugendjury und den Jurypreis für herausragende Leistungen für die Filmmusik der Komponisten Dominik Eulberg und Hannes Kretzer. Zum Publikumsliebling wurde die Tier-Dokumentation „Japans Schneeaffen“ von Kosuke Hayashi gewählt. Sie zeigt, wie die Affen des Kamikochi-Tals in den japanischen Alpen leben und sich auf vielfältige und clevere Weise ihrer Umgebung angepasst haben.
Trailer des 21. Darßer NaturfilmFestival 2025:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Website des Darßer NaturfilmFestivals
- Wikipedia-Artikel über das Darßer NaturfilmFestival