“The Neon Demon” (2016)

 © Koch Media

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Filmkritik: Schon seit seinen ersten Filmen und spätestens seit dem Spielfilm “Drive” (2011) mit Ryan Gosling in der Hauptrolle wird der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn als Ausnahmetalent gefeiert. Sein neuestes Werk – “The Neon Demon” (OT: “The Neon Demon”, DK/FR/US, 2016) – hat nun all dieses verfrühte Lob vollständig verdient, weil es eine filmische Erzählweise besitzt, die bestechend einzigartig ist.

Das junge Model Jesse (Elle Fanning) zieht es nach Los Angeles, um dort ihre Karriereträume zu verwirklichen. Mit Hilfe des Fotografen Dean (Karl Glusman) und der Stylistin Ruby (Jena Malone) werden schnell die Größen des Geschäfts auf sie aufmerksam, so dass die sonst beliebten Models Gigi (Bella Heathcote) und Sarah (Abbey Lee) links liegen gelassen werden. Während sie sich im Erfolg sonnt und sich verändert, werden ihre Kolleginnen immer missgünstiger.

 © The jokers

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Wo die Reise des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn (*1970) hingeht, war recht früh schon abzusehen. Die Begeisterungsstürme, die der Film “Drive” auslöste, lagen keineswegs an der Geschichte, die erzählt wurde, sondern vor allem daran, dass er mit einer bestechenden Ästhetik und Schönheit begeistern konnte. Überall wurde die Bildsprache mit ihren harten Kontrasten und die eingesetzte Musik gelobt. Schon hier wirkte die Geschichte selbst unwichtiger. Mit dem Film “Only God forgives” (2013) ging Refn einen Schritt weiter und schuf eine Geschichte wie aus dem Lynch-Universum, die sich viel besser an die Optik anschmiegte. Der neueste Film von Winding Refn – “The Neon Demon” – scheint nun das erklärte Ziel der Reise zu sein. Die Schönheit als gestalterisches Mittel seiner Bilder wird hier auch zum Thema des Films. Die Geschichte besitzt wenig Handlungsverlauf und vor allem keine Sympathieträger. Der Film zeigt die Welt der Schönheit als etwas Kaltes. Dies spielt der kühlen und stets wunderschönen Ästhetik der Winding Refn-Filme in die Hände. Natürlich kann er zeitgleich noch eine offenkundige Anklage gegen das Modesystem und den heutigen Schönheitswahn einbauen, aber um konkrete Handlungen scheint es nicht mehr zu gehen. Die Szenen, welche komplett losgelöst von der Handlung inszeniert worden, sind dann auch diejenigen, welche der Zuschauer am meisten genießen kann. Mit den Elektrobeats von Cliff Martinez (er war auch schon der Komponist bei “Drive” und “Only God Forgives”) wird der Zuschauer durch einen Film geleitet, der mit außergewöhnlichen Farbeinstellungen schöne Menschen in Szene setzt. Allen voran Elle Fanning, welche die Idealbesetzung für diese Rolle ist, da sie die Zerbrechlichkeit und Kälte in einer Person darstellen kann. Auch ist es für viele Zuschauer nachvollziehbar, warum gerade die Figur der Jesse in dieser kalten Modewelt mit ihren Standard-Gesichtern so beliebt ist. Nicht nur die Beleuchtung und Ausstattung wurden zur Stilisierung verwendet, sondern die Filmemacher benutzten zudem auch spezielle Linsen, die Personen immer so aussehen lassen, wie nach einer Nachbereitung mit Photoshop. Im Gesamten ist “The Neon Demon” ein Film, der sich in keine Kategorie einfügen lässt und keinen großen Wert mehr auf Geschichte und Sympathieträger legt, sondern ganz der Ästhetik der Schönheit frönt.

 © The jokers

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Fazit: Der Spielfilm “The Neon Demon” ist eine Explosion an Farben, Licht, Schönheit und wird untermalt mit einem bestechenden Elektrosound. Der Regisseur Winding Refn ist mit diesem Film den letzten Schritt weggegangen vom narrativen Film und schuf eine atemberaubende Ästhetik, welche die Zuschauer in ihren Bann ziehen kann.

Bewertung: 8/10

DVD-Start: 27. Oktober 2016

geschrieben von Doreen Matthei

Quelle: Pressematerial von Koch Media

4 Gedanken zu ““The Neon Demon” (2016)

  1. Moin,
    Wenn es dein Ziel war, die Leute zur Berichtigung deines EInstiegssatzes auf die Seite zu locken, dann haste es hiermit geschafft ;)
    Refn hat vor Walhalla Rising bereits sechs andere Filme gedreht, unter anderem die Pusher-Trilogie.

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