“Man lernt nie aus” (2015)

© 2015 Warner Bros Ent.

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Filmkritik: Die Filme von Nancy Meyers (*1949) beschäftigen sich oft mit starken Frauen und ihren alltäglichen Problemen. Filme wie “Was Frauen wollen” (2000) und “Was das Herz begehrt” (2003) sind gute Beispiele dafür. Auch die neueste Komödie der Regisseurin, “Man lernt nie aus” (OT: “The Intern”, US, 2015), erzählt mit viel Humor und einer interessanten Ausgangsidee aus dem harten Leben einer arbeitenden Mutter und vermischt das stimmig mit einem Porträt über ältere Menschen.

Ben Whittaker (Robert De Niro) ist seit ein paar Jahren schon Rentner und unglücklicherweise auch Witwer. Als er einen Flyer entdeckt, der Senioren ein Praktikum bei einer hippen E-Commerce-Firma anbietet, bewirbt er sich kurzerhand. Mit seinen Manieren, seinen Erfahrungen und seinem Charme wird er eingestellt und direkt der Chefin Jules Ostin (Anne Hathaway) zugeteilt. Diese arbeitet aber lieber für sich selbst und versucht mit allen Mitteln Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen. Erst nach und nach erkennt sie, dass ihr Ben nicht nur helfen kann, sondern dass auf ihn stets Verlass ist.

© 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC

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In der heutigen Welt, deren junge Generationen auch Praktikumsgenerationen genannt werden, bietet die Idee des Seniorenpraktikanten einen amüsanten Ausgangspunkt. Dabei kann der Film mit viel Humor aufwarten. Nicht nur die Bereiche Jung und Alt, sondern auch Hipstertum, Männlichkeit und Zwischenmenschliches nimmt der Film leichtfüßig aufs Korn. Doch die eigentliche Handlung kreist um die Themen Familie und Karriere und was passiert, wenn Menschen sich in ihrem Ruhestand unwohl fühlen. Behutsam, aber auch mit einigen typischen Versatzstücken behandelt die Regisseurin und Drehbuchautorin Nancy Meyer diese Themen. So beginnt der Film zwar beschwingt, aber durch die ernsten Themen verliert er im Verlauf immer mehr seine Leichtigkeit. Auch schaffen es die Filmemacher nicht, jeden Pathos zu umschiffen. So kann der Film nur gewillte Zuschauer berühren, da man sich darauf einlassen muss, dass der Film sich aus genretypischen Elementen, die man schon oft gesehen hat, zusammensetzt. Was dem Film besonders gut tut, sind seine herausragenden Schauspieler. Robert De Niro entwickelt in den letzten Jahren ein immer größeres Talent für den Komödiensektor und kann hier vollends überzeugen. Auch Anne Hathaway schafft es, alle Nuancen ihrer Figur hervorragend einzufangen. Die Nebenrollen sind teilweise großartig besetzt, beispielsweise mit Rene Russo. Dagegen ist die Männerclique mit den Darstellern Adam DeVine, Zack Pearlman und Jason Orley, welche sich um De Niros Figur schart, nicht besonders gut gelungen. Sie sollen vor allem als humoristische Sidegags dienen, doch sind sie zu klischeehaft angelegt, um wirklich amüsant zu sein. Im Gesamten ist die Inszenierung samt Szenerien, Atmosphäre und Musik stimmig gelungen. Sie bleibt in dem Rahmen ihres Genres und somit unauffällig.

Fazit: Der Film „Man lernt nie aus“ ist eine beschwingte Komödie mit genregerechtem Humor und ernsten Themen im Hintergrund. Dabei erzählt der Film seine Geschichte in gewohnten Bahnen und kann vor allem mit seinen beiden herausragenden Darstellern überzeugen.  

Bewertung: 6/10

Kinostart: 24.09.2015

geschrieben von Doreen Matthei

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