“Outside the Box” (2015)

 © Wild Bunch Germany

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Filmkritik: Es ist schön zu sehen, dass es deutsche Genrefilme mittlerweile öfter auf die hiesigen Kinoleinwände schaffen. Zudem ist der Film “Outside the Box” (Deutschland, 2015) auch noch ein Fernsehspiel, welches diesen Sprung geschafft hat. Der Film bietet eine satirische Mischung aus Komödie, Gesellschaftskritik und Action. Dabei macht er schon einiges richtig und zeigt das Potential, das im deutschen Genrefilm steckt.

Das Bickstein-Unternehmen hat sich für sein Consulting-Team ein ganz neues Teambildungs-Seminar ausgedacht. Unter der Aufsicht des großen Bosses (Hanns Zischler) und der PR-Agentin Vanessa (Lavinia Wilson) haben sie das Team, bestehend aus Yvonne (Vicky Krieps), Marco (Sascha Alexander Gersak), Michel (Stefan Konarske) und dem unterdrückten Frederick (Volker Bruch), in den Wald geschickt

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und ihnen einen Drill Sergeant und diverse Aufgaben spendiert. Doch irgendwas scheint schief zu laufen, als die angeheuerten Schauspieler auf einmal eigene Pläne verfolgen. Wie geht das Team mit der neuen Situation um und wie kann man vor allem die Presse noch davon überzeugen, dass alles geplant ist? So beginnt ein Spiel um Macht, Überleben, den guten Ruf und einer Zukunft. Wer wird es schaffen?

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Der deutsche Regisseur Philip Koch, der bisher vor allem Kurzfilme und den Langfilm “Picco” (2010) realisiert hat, schrieb auch das Drehbuch zu der deutschen Genre-Komödie “Outside the Box”. Dabei sind Kochs Intentionen immer deutlich erkennbar: Er überzeichnet und kritisiert dabei ein Arbeitsmodell, was abseits jeder vernünftigen Realität wuchert und doch häufig anzutreffen ist. Er prangert somit Missstände an und versucht einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Besonders gelungen hat er dabei die Welt der PR und die Rolle von Journalisten eingefangen. Die eingesetzte Überzeichnung macht auch den größten Teil des Humors aus und wird vermutlich nicht jeden Geschmack treffen. Mehrmals gleiten die Szenen in Slapstick ab und die Komik hätte an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Subtilität vertragen. Auch die Ausarbeitung der Charaktere ist etwas zu simpel geraten. Dem Publikum fällt es nicht schwer die wahren Bösen auszumachen und so verliert der Film an Spannung, da einem das Schicksal mancher Beteiligten nicht interessiert. Schauspielerisch ist der Film sehr gut besetzt und kann bis in die Nebenrollen überzeugen. Lavinia Wilson und Frederick Lau bereichern beispielsweise das Ensemble. Auch formal hat Koch vieles richtig gemacht. Die Inszenierung schmiegt sich der Geschichte gut an und Musik und Zeitlupen wurden stimmig eingesetzt. Im Gesamten ist “Outside the Box” ein hochwertigeres Fernsehspiel, das unterhalten kann und in seinen guten Momenten an “Zeit der Kannibalen” (2014) erinnert. (Der deutsche Spielfilm schlägt zwar in die gleiche Kerbe, ist aber grundsätzlich anders aufgebaut und somit kaum geeignet für einen direkten Vergleich.) “”Outside the Box” wird definitiv sein Publikum finden, nur ob es sich unter den typischen Kinogängern befindet, ist fraglich.

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Fazit: Der Spielfilm “Outside the Box” bietet solide Genreunterhaltung aus Deutschland. Obwohl es sich hierbei ‘nur’ um ein Fernsehspiel handelt, zeigt es den Weg in die richtige Richtung: Er ist gut inszeniert, gut besetzt und mit einer interessanten Geschichte bestückt. Nur der Humor, der oft etwas grenzwertig ist, wird vermutlich nicht jedem gefallen.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 26.05.2016

geschrieben von Doreen Matthei

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