„Mesopotamia, TX“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der amerikanische Kurzfilm „Mesopotamia, TX“ von Lucy Gamades, der im Internationalen Wettbewerb des 41. interfilm Berlin 2025 zu sehen war, nutzt die Gunst der Stunde und erzählt seine Geschichte während der real stattfindenden Sonnenfinsternis im Jahr 2024.

Ein Mann (Nicky Maindiratta) hofft, bei der Sonnenfinsternis seine Verflossene wieder zu treffen, doch stattdessen begegnet er einer anderen Frau (Megan Greener) und kommt mit ihr ins Gespräch. Was hat sie hier hingeführt und wie geht es für beide nach der Sonnenfinsternis weiter?

Der 20-minütige Kurzfilm erzählt die Geschichte zweier Fremder, die aus unterschiedlichen Gründen allein die Sonnenfinsternis erleben wollen. Dabei wagt es die Regisseurin und Drehbuchautorin Lucy Gamades die beiden Figuren mit Ecken und Kanten und die männliche Figur sogar etwas nervig zu zeichen. Das gibt ihnen Tiefe und so ist auch in der Kürze der Zeit mehr als ein oberflächliches Bild der beiden möglich. Dabei beschäftigt der Film sich auch mit Themen, die tiefer gehen, als die Suche nach einer Ex-Freundin. Die beiden

Megan Greener und Nicky Maindiratta

Schauspieler:innen Megan Greener und Nicky Maindiratta tragen den dialoglastigen Film wunderbar. Angesiedelt während einer realen Sonnenfinsternis und umgeben von Menschen, die das Naturspektakel auf diesem Felsen erleben wollen, fängt der Film seine Geschichte sehr dokumentarisch ein. Das prägt die Ästhetik maßgeblich. Das unmittelbare Gefühl des Erlebten verstärkt den Eindruck von Unverfälschtheit, was viel zur Wirkung des Films beiträgt. Der gelungene Musikeinsatz schafft es noch, eine geheimnisvolle Note wie auch etwas Beunruhigendes hinzuzufügen.

Fazit: „Mesopotamia, TX“ ist ein Kurzfilm von Lucy Gamades, der die real stattfindende Sonnenfinsternis als Hintergrund und als Aufhänger für sein zwischenmenschliches Drama verwendet. Dabei achtete die Regisseurin auf ein differenziertes Bild der Figuren und schuf mit den beinahe dokumentarischen Aufnahmen einen stimmigen, die Geschichte einfangenden Rahmen. 

Bewertung: 3,5/5

Trailer zum Kurzfilm „Mesopotamia, TX“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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