“The Visit” (2015)

© Universal Pictures

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Filmkritik: Der in Indien geborene amerikanische Regisseur M. Night Shyamalan (*1970) ist bekannt geworden mit Filmen, die eine überraschende Wendung beinhalten. Sein größter Erfolg war der Film “The Sixth Sense” (1999). Danach folgten Produktionen wie “Signs – Zeichen” (2002), “The Village – Das Dorf” (2004) und “The Happening” (2008), die mal mehr, mal weniger gut beim Publikum ankamen. Sein neuester Film “The Visit” (OT: “The Visit”, US, 2015) weckt mit dem gelungenen Trailer wieder die Neugierde des Publikums. Man fragt sich, was wohl die überraschende Wendung in diesem Film sein wird.

Die 15-jährige Becca (Olivia DeJone) und ihr jüngerer Bruder Tyler Jamison (Ed Oxenbould) besuchen zum allerersten Mal im Leben ihre Großeltern (Deanna Dunagan und Peter McRobbie). Vor ihrer Geburt hatte sich ihre Mutter (Kathryn Hahn) unverzeihlich mit ihren Eltern gestritten. Deshalb beschließt Becca, den Besuch bei den Großeltern komplett auf Video festzuhalten und so vielleicht die früheren Ereignisse zu klären. Zu Anfang scheint es genau die perfekte Woche zu werden, wäre da nicht das Verbot, nach halb zehn das Zimmer zu verlassen. Und das merkwürdige Verhalten der beiden Großeltern.

© Universal Pictures

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Die Geschichte entwickelt sich ruhig und nimmt sich viel Zeit für ihre Charaktere. Erst nach und nach schleichen sich beunruhigende Szenen ein. Diese können teilweise den Betrachter erschrecken oder in Verwunderung versetzen. Dabei schafft es der Film stets, die Spannung zu halten, sogar noch nach der Auflösung. Die vier hervorragenden Darsteller tragen die Geschichte. Die Großeltern-Darsteller Dunagan und McRobbie schaffen die Ambivalenz zwischen großelterlicher Liebe und unheimlichem Verhalten perfekt darzustellen, sodass sich der Zuschauer lange nicht im Klaren über die beiden ist. Besonders großartig sind die beiden Jungdarsteller, denen man gern bei Alltäglichem und der Detektivarbeit zuschaut. Mit wenigen Mitteln schafft es Shyamalan, eine mysteriöse Stimmung aufzubauen. Die Musikuntermalung ist gering, dafür arbeitet er umso stärker mit Geräuschen. Die Handkamerabilder sind überraschend gut und selten unangenehm, da sie bei temporeicheren Szenen meist statisch bleibt. So besticht der Film auch formal und unterhält im Gesamten den Zuschauer mit einer spannenden Geschichte.

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

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