„Die Brücke“ von Heinz Janisch (2010)

32 Seiten / ab 3 Jahren / Jungbrunnen Verlag

Buchkritik: Der fleißige Schriftsteller Heinz Janisch, der schon unzählige Kinderbücher geschrieben hat, verpackt seine einfache Botschaft in dem 2010 erschienenen Buch „Die Brücke“ mit Hilfe der Illustratorin Helga Bansch in ein kreatives Gewand.

Auf einer schmalen Brücke begegnen sich ein Riese und ein Bär. Beide wollen ans andere Ende, aber ihr Misstrauen verhindert ein Vorankommen. Wie also können sie es schaffen, wenn keiner zu seinem Ende der Brücke zurückkehren möchte?

Die Geschichte des Kinderbuchs „Die Brücke“ des erfahrenen Schriftstellers Heinz Janisch (*1960) könnte nicht klassischer sein. Die Handlung transportiert eine klare Botschaft: Mit Konkurrenzverhalten kommt man nicht weiter. Einzig und allein Zusammenarbeit führt zum erfolgreichen Ziel für alle Parteien. Vermutlich hat der Autor aus diesem Grund auch wieder mit der Illustratorin Helga Bansch zusammengearbeitet, wie bereits bei den Büchern „Katzensprung“ (2004) und „Es gibt so Tage“ (2001). Bansch gibt dem Kinderbuch, was sich für Kinder ab drei Jahren eignet, ein außergewöhnliches Gewand. Auf der einen Seite spielt sie mit der Perspektive. Das Geschehen wird zunächst aus der Ferne eingefangen. Mit jeder Seite zoomt sie dann immer näher heran und fokussiert die beiden Charaktere. Damit macht sie deutlich, dass solch eine Auseinandersetzung in einem größeren Kontext steht, aber auch nicht den Dreh- und Angelpunkt der Welt darstellt. Das schmiegt sich gut an den Titel an, welcher zeigt, dass es um den Ort und nicht um die Einzelnen geht. Nachdem der Konflikt gelöst wurde, zoomt sie in Hollywood-ähnlicher Manier wieder heraus. Zusätzlich wählt Bansch eine ungewöhnliche Gestaltung. Obwohl ihre Geschichte für kleinste Zuschauer geeignet ist, verwendet sie keinen knallbunten niedlichen Bildern, sondern schuf recht sperrige Charaktere, tünchte alles in beige-braune Farben und betonte die Materialität der Bilder, in denen man kariertes Papier oder Landkarten erkennen kann. So ist das Kinderbuch „Die Brücke“ aus dem Jahr 2010 eine stimmige Gute-Nacht-Geschichte, welche eine klassische Handlung mit ungewöhnlichen Bildern vereint.

Fazit: Das Kinderbuch „Die Brücke“ des Autoren-Illustratorin-Gespann Heinz Janisch und Helga Bansch erzählt eine einfache Geschichte mit einer klaren, guten Botschaft. Dafür wählt sie aber kein klassisches oder kindgerechtes Aussehen, sondern arbeitet mit einer starken Farbigkeit, spielt mit Perspektiven und macht Materialen sichtbar. Das macht das Kinderbuch zu einem schönen Vorlesebuch, das Kindern auch einen anderen Blick auf die Welt ermöglicht.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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