Ausstellung “Karl-Heinz Adler – Ganz Konkret” (Albertinum, Dresden)

30.03.-15.10.2017, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum

Sonderausstellung „Karl-Heinz Adler: Ganz Konkret“ im Albertinum Dresden

Ausstellungsbericht: Das Albertinum widmet eine kleine Schau dem in der ehemaligen DDR lebenden Künstler Karl-Heinz Adler (*1927). Dieser gehört zu den wichtigsten Vertretern der Konkreten Kunst im Nachkriegsdeutschland. Er hat eine bewegende Geschichte als Künstler durch und passend zu seinem 90. Geburtstag wird dem Zuschauer hier in Dresden ein Überblick über das Œuvre Adlers gegeben.

 

Am Ende des Rundgangs durch die ‘Galerie Neue Meister’ begegnet dem Besucher die kleine Sonderausstellung mit 21 Werken des deutschen Künstlers Karl-Heinz Adlers. Dessen künstlerische Ausbildung verlief parallel mit der Etablierung moderner Kunstformen wie der Op-Art und der Konkreten Kunst. Doch in der DDR wurden abstrakte oder abstrakt wirkende Kunstwerke nicht geschätzt, so dass Adlers Werke über drei Jahrzehnte hinweg keine Beachtung erhielten. In dieser Zeit lehrte er an der TU Dresden und schuf zusammen mit dem Künstler Friedrich Kracht dekorative Bauelemente, welche in der DDR in vielen Fassaden, Plätzen und Brunnen eingebaut wurden. Erst Ende der 80er Jahre fand auch sein künstlerisches Werk Beachtung. Was dieses ausmacht, kann der gewillte Besucher noch bis Mitte Oktober 2017 im Albertinum besichtigen.

© Dietrich Flechtner

Adler schuf Kunstwerke, die meist aus mehreren Schichten bestehen. Dadurch entsteht Plastizität, so dass seine Werke oft mehr als nur zweidimensional sind. Seine Formensprache weicht dabei nie von geometrischen Formen ab und besitzt nicht nur eine gewisse Kühle durch Strenge, sondern auch eine poetische Symmetrie. Seine Bilder können mit ihren unterschiedlichen Materialien, ihren fast hypnotischen Symmetrien und teils starken Farbkontrasten die Besucher in den Bann ziehen. Die sich auf einen Raum beschränkende Sonderausstellung gibt einen ersten Einblick in das Thema der Konkreten Kunst und einen guten Überblick über das künstlerische Schaffen Karl-Heinz Adlers, dessen Formensprache in den Bildern, Collagen und Objekten durch ihre starke Geometrie eine Zeitlosigkeit besitzen.

1980, Collage, farbige Papiere, Karton, 29,5 x 23,8 cm
© SKD

Im Gesamten ist es eine lohnenswerte, kleine Schau, die dem Besucher einen Künstler und eine Kunstgattung präsentiert, die sich nicht durch ihre Bekanntheit ganz allein vermarktet, wie die benachbarte Gerhard-Richter-Sonderausstellung. So ist die Ausstellung wunderbar für eine Horizonterweiterung geeignet.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

 

Quellen:

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